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Handybausteine: Will Intel Infineons Mobilfunksparte übernehmen?

Nach Informationen der Financial Times Deutschland verhandelt Intel mit Infineon über eine Übernahme. Der weltgrößte Halbleiterhersteller plant demnach, Infineons Abteilung für Handybausteine zu übernehmen – entsprechende Chips hat Intel nämlich noch nicht im Angebot.
/ Nico Ernst
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Die FTD nennt(öffnet im neuen Fenster) für ihren Bericht namentlich keine Quellen, gibt aber aus Kreisen von Infineon an, die Verhandlungen zwischen Intel und Infineon liefen bereits "intensiv" . Während Intel bei Funkmodulen für WLAN und WiMax seit Jahren gut aufgestellt ist, hat sich der Konzern bisher nicht mit Produkten an Mobilfunkbausteinen für Standards wie GSM oder UMTS versucht. In diesem Bereich ist aber Infineon nach langer Krise einer der größten Anbieter.

Das Münchner Unternehmen – auch die Deutschlandzentrale von Intel befindet sich in der bayerischen Landeshauptstadt – hatte in den vergangenen Jahren seine Mobilfunksparte mühsam saniert, fiel aber dennoch gegenüber Anbietern wie ST Ericsson und Qualcomm weiter zurück. Die FTD erwartet bei einer Übernahme einen Milliardenerlös für Infineon.

Intel plant seit Jahren einen Einstieg ins Geschäft mit Smartphones , spätestens die nächste Generation der Atom-Prozessoren (" Medfield ") soll dafür geeignet sein. Dafür sah Intel zunächst eine Partnerschaft mit TSMC vor, welche die Atom-Kerne in SoCs integrieren sollten, dies ist jedoch bis auf weiteres verschoben. Auch mit Nokia kooperiert Intel , hier geht es nicht nur um Handydesigns und das Betriebssystem Meego , sondern auch um Chipdesigns.

Sollte sich Intel wirklich Infineons Handysparte einverleiben, könnte das Unternehmen sein erfolgreiches Konzept der Plattformen auch bei Smartphones fortführen. Bei PCs ist Intel mit dem Angebot von Prozessor, Chipsatz und bei Notebooks auch WLAN-Modulen sehr erfolgreich. Die Bundle-Angebote erlauben nicht nur eine flexible Preisgestaltung, Intel entwickelt auch Referenzdesigns, damit Dritthersteller neue Produkte schneller auf den Markt bringen können. Dass manche Bausteine nur im Paket zu attraktiven Preisen angeboten werden, sorgte aber bei Konkurrenten auch schon für Kritik.


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