Hubschraubervideo: US-Armee nimmt mutmaßlichen Wikileaks-Informanten fest

US-Bundesbeamte haben einen Mitarbeiter des US-Armeegeheimdienstes unter dem Verdacht festgenommen, geheime Dokumente auf das Portal Wikileaks hochgeladen zu haben, berichtet das US-Technikmagazin Wired(öffnet im neuen Fenster) . Die Ermittler waren ihm auf die Spur gekommen, weil er sich gegenüber einem Computerexperten damit gebrüstet hatte, die Dokumente bei Wikileaks eingestellt zu haben.
Geheimes Armeevideo bei Wikileaks
Der 22-jährige Armeeangehörige soll unter anderem das aufsehenerregende Video einer Hubschrauberattacke im Irak, bei der 2007 mehrere Zivilisten getötet wurden, sowie ein Dossier, in dem der Armeegeheimdienst National Ground Intelligence Center (NGIC) auf die Gefahren durch Wikileaks hinweist , auf Wikileaks eingestellt haben.

Zudem sagte er, er habe 260.000 geheime Dokumente des US-Außenministeriums auf das Portal geladen. Bisher ist nur eines dieser Dokumente, das Protokoll eines Treffens eines US-Diplomaten mit Mitgliedern der isländischen Regierung, auf Wikileaks aufgetaucht(öffnet im neuen Fenster) . Diese Sicherheitslücke war bisher unbekannt. Da er befürchtete, dass diese Dokumente die nationale Sicherheit und Leben von US-Bürgern gefährden könnten, verständigte der Computerexperte die Armee.
Noch keine Anklage
Der Mann soll nach den Informationen von Wired bereits in den letzten Maitagen an seinem Standort, einer Militärbasis gut 65 km östlich von Bagdad, festgenommen worden sein. Inzwischen werde er in Kuwait festgehalten. Formal Anklage sei jedoch noch nicht erhoben worden.
Von Angehörigen des Beschuldigten erfuhr Wired, dass dieser tatsächlich Zugang zu geheimen Dokumenten hatte. Eine Bestätigung der Festnahme seitens der Behörden gibt es bislang nicht.



