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Tablets aus Taiwan - die Uhr läuft

Wieder war für die Computex die Billig-Offensive für eine neue Gerätekategorie erwartet worden, und wieder findet die Revolution nicht statt. Dabei haben die taiwanischen Hersteller bei ihren Ankündigungen von eigenen Tablets diesmal vieles richtig gemacht. Spät dran sind sie trotzdem.

Man mag Apple lieben oder hassen, den Sinn oder Unsinn des iPads in Foren ad infinitum diskutieren - das Ding ist unbestreitbar ein Erfolg. Zwei Millionen verkaufte Geräte in zwei Monaten haben auch Apple derart überrascht, dass die Markteinführung für rest of world - lies: außerhalb der USA - verschoben werden musste.

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Der Bedarf für Computer ohne Tastatur ist im Moment also vorhanden, angekündigt wurde das iPad bereits Ende Januar 2010. Fast ein halbes Jahr sollte eigentlich für die kopierfreudigen taiwanischen Entwickler genug Zeit sein, um günstigere Versionen des Trendprodukts auf den Markt zu bringen. Eigentlich.

Das ist aber nicht passiert. Selbst Netbook-Pionier Asus hat mit seinem Eee Tablet nur ein funktionsloses Modell gezeigt, das immerhin in Design und Ausstattung überzeugend wirkt. Auch von MSI war eine ähnliche Studie zu sehen, auch hier: Marktstart und Preis unbekannt. Offenbar schallte das Lachen über die Vorstellung von Neofonies WePad mit einem Video unter Windows, das ein eigenes OS vorgaukelte, bis ins südchinesische Meer.

Ausgerechnet ein deutsches Unternehmen hat also vorgemacht, wie man es nicht macht. Der Ansehensverlust war groß, das Vertrauen ist durch eine Verspätung geschmälert und das Gerät - vermutlich aus markenrechtlichen Gründen - mittlerweile von WePad in WeTab umbenannt. Diese Blöße wollen die taiwanischen Hersteller sich nicht geben - nicht noch einmal. HTCs Touch war noch vor dem iPhone auf den Markt gekommen, enttäuschte jedoch vor allem durch eine nur flüchtig über Windows Mobile gestülpte Oberfläche.

Denn um die Benutzbarkeit, die intuitive Bedienung, geht es bei der neuen Gerätekategorie. Wenn die Hardware schon ungewohnt aussieht, darf man nicht auch die Software noch lange erklären müssen. Dass nicht die Hardware heute der größte Entwicklungsaufwand ist, haben auch die Chiphersteller erkannt: Ein neues Konsortium um ARM, IBM und Samsung und TI kümmert sich um schnellere Entwicklung des Software-Unterbaus. Die Prozessoren mit ARM-Architektur treiben fast alle mobilen Geräte wie Smartphones und Tablets an, auch das iPad. Intel hat hier - noch? - nichts zu melden.

Dass mit alten Softwarekonzepten kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, hat auch Microsoft erkannt. Zwar gibt es Tablets mit Windows 7, aber keine, die die Kombination aus Gewicht, Reaktionsgeschwindigkeit und Laufzeit des iPads erreichen. Das PC-Windows braucht eben Rechenleistung. Folglich ist Windows Embedded Compact 7 eine schlanke Neuentwicklung, kein aufgebohrtes Windows Mobile, es soll zudem konsequent auf Touchscreens ausgelegt sein. Und damit man das den Redmondern auch glaubt, haben sie es gleich zum freien Download zur Verfügung gestellt. Der Auslieferungstermin ist nicht von ungefähr Ende 2010.

Zeitlich wird es für echte iPad-Konkurrenten, auch unter Android, also ganz schön eng, denn das Weihnachtsgeschäft - in Europa noch wichtiger als in den USA - darf nicht verpasst werden. Damit das klappt, müssen die Geräte im September fix und fertig sein, denn produziert und verschifft werden müssen sie danach auch noch. Die Entwickler in Taiwan müssen sich sputen.

Falls sie überhaupt noch im Tablet-Markt mitspielen wollen, denn bisher wirkt das Engagement recht halbherzig. Die Angst vor dem hohen Maßstab, den Apple gesetzt hat, ist menschlich verständlich. Geschäftlich gesehen ist der Verlust von hohen Investitionen auch möglich, schließlich ist das iPad bisher vor allem ein Hype. Genauso gut kann die Kategorie der Consumer-Tablets aber auch ein langfristiger Markt werden. Wenn Taiwans IT-Branche hier nicht bald dagegen hält, ist wieder einmal ein Trend verpennt - und Apple kann auf Jahre Preise, Geschäftsmodelle und Funktionen diktieren. Das hatten wir alles schon mal.

So enttäuschend das Warten auf billigere und offenere Tablets sein mag: Taiwans Hardware-Industrie hat dennoch recht damit, nicht noch einmal unausgereifte Geräte auf den Markt zu werfen. Echte iPad-Alternativen wären schön - nur müssten sie bald erscheinen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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cartman 07. Jun 2010

vollkommen brainless... du stellst sogar unsere politiker in den schatten...

pads und so 07. Jun 2010

Bei Ereadern gibts vielleicht noch die wenigsten Patente. PDF ist zwar von Adobe, aber...

iLoveApple 06. Jun 2010

Ich finds immer wieder erfrischend, wie "weltoffen" doch der durchschnittliche...

paket manager 06. Jun 2010

Gleiche Infrastruktur wird vom Forum abgelehnt. J2ME läuft auf vielen Handies mit...

fucktheauthor 06. Jun 2010

"konnte damals schon das gleiche" bla bla "welches praktisch alles konnte" bla bla...



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