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Wikileaks: Julian Assange in seinem Heimatland festgehalten

Bei der Einreise in Australien musste Wikileaks-Aktivist Julian Assange vorübergehend seinen Pass abgeben. Die Behörden durchsuchten seine Taschen und befragten ihn zu seinen früheren Hackervergehen. Bei der Rückgabe des Passes teilte man ihm mit, das Dokument könne unter Umständen ungültig werden, denn es sehe abgegriffen aus.
/ Jörg Thoma
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Assange ist ins Visier der australischen Behörden geraten, nachdem Wikileaks(öffnet im neuen Fenster) eine Liste von Webseiten veröffentlichte, die von den Netzsperren des Landes bedroht waren. Nach der Veröffentlichung landete Wikileaks selbst auf der Liste. Die dafür zuständige Behörde ACMA beschwerte sich beim zuständigen Ministerium, die die Australian Federal Police (AFP) mit Ermittlungen gegen Wikileaks beauftragte. Das erfuhr Assange aus einem Schreiben des Ministers für Kommunikation Steven Conroy an ihn.

Interview mit Daniel Schmitt von Wikileaks auf der republica 2010
Interview mit Daniel Schmitt von Wikileaks auf der republica 2010 (05:23)

Die Sperrlisten sollten ursprünglich vor allem den Zugang auf kinderpornografische Webseiten auf dem Kontinent sperren. Auf den von Wikileaks veröffentlichten Listen fanden sich allerdings auch harmlose Webseiten für Schwule und Lesben, ebenso wie einige Wikipedia-Seiten sowie Internetseiten christlicher und anderer religiöser Randgruppen.

In Australien war Assange in den frühen neunziger Jahren bereits wegen Hackervergehen angeklagt und verurteilt worden. Damals musste er eine Geldstrafe zahlen, unter anderem für Einbrüche in die Computer der australischen Polizei und der amerikanischen Armee.

Assange nannte neben seinem Heimatland Australien auch die Schweiz, Dubai und die Cayman Inseln als Länder, in die es für ihn unklug wäre, einzureisen. Alle drei ermitteln wegen der Verletzung des Bankgeheimnisses.

Genau auf solche Informanten zielt Wikileaks, das die größtmögliche Anonymität seiner Quellen gewährleisten will – im Englischen nennt man solche Quellen Whistleblower. Um Informanten und sich selbst zu schützen, bleiben die gut 1.000 freiwilligen Mitarbeiter im Verborgenen. Lediglich Assange und Daniel Schmitt, der unter falschem Namen auftritt, kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit, um, wie Assange sagt, den Lügen entgegenzuwirken, die über sie und Wikileaks verbreitet wurden.

Dort tauchte auch ein Papier auf, in dem das National Ground Intelligence Center der US-Amerikanischen Armee (NGIC)(öffnet im neuen Fenster) Überlegungen anstellte, wie man die Webseite und seine Mitarbeiter diskreditieren könne. Zuletzt war Wikileaks mit der Veröffentlichung eines Videos bekanntgeworden, die den Angriff eines amerikanischen Kampfhubschraubers(öffnet im neuen Fenster) auf irakische Zivilisten aus der Perspektive der Piloten zeigt.


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