Offene Multiplikatoren: Intels Übertakter-CPUs werden billiger (Update)
Gerüchte über die 'K-CPUs' von Intel, die so nach der Namenserweiterung in der Modellnummer bezeichnet werden, gab es schon seit Monaten. Der Chiphersteller hat sich die Vorstellung der neuen Produkte aber für den jetzt günstigen Zeitpunkt vorbehalten: AMDs Phenom II X6, der ebenfalls recht günstig ist, sorgt für Furore, und in der kommenden Woche startet die Computex in Taiwan.
Bisher sah Intel innerhalb einer Produktlinie meist nur einen Prozessor vor, bei dem sich der Multiplikator einstellen lässt, was Übertaktungen besonders einfach macht. Diese "Extreme Editions" waren aber stets sehr teuer. Seit mit der Nehalem-Architektur und deren Core-i-Prozessoren der Speichercontroller – und inzwischen auch die Grafik – in der CPU sitzen, ist eine Erhöhung des externen Taktes besonders riskant. Vor allem der integrierte Speichercontroller macht hohe Übertaktungen ohne extreme Kühlungen nur selten mit. Gleiches gilt für den PCIe-Root-Complex, den die neueren Nehalems bieten.
Da Overclocking, auch getrieben von Wettbewerben der Hardwarehersteller, aber immer beliebter wird und AMD zahlreiche "Black Editions" an allen Preispunkten anbietet, muss Intel nun seine seit 2003 strikte Modellpolitik der Extreme Editions aufgeben. Die K-CPUs bieten wie ihre großen Brüder einen offenen Multiplikator, zudem lassen sich auch Takt und Spannung für den Speichercontroller sowie die Cores einstellen. Das muss das jeweilige Mainboard aber unterstützen, so dass wie bei jeder neuen CPU ein BIOS-Update notwendig wird.
Intel bietet die K-Prozessoren offiziell nur als Boxed-Produkte. Anders als bei bisherigen Boxed-CPUs liefert Intel bei den beiden neuen Modellen keinen Kühler mit. Das schwarze Packungsdesign der Extreme-Editions bietet die K-Serie jedoch nicht, dafür prangt ein "Unlocked" auf der Schachtel. Zu teils sehr abweichenden Preisen werden die beiden neuen CPUs bei deutschen Versendern bereits gelistet, lieferbar sind sie jedoch noch nicht. Laut Intel werden sie aber an die Distributoren verschickt.
Nachtrag vom 28. Mai 2010, um 14:15 Uhr:
Anders als ursprünglich gemeldet, wird bei den beiden neuen Prozessoren kein Kühler mitgeliefert, die Meldung wurde entsprechend geändert. Intel Deutschland bestätigte das Fehlen des Kühlers auf Anfrage von Golem.de. Andere Boxed-Prozessoren von Intel werden weiterhin mit Kühlkörper, Lüfter und Wärmeleitmaterial geliefert.
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