WebM: VP8 ist Open Source
Geht es nach Google, spielt HTML5 eine zentrale Rolle für die Zukunft des Web. Schon heute übersteige das Suchvolumen von HTML5-fähigen Browsern das aller anderen Browser. Google selbst nutzt zunehmend HTML5-Funktionen in seinen Applikationen, beispielsweise um Drag-and-Drop von Dateianhängen in Google Mail zu ermöglichen und Nutzer über neue E-Mails zu informieren.
Besonders wichtig sei dabei das Thema Video. Daher gründet Google zusammen mit Mozilla und Opera das WebM-Projekt, um ein offenes Videoformat für das Web zu schaffen. Google steuert dazu den mit der Übernahme von On2 erworbenen Videocodec VP8 bei, der ab sofort komplett als Open Source unter einer BSD-Lizenz zur Verfügung steht. Der Code kann via Git(öffnet im neuen Fenster) heruntergeladen werden.
Dateien im WebM-Format folgen in ihrer Struktur dem Matroska-Container und verwenden VP8 für Video sowie Ogg Vorbis für Audio.
Chromium, Firefox und Opera unterstützen bereits WebM
Auf Browserseite unterstützen die am heutigen 19. Mai 2010 veröffentlichten Entwicklerversionen von Chromium(öffnet im neuen Fenster) , Firefox(öffnet im neuen Fenster) und Opera(öffnet im neuen Fenster) WebM. Chrome soll WebM im Rahmen des Early Access Release Channel ab 24. Mai 2010 beherrschen. Zudem wird Adobe WebM in Flash integrieren und will dafür sorgen, dass die meisten Rechner im Web innerhalb eines Jahres WebM unterstützen.
Google selbst wird VP8 auf Youtube einsetzen, um HTML5-Videos in Auflösungen ab 720p abzuspielen. Um dies zu testen(öffnet im neuen Fenster) , muss die HTML5-Beta von Youtube(öffnet im neuen Fenster) aktiviert werden. Bei den Videos muss dann der Parameter "&webm=1" in der URL eingefügt werden. So lassen sich dann beispielsweise Trailer in WebM(öffnet im neuen Fenster) anschauen.
Um Videos im WebM-Format zu erstellen, bietet Google diverse Werkzeuge(öffnet im neuen Fenster) an. So stehen ab sofort Patches für FFmpeg in der Revision #23165 zur Verfügung, die FFMpeg um Unterstützung für VP8 und WebM erweitern. Für Windows stehen Directshow-Filter zur Verfügung. Ein VP8-SDK erlaubt es zudem, eigene Encoder und Decoder zu entwickeln. Auch einige kommerzielle Tools wie On2 Flix, Sorenson Squish, Wildform Flix und Zencoder beherrschen WebM.
Arbeiten an WebM sind noch in vollem Gange
Noch sind die Arbeiten an WebM nicht abgeschlossen. Die aktuelle Previewversion benötige daher mehr Rechenleistung, als für die finale Version angepeilt ist. Details zum WebM-Projekt finden sich unter webmproject.org(öffnet im neuen Fenster) .
Florian Müller vom europäischen Projekt NoSoftwarePatents kritisiert allerdings, dass Google keine konkreten Aussagen zu Patenten auf VP8 gemacht hat. Google habe lediglich darauf hingewiesen, dass das Unternehmen einige Patente an WebM halte, aber keine Angaben zu möglicherweise von anderen gehaltenen Patenten gemacht. Er fordert Google auf, eine gut dokumentierte Patentrecherche durchzuführen, auf die sich Drittentwickler bei möglichen Angriffen berufen können.
Zum Thema Hardwarebeschleunigung von WebM und VP8 machte Google bislang kaum Angaben. Auf der Partnerliste des WebM-Projekts finden sich aber diverse Chiphersteller, darunter AMD, ARM, Broadcom, Freescale, Marvell, Mips, Nvidia, Qualcomm und Texas Instruments. Es ist also damit zu rechnen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die ersten Chips WebM und VP8 in Hardware beschleunigt decodieren und bei Bedarf auch codieren können. Mozilla hat derweil Code zur Hardwarebeschleunigung von Ogg Theora(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.
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