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Google Chrome: Entwicklerversion mit VP8-Unterstützung veröffentlicht

Google hat eine Entwicklerversion seines Chrome-Browsers veröffentlicht, der HTML5 mitsamt VP8-Codec unterstützt. Den VP8-Codec hatte Google mit der Übernahme von On2 erworben und vor wenigen Tagen als Open Source freigegeben.
/ Jörg Thoma
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Unter der Versionsnummer 6.0.422.0 hat Google eine Entwicklerversion seines Webbrowsers Chrome freigegeben. In der noch nicht für den regulären Einsatz gedachten neuen Browserversion können mit VP8 codierte Videos dank HTML5 ohne Plugin abgespielt werden. Der Codec wurde von Google vor wenigen Tagen auf der Google I/O unter eine BSD-Lizenz gestellt und der Quellcode veröffentlicht.

On2-Vergleich H.264 und VP8
On2-Vergleich H.264 und VP8 (01:11)

Google, Mozilla und Opera wollen nach ihrem Zusammenschluss zu dem WebM-Projekt eine Alternative zu dem bislang weit verbreiteten H.264-Codec bieten. Dateien im WebM-Format folgen in ihrer Struktur dem Matroska-Container und verwenden VP8 für Video sowie Ogg Vorbis für Audio.

Sowohl die Entwicklerversionen des Browsers Firefox(öffnet im neuen Fenster) als auch Operas Browser(öffnet im neuen Fenster) können bereits VP8-codierte Videos abspielen, ebenso wie eine Vorabversion der quelloffenen Variante Chromium(öffnet im neuen Fenster) des Google-Browsers.

Google selbst setzt VP8 auf Youtube ein, um HTML5-Videos in Auflösungen ab 720p abzuspielen. Um dies zu testen(öffnet im neuen Fenster) , muss die HTML5-Beta von Youtube(öffnet im neuen Fenster) aktiviert werden. Bei den Videos muss dann der Parameter "&webm=1" in der URL eingefügt werden. So lassen sich dann beispielsweise Trailer in WebM(öffnet im neuen Fenster) anschauen.

Microsoft plant ebenfalls, den Codec im Internet Explorer in der Version 9 zu unterstützen, allerdings muss der Anwender den Codec selbst installieren. Der Redmonder Konzern will sich damit gegen mögliche Lizenzprobleme wappnen, denn Google zieht das Recht auf die freie Nutzung des Codecs zurück, sollte jemand eine Patentklage einreichen.

Das US-Unternehmen MPEG LA ist bereits mit der Gründung eines Patentpools beauftragt worden, um bei möglichen Patentverletzungen durch den VP8-Codec Lizenzgebühren zu erheben.

Die MPEG LA, die auch den Patentpool rund um H.264 verwaltet, hatte angekündigt, zumindest für die Lizenzperiode vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2016 keine Lizenzgebühren für kostenlose Internetvideos zu verlangen.

Googles Browser steht für Windows, Mac OS X und Linux auf den Entwicklerseiten des Chromium-Projekts zum Download zur Verfügung(öffnet im neuen Fenster) .


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