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Googles Ausreden zum WLAN-Scan sind unglaubwürdig

Es geht um Privatsphäre und um das Vertrauen, um das Google immer wieder wirbt. "Don't be evil?" - ja. Aber dann gilt ebenso: "Don't be messy!". Vor allem nicht mit Daten, die nicht für den Empfänger bestimmt sind - mit persönlichen Daten, dem Login für eine Flirtseite oder gar fürs Onlinebanking.

Artikel veröffentlicht am ,

Marktmacht und Größe von Google spielen dabei keine Rolle. Sie interessieren allenfalls Branchenbeobachter und Analysten, vielleicht noch Politiker - den Bürgern, die sich ausgespäht fühlen, ist das herzlich egal. Die Aufregung um das Belauschen von offenen WLANs rührt aus einem Eindringen ins persönliche Umfeld, nicht aus einer diffusen Angst vor dem mächtigsten Datensammler der Welt.

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Dass Daten in Deutschland manchmal noch über unverschlüsselte WLANs laufen, ist nicht den Benutzern anzukreiden. Viele von ihnen haben den Router vor Jahren von ihrem Provider bekommen, ohne Hinweis, dass man da erst noch etwas von Hand einstellen müsste, "verschlüsseln" oder so. Diese Geräte laufen seitdem nonstop und offen, und es liegt an den Providern, ihre Kunden aufzuklären.

Die Street-View-Autos fahren mindestens seit 2007 in der Welt herum, seitdem gibt es den Dienst in den USA. In all der Zeit will niemand bemerkt haben, dass auch Nutzdaten von WLANs mitgeschnitten wurden? Eine lächerliche Annahme. Gerade wenn, wie so schön in romantischer Start-up-Verklärung beschrieben, intelligente Menschen mit Technik spielen dürfen, dann schauen diese Menschen sich auch an, was sie da einsammeln. Und was man dann damit anstellen kann.

Googles als vorauseilender Gehorsam verkaufte Erklärung und Löschung der Daten erinnert mich an das Verhalten von Politik und - in der jüngsten Vergangenheit - anderen Institutionen, die immer genau das zugeben, was ihnen einen Tag später sowieso nachgewiesen werden würde. Es macht die Sache kein bisschen besser.

Google agiert mit Street View genauso wie Youtube in seinen Anfangstagen: Das Videoportal bestand zunächst auch fast ausschließlich aus Urheberrechtsverletzungen, war aber schon so groß und erfolgreich, dass es sich nicht mehr bekämpfen ließ. Das macht auch Google, das Youtube schließlich übernommen hat: Fakten schaffen, nicht nach der genauen Rechtslage fragen und einen Dienst erstellen, den viele Leute nutzen wollen. Die bilden dann die Lobby, damit das Angebot bleiben darf.

Dabei gäbe es einen Weg, Vorhaben wie die Digitalisierung jedes Wohnhauses wirklich offen und unangreifbar durchzuführen: indem Google vorher mit den Datenschützern und Politikern spricht, seine Methoden offenlegt und gemeinsam Feldversuche anstellt. Dann wird ausgewertet, werden Grenzen gesetzt und das Projekt wird als Public Private Partnership angekündigt. Das ist für alle Beteiligten wesentlich bessere PR als ein weiterer Datenskandal.

Natürlich braucht das mehr Zeit und es ist schwieriger. Bei einem Dienst, der das private Umfeld jedes Menschen berührt, wäre es aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Siehe dazu auch die Gegenposition: Viel Wirbel um Googles dummen Fehler.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)



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Tingelchen 20. Mai 2010

Das hat mit Arroganz nichts zu tun. Wenn man keine Ahnung von etwas hat, dann holt man...

Tingelchen 20. Mai 2010

Ach was.... Ich mach die Augen zu dann sehen sie mich nicht.

jaaaa 19. Mai 2010

Stimmt echt. Gerade wenn es noch ein IMHO Beitrag ist. Und ja, offene wlans sind auch...

2cent 19. Mai 2010

Einerseits musst man eben auch mal einsehen, dass ein Computer und die ganze IT beworben...

Verständlich 19. Mai 2010

Was durchaus verständlich ist. Die Rohdaten werden durch Algorithmen nach brauchbaren...


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