Kachingle versus Flattr

Kachingle ist also ein Mikrobezahlsystem, das Flattr sehr ähnlich ist. Flattr hat der The-Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde erfunden und auf der diesjährigen Re:publica in Deutschland vorgestellt. Die beiden Angebote unterscheiden sich in praktischen Details: Bei Flattr lässt sich jeder einzelne Artikel mit einer kleinen Summe bedenken - bis hin zum Facebook-Eintrag. Bei Kachingle hingegen wird eine Seite, die der Nutzer wiederholt besucht, als Ganzes unterstützt.

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Typaldos ist dieser Unterschied wichtig, weil ihr Dienst einen gesellschaftlichen Aspekt haben soll. Denn wenn ein Nutzer über Kachingle Geld verteilt, kann er das zwar anonym tun, aber eigentlich soll er allen anderen zeigen, wen er unterstützt. Er arbeitet also so an seinem Image, "eine Onlinepersönlichkeit aufzubauen", nennt Typaldos das. Er präsentiert sich nicht nur als ideeller Unterstützer, sondern teilt "der Welt" mit, dass er sogar bereit ist, freiwillig Geld auszugeben; wenn er will, kann er das auch über Twitter und Facebook verbreiten. Das wiederum, so die Logik, regt andere dazu an, es ihm nachzutun. "Am Ende wollen das alle überall auf der Welt tun", glaubt sie.

Beide Systeme behalten übrigens von dem Geld, das der Nutzer einzahlt, "Transaktionskosten". Bei Flattr sind es derzeit zehn Prozent, bei Kachingle 15 Prozent, die hier zwischen dem Betreiber und Paypal aufgeteilt werden.

Freiwilligkeit statt Bezahlschranken

Beim Prinzip der Freiwilligkeit sind sich Flattr-Gründer Sunde und Kachingle-Erfinderin Typaldos aber ganz einig. Von spannenden Inhalten, die hinter Bezahlschranken versteckt werden, halten sie nichts. "Für die meisten wird das nicht funktionieren", sagt Typaldos mit Blick auf Verleger, die verstärkt über Bezahlinhalte nachdenken. Der Traffic sinke, die Werbeeinnahmen ebenso, kurz: "Die meisten werden es bereuen".

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Ihrer Auffassung nach werden die Mikrobezahlsysteme die Werbefinanzierung im Internet zwar nicht ersetzen, aber zumindest ergänzen. "Investigativer Journalismus lässt sich zum Beispiel nur schlecht durch Werbung für Kühlschränke bezahlen", sagt sie. Doch da die Nutzer solche Inhalte lesen wollten, könnten sie durch ihre Beiträge zur Finanzierung von Reportern beitragen.

Zunächst aber muss der Markt für freiwillige Mikrobezahlsysteme überhaupt etabliert werden. Deswegen heißt Typaldos Konkurrenten wie Flattr als Mitstreiter durchaus willkommen. Der Schwede Sunde hatte im April zu seinen Erfolgsaussichten Golem.de gesagt: "Ob es klappt oder nicht, ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, es überhaupt zu versuchen". Typaldos formuliert es mit typisch amerikanischer Bescheidenheit ein wenig anders: "Kachingle kann genutzt werden, um die Welt zu verändern".

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 Micropayment: Wie Kachingle mit Kleingeld die Welt verändern will
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Tabletick 27. Aug 2010

Ja, ja.. I just close any video immediately when I starts with commercials. No video can...

Kevin Gelking 13. Aug 2010

Ich hab' genau das gleiche Problem bei paypal, witzig nur, dass die gleiche Zahlung von...

ThSpeck 07. Jun 2010

Hier gibts nichts zu lesen.

Der Kaiser! 07. Jun 2010

Das Problem hierbei ist: Wer macht den ersten Schritt?



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