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Schnellste Supercomputer: Platz zwei der Top500 rechnet mit GPUs

ISC
Zum Start der Konferenz ISC10 in Hamburg hat das Top500-Konsortium die neue Liste der schnellsten Supercomputer der Welt vorgestellt. Den zweiten Platz belegt darin das chinesische System "Nebulae", in dem neben Xeons auch 4.640 Tesla-Karten von Nvidia rechnen. Marktführer bei Supercomputern ist dennoch wieder IBM.
/ Nico Ernst
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Aus dem Stand kommt Nebulae(öffnet im neuen Fenster) als neue Maschine im Linpack-Benchmark mit einer Leistung von 1,271 Petaflops auf den zweiten Platz, seine theoretische Maximalleistung (Peak) liegt sogar bei 2,98 Petaflops. Für den ersten Platz in der Top500-Liste(öffnet im neuen Fenster) ist aber immer noch die dauerhafte Leistung mit Linpack entscheidend, und dort steht mit 1,759 Petaflops weiterhin das System Jaguar der US-amerikanischen Oak Ridge National Labs(öffnet im neuen Fenster) .

Während dieser Rechner von Cray aber ganz aus Opteron-CPUs besteht, ist Nebulae ein Hybridsystem. Der vom chinesischen Hersteller Dawning gebaute Supercomputer besitzt neben 9.280 Xeon-Prozessoren mit je sechs Kernen ( Westmere-EP, 2,66 GHz ) auch 4.640 von Nvidias Tesla-Karten. Diese Beschleuniger vom Typ C2050 mit Fermi-Architektur erreichen nach Angaben von Nvidia je 630 Gigaflops theoretischer Rechenleistung bei doppelter Genauigkeit. Schon der erste chinesische Top-10-Supercomputer, " Tianhe-1 ", war auch mit GPUs bestückt, er kam in der letzten Ausgabe der Liste auf Platz 5. Insgesamt stellt China nun 24 Rechner in der Top500-Liste.

Der schnellste europäische Supercomputer ist nach wie vor das System " JuGene " des Forschungszentrums Jülich, er liegt inzwischen auf Platz fünf. Mit 825,5 Teraflops kann der Rechner aber nicht dem Club der Petaflops-Computer beitreten. Der wird von seinem Gründungsmitglied " Roadrunner " von IBM eröffnet, der inzwischen durch Jaguar und Nebulae auf Platz drei verdrängt wurde.

Nachdem zuletzt HP die meisten der schnellsten Rechner gestellt hatte, kommt IBM nun durch viele kleinere Rechner mit 39,8 Prozent auf den ersten Platz der Hersteller von Supercomputern. HP ist mit 37 Prozent Anteil aber nur sehr knapp dahinter. Pionier Cray kommt inzwischen nur noch auf 4,2 Prozent, andere namhafte Hersteller wie SGI und Dell stellen unter 4 Prozent der 500 schnellsten Rechner der Welt.

Bei der Wahl der Prozessorarchitektur konnten Intel (81,6 Prozent) und AMD (9,4 Prozent) beide leicht zulegen, die Power-Prozessoren von IBM wurden weiter zurückgeworfen und stecken nun nur noch in 8,4 Prozent der Top500-Rechner. Der Trend geht klar zu mehr x86-Kernen: 425 der Supercomputer besitzen Quad-Cores, und schon in 25 Rechnern kommen CPUs mit sechs oder mehr Kernen zum Einsatz. Dabei werden die Maschinen immer öfter aufgerüstet statt ausgetauscht. Bereits Ende 2009 war beispielsweise Jaguar von Opterons mit vier Kernen auf Hexa-Cores umgerüstet worden.


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