Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

CPU-Z für Windows: Was tun Prozessor, Chipsatz und RAM gerade - und warum?

Werkzeugkasten
Nicht nur Übertakter schätzen das kleine Programm "CPU-Z". Es zeigt nicht nur Frequenzrekorde, sondern auch, welcher Prozessor überhaupt im System steckt. Zudem gibt es die Daten von Speichermodulen und Grafikkarten preis. Auch beim Stromsparen kann das Tool helfen.
/ Nico Ernst
88 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

CPU-Z kann weit mehr als nur anzeigen, mit welchem Takt der Prozessor gerade läuft – wobei allein diese Angabe sehr wertvoll sein kann: Sind etwa im BIOS die Stromsparfunktionen wie Speedstep (Intel) oder Cool'n'Quiet (AMD) abgeschaltet, kann der Prozessor unter Umständen seine Frequenz nicht senken. Die CPU nimmt dann mehr Leistung auf als nötig wäre.

Neben dem Takt zeigt das Programm auch an, welcher Prozessor, Chipsatz, Speichertyp und welche Grafikkarte im PC stecken. Wenn sich das bei einem Rechner im Laden testen lässt, kann so auch ein vermeintliches Sonderangebot mit einer Fantasiebezeichnung für den Prozessor leicht entlarvt werden.

Golem.de – Werkzeugkasten – CPU-Z
Golem.de – Werkzeugkasten – CPU-Z (01:26)

Der Einsatz auf fremden Rechnern ist dabei ganz einfach, weil CPU-Z keine Installation benötigt. Es lässt sich auch von einem USB-Stick direkt starten, nachdem das Downloadverzeichnis in einen eigenen Ordner entpackt wurde. Da das Programm auch eigene Dateien erzeugen kann, sollte es in ein Verzeichnis installiert und nicht etwa auf dem Desktop abgelegt werden.

Mit den sieben Karteikarten "CPU", "Caches", "Mainboard", "Memory", "SPD", "Graphics" und "About" stellt CPU-Z die Daten eben dieser Geräte dar. Beim Prozessor gibt es auch gleich noch den Codenamen, die Cachegrößen und das Stepping. Letzteres bezeichnet die Revision des Prozessors, neuere Steppings bringen meist Fehlerbereinigungen und mehr Sparsamkeit. Auch das kann ein Kaufkriterium sein. Ebenso lässt sich auch ohne Neustart feststellen, ob die aktuelle BIOS-Version installiert ist. Bei allen Aktionen gilt: Der Einsatz von CPU-Z ist risikolos, weil das Programm nur anzeigt, was der PC tut, aber keine Änderungen an Einstellungen vornimmt.

Unter dem Menüpunkt "Memory" stellt das kleine Tool dar, mit welchen Speichertimings die Module laufen und in welchen Slots sie stecken. Ein voll belegter Rechner lässt sich immerhin nur durch Entfernen von Speichermodulen sinnvoll aufrüsten. Das Auslesen der Speichertimings gelingt dem Programm aber nicht immer zuverlässig, da es sich – wie auch bei allen seinen anderen Funktionen – auf einen Mix aus systemnaher Programmierung und die Angaben von BIOS und dem ACPI-System verlassen muss. Vieles, etwa den Takt, misst CPU-Z aber auch selbst.

Schwierigkeiten mit Notebooks, aber ständige Updates

Während das Programm auf Desktop-PCs in der Regel sehr zuverlässig funktioniert, konnte Golem.de vor allem bei Mobilrechnern immer wieder beobachten, dass CPU-Z unsinnige Werte anzeigt. Das deutet nicht immer auf einen Fehler am Notebook hin, da viele Hersteller von mobilen PCs proprietäre Funktionen unter anderem für die Sparmechanismen einsetzen. Unter voller Last gab CPU-Z aber bisher stets einen sinnvollen Wert für den Prozessortakt an.

Generell sollte der Anwender die Angaben des Tools genau interpretieren können: Der Takt der Grafiklösung beispielsweise wird meist geringer ausfallen als vom Hersteller beworben, falls nicht gerade eine Anwendung läuft, die von den 3D- und Rechenfunktionen der GPU Gebrauch macht. Moderne Grafikprozessoren takten sich fast ebenso oft herunter wie CPUs, vor allem im 2D-Betrieb.

CPU-Z wird ständig weiterentwickelt, teilweise auch mit – inoffizieller – Hilfe der Prozessorhersteller. Diese setzen das Programm auch selbst für Presseveranstaltungen ein. Die aktuelle Version trägt die Nummer 1.54, sie läuft unter allen Windows-Versionen ab XP, was auch die 64-Bit-Ausgaben der Betriebssysteme einschließt. Der größte Fehler lauert derzeit im Zusammenspiel mit AMDs neuem Phenom II X6 mit sechs Kernen: Hier zeigt CPU-Z die Takterhöhung per Turbo-Core nur selten an, weil AMDs Mechanismus dafür anders funktioniert als bei Intels Turbo-Boost.

Neben der offiziellen Version, die kostenlos bei CPUID.com(öffnet im neuen Fenster) erhältlich ist, erscheinen immer wieder auch Betas und von Anwendern veränderte Ausgaben, die bestimmte Probleme lösen sollten, auf anderen Webseiten. Von diesen ist jedoch abzuraten, weil neue Hardware auch von den offiziellen Ausgaben oft Monate vor dem Marktstart schon erkannt wird. Manche Schwierigkeiten, etwa die langsame Erkennung von vielen Geräten am PCI-Bus, lassen sich auch durch eine Anpassung der ini-Datei von CPU-Z beheben, was das Entwicklerteam auf seiner Webseite dokumentiert hat(öffnet im neuen Fenster).

Der Werkzeugkasten von Golem.de ist eine Sammlung kleiner Hilfsprogramme, die die Redaktion einsetzt. Vielleicht gibt es Alternativen, die ein Problem besser lösen? Wir freuen uns über Rückmeldungen und Tipps zu vergleichbaren Werkzeugen – auch für andere Betriebssysteme – im Forum.


Relevante Themen