Browser: Safari 5 mit vereinfachender Seitendarstellung

Apple erweitert seinen Browser Safari in der Version 5 um neue Funktionen und schließt zugleich einige zum Teil kritische Sicherheitslücken.

Safari Reader
Die auffälligste Änderung, die Apples Webbrowser Safari 5 mitbringt, ist der sogenannte Reader: Wenn der Browser feststellt, dass eine Seite einen Textartikel enthält, wird das Reader-Symbol eingeblendet. Ein Klick darauf extrahiert den Artikel und stellt ihn frei, während der Rest der Website abgedunkelt wird. Das funktioniert allerdings nicht bei allen Seiten.





Außerdem hat Apple an der Javascript-Leistung(öffnet im neuen Fenster) von Safari 5 gearbeitet. Nach Herstellerangaben soll der Browser Javascript bis zu 25 Prozent schneller ausführen als Safari 4. Außerdem besitzt der Browser nun DNS-Prefetching und ruft für Links auf den Seiten schon einmal im Voraus den Domain-Name-Server auf, um schnelleres Surfen zu ermöglichen.
Apple hat sich entschlossen, neben Google und Yahoo auch Microsofts Suchmaschine Bing standardmäßig zum Auswählen in das Suchfeld von Safari zu integrieren. Darüber hinaus wartet die neue Safari-Version mit einer erweiterten Unterstützung von HTML5 auf: So können mit dem Videotag eingebettete Videos nun im Vollbild abgespielt und mit Untertiteln versehen werden. Zudem werden das Geolocation-API des W3C, Websockets für eine bidirektionale Kommunikation zwischen Server und Browser, das Tag Eventsource(öffnet im neuen Fenster) für Push-Benachrichtigungen, das HTML5-Attribut "draggable" für Drag-and-Drop und eine HTML5-AJAX-History unterstützt, so dass der Back-Button des Browsers auch in Ajax-Applikationen vollständig genutzt werden kann.
Dazu kommen strukturierende Elemente für den Quellcode (article, aside, footer, header, hgroup, nav und section), das Ruby-Tag(öffnet im neuen Fenster) für Textergänzungen, die in asiatischen Schriften Verwendung finden, sowie die Validierung von Formularen per HTML5.
Mehr Leistung für Safari
Die auf Squirrelfish Extreme basierende und von Apple Nitro genannte Javascript-Engine wurde weiter beschleunigt. Sie soll rund 30 Prozent schneller sein als in Safari 4 und damit auch 3 Prozent schneller als Googles Javascript-Engine V8, wie sie bei Chrome 5 zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu Firefox soll Safari 5 in Sachen Javascript doppelt so schnell sein. Allerdings zieht Apple dabei nur den Javascript-Benchmark Sunspider 0.9.1 heran, der vom Webkit-Projekt entwickelt wird.
Für eine weitere Geschwindigkeitssteigerung sollen DNS-Prefetching und ein verbesserter Caching-Algorithmus sorgen. Wie auch andere Browser löst Safari 5 die in Links auf einer Seite vorkommenden Domains im Hintergrund auf, so dass dies bei einem Klick auf einen Link nicht mehr notwendig ist. Dank eines verbesserten Cachings sollen zudem mehr Webseiten aus dem Browsercache geladen werden, was das Surfen ebenfalls spürbar beschleunigen kann.





Unter Windows kann Safari 5 zudem die GPU nutzen, um das Surfen zu beschleunigen. Davon soll vor allem die Darstellung interaktiver Grafiken und von Multimediaelementen profitieren.
Bing als Suchmaschine
Neben Google und Yahoo integrierte Safari 5 auch Microsofts Suchmaschine Bing. Als Standardsuche bleibt aber weiterhin Google voreingestellt.
Bedienung vereinfacht
Auch die Bedienung des Browsers will Apple weiter vereinfachen: So kann das Adressfeld nun Übereinstimmungen zwischen der Eingabe und den Webseitentiteln im Verlauf und den Lesezeichen sowie beliebigen Teilen der URLs erkennen und spart Tipparbeit. In der Verlaufssuche wird nun außerdem das Datum des letzten Besuchs der jeweiligen Website eingeblendet.
Wer will, kann Safari neue Webseiten automatisch in Tabs anstatt in separaten Fenstern öffnen lassen. Safari 5 macht nun auch den Modus "privates Surfen" im Interface kenntlich.
Browsererweiterungen nun auch für Safari
Auch das Thema Browsererweiterungen greift Apple mit Safari 5 auf: Entwickler können den Browser so per HTML5, CSS3 und Javascript erweitern, ähnlich wie es bei Googles Chrome und der neuen Erweiterungsgeneration von Firefox namens Jetpack der Fall ist. Dabei kann die Werkzeugleiste um Buttons ergänzt und eine eigene Erweiterungsleiste in den Browser integriert werden. Auch auf die Art und Weise, wie Inhalte dargestellt werden, haben Entwickler Einfluss. Zudem können sie Webseiten um eigene Kontrollelemente erweitern.





Mit dem Extension Builder liefert Apple zudem ein kleines Entwicklerpaket mit, mit dem sich Erweiterungen für Safari in Pakete zur einfachen Verteilung und Installation verpacken lassen. Der Extension Builder erlaubt es zudem, eigene Erweiterungen zusammen zu klicken. Die Pakete müssen allerdings mit einem von Apple zur Verfügung gestellten digitalen Zertifikat versehen werden, das im Rahmen des Safari Developer Program(öffnet im neuen Fenster) kostenlos zur Verfügung steht. Damit will Apple sicherstellen, dass Updates für Erweiterungen nur von dessen Entwickler verbreitet werden können. Maßnahmen wie Sandboxing sollen zudem verhindern, dass Erweiterungen genutzt werden können, um über die Erweiterung Zugriff auf Informationen auf dem System des Nutzers zu gelangen.
Im Laufe des Sommers will Apple die Safari Extensions Gallery eröffnen, über die Entwickler ihre Erweiterungen an Safari-Nutzer verteilen können.
Verbesserter Web Inspector
Auch der Web Inspector wurde verbessert. Er bietet unter anderem ein neues Timeline-Panel, das detailliert anzeigt, wann ein Browser was macht, angefangen beim Parsen von HTML über das Berechnen von Styles bis hin zum Zeichnen auf den Bildschirm. Eine Übersicht der Neuerungen gibt unser Artikel Neue Funktionen für Webkits Web Inspector , denn dieser kommt bei dem auf Webkit basierenden Safari zum Einsatz.
Apple beseitigt kritische Sicherheitslücken
Neben all diesen Neuerungen beseitigt Apple mit Safari 5 auch zahlreiche Sicherheitslücken(öffnet im neuen Fenster) in seinem Browser. Einige davon erlauben es Angreifern, auch eigenen Code auf fremden Systemen auszuführen. Dazu reicht es mitunter aus, einen Nutzer zur Anzeige von speziell präparierten Bildern zu bringen, die in Webseiten eingebettet sind. Diese Sicherheitsupdates bietet Apple auch für Safari 4 an und veröffentlicht dazu die Version Safari 4.1(öffnet im neuen Fenster) .
Safari 5 steht ab sofort für Windows und Mac OS X(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit. [von Andreas Donath und Jens Ihlenfeld]



