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Oak Trail: Intel will mit neuen Atoms in Tablets

Computex
Intel-Vize David Perlmutter hat auf der Computex eine nach eigenen Worten "ehrgeizige" Roadmap für den Atom-Prozessor vorgelegt. Ab sofort unterstützen zwei neue CPUs für Netbooks auch DDR3, Anfang 2011 soll eine neue Plattform sparsam genug für Tablets sein.
/ Nico Ernst
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Perlmutter bestätigte in seiner Computex-Keynote die neue Plattform "Oak Trail", zu der es im Februar 2010 erste Gerüchte gab. Das ist für eine neue Intel-Plattform ungewöhnlich, in der Regel kündigt der Chiphersteller in Roadmaps, die mindestens zwölf Monate umfassen, solche Initiativen selbst an. Oak Trail ist aber eine Reaktion auf den boomenden Markt für Tablet-Computer , denn in diese Geräteklasse sollen die neuen Atom-CPUs nach Intels Willen Einzug halten.

Intels Leiter der Mobilabteilung erwähnte die Tablets in seiner Rede ausdrücklich, geizte aber mit technischen Details. Lediglich dass die Oak-Trail-SoCs nur die Hälfte der Leistungsaufnahme von Netbook-Plattformen aufweisen sollen, gab er an. Gemessen am Atom N450 mit 5,5 Watt TDP, der bereits Grafik und Speichercontroller auf einem Die mit der CPU vereint, dürfte Oak Trail also auf etwa 2,5 Watt kommen. Das ist für Tablets immer noch viel, typische ARM-SoCs kommen mit etwa 1 Watt aus.

Unbestätigten Angaben zufolge soll Oak Trail von der nächsten MID- und Smartphone-Plattform Moorestown abstammen, mit einem wesentlichen Unterschied: Für Moorestown hat Intel viele PC-Altlasten wie ACPI gestrichen, was aber den Einsatz von bestehenden Betriebssystemen wie Windows nahezu unmöglich macht. Diese Bestandteile sollen in Oak Trail wieder eingebaut werden. Anfang 2011 sollen erste Geräte mit Oak Trail erscheinen.

Während bei den Tablets bisher vor allem andere Erfolge feiern, ist Intel bei den Netbooks kaum schlagbar. Laut David Perlmutter wurden in den vergangenen zwei Jahren weltweit 50 Millionen der Minicomputer mit Atom-Prozessoren verkauft. Die bisherigen Plattformen dafür laufen nun aber Gefahr, zu teuer zu werden, da sie nur DDR2-Speicher unterstützen. DDR3 ist an den DRAM-Börsen inzwischen durch die starke Verbreitung günstig.

Atom für Netbooks jetzt mit DDR3

Daher kommen nun mit dem Atom N455 (1,66 GHz) und dem N475 (1,83 GHz) zwei Prozessoren auf den Markt, deren Speichercontroller DDR3 unterstützen. Die beiden Atoms unterscheiden sich sonst nicht von den Modellen N450 und N470 der Pine-Trail-Plattform . DDR3-Speicher ist mit 1,5 Volt aber etwas sparsamer als DDR2 mit 1,8 Volt, was bei neuen Netbooks etwas längere Laufzeiten verspricht. Laut Intel werden die beiden neuen Netbook-Atoms ab sofort ausgeliefert, schon Ende Juni 2010 sollen die ersten Geräte damit verfügbar sein.

Ebenso gibt es jetzt mit dem D425 (1,66 GHz) und dem D525 (1,66 GHz) neue Atoms mit DDR3, die für Nettops und andere günstige Computer vorgesehen sind. Deren Leistungsaufnahme von 10 Watt beziehungsweise 13 Watt qualifiziert sie eigentlich nicht für Netbooks, beim D525 sind dafür aber auch zwei Kerne geboten. Dennoch stellte Intel mit der Designstudie Canoe Lake ein besonders flaches Netbook vor.

Canoe Lake ist nur 14 Millimeter dick und soll trotzdem die aktuellen Dual-Core-Atoms wie den D525 aufnehmen können - bei welcher Laufzeit, gab Intel nicht bekannt. Perlmutter betonte aber, das für Netbooks sehr flache Gerät weise auch ein neues Kühlkonzept auf, das Intel PC-Herstellern zur Verfügung stellen wolle.


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