Oracle: Drastischer Stellenabbau bei Sun in Europa

Oracle baut in Europa und Asien weit mehr Stellen ab, als bislang geplant. Das geht aus einer Pflichtmitteilung(öffnet im neuen Fenster) des Konzerns an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Demnach gibt Oracle im Rahmen der Übernahme von Sun bis zu 825 Millionen US-Dollar mehr für Restrukturierungsmaßnahmen aus. Circa 80 Prozent davon sind für Abfindungszahlungen an Sun-Beschäftigte in Europa und Asien vorgesehen. Ursprünglich hatte Oracle 325 Millionen US-Dollar für Restrukturierungsausgaben eingeplant.
Oracle wollte keine Angaben zur Höhe des Stellenabbaus machen. Sun hatte im Vorfeld der Übernahme bereits 3.000 Mitarbeiter gekündigt und damit die Gesamtbelegschaft um 10 Prozent verkleinert. Dafür wurden Ausgaben in Höhe von 75 Millionen US-Dollar bis 125 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Die nun eingeplanten Ausgaben sind fast sieben Mal so hoch.
Im Januar 2010 hatte Oracle-Chef Larry Ellison beim Abschluss der 7,5-Milliarden-US-Dollar-Übernahme noch versichert: "Wir werden Sun nicht profitabel schrumpfen, sondern profitabel wachsen lassen." Zudem sollten bei Sun 2.000 neue Vertriebsmitarbeiter und Ingenieure eingestellt werden , um eine Serie von High-End-Computersystemen zu entwickeln.
Seit der Übernahme Suns haben einige hochrangige Manager das Unternehmen verlassen, so Sun-Chef Jonathan Schwartz und James Gosling, einer der Java-Erfinder. Suns Chief-Open-Source-Officer Simon Phipps ging ebenfalls kurz nach Abschluss der Übernahme durch Oracle. Tim Bray, einer der Autoren der XML-Spezifikation des W3C, verließ Sun, um bei Google anzufangen, wo er an Android arbeitet.