Abo
  • Services:

Diaspora

150.000 US-Dollar für freien Facebook-Konkurrenten

Während Facebook die Nutzer wegzulaufen drohen und das Unternehmen in dieser Woche eine Krisensitzung abgehalten haben soll, nimmt Diaspora immer mehr an Fahrt auf. Das noch in Entwicklung befindliche freie, dezentrale, soziale Netzwerk wird immer bekannter und erhält auch immer mehr finanzielle Unterstützung.

Artikel veröffentlicht am ,
Diaspora: 150.000 US-Dollar für freien Facebook-Konkurrenten

Die vier US-Informatikstudenten Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer und Ilya Zhitomirskiy wollten eigentlich über die Fundraising-Website Kickstarter 10.000 US-Dollar sammeln, um sich dann in den Semesterferien voll auf die Diaspora-Weiterentwicklung konzentrieren zu können. Innerhalb weniger Tage lagen sie deutlich darüber, die Spendenversprechen sind mittlerweile auf über 150.000 US-Dollar gestiegen. Dahinter stehen über 4.100 Unterstützer.

Stellenmarkt
  1. B. Strautmann & Söhne GmbH & Co. KG, Bad Laer
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg

Das Interesse an Diaspora begründet sich aus Facebooks immer geringerem Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer, den Datenpannen verschiedener sozialer Netzwerke und der Unsicherheit durch etwa aus MeinVZ, StudiVZ und SchülerVZ mittels Crawler ausgelesenen öffentlichen und teils privaten Daten (Die VZ-Netzwerke gehören wie Golem.de zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck).

  • Finanziell gesichert: Am Vormittag des 15. Mai 2010 wurden die 150.000 US-Dollar erreicht, um 16:40 Uhr am selben Tag waren es bereits über 160.000 US-Dollar.
Finanziell gesichert: Am Vormittag des 15. Mai 2010 wurden die 150.000 US-Dollar erreicht, um 16:40 Uhr am selben Tag waren es bereits über 160.000 US-Dollar.

Dazu kommen noch verschiedene kritische Testberichte zur Datensicherheit, etwa von Stiftung Warentest und Öko-Test, die das Vertrauen in Facebook und Co. nicht unbedingt stärken. Vor allem Facebook hat mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen und tut sich nicht nur schwer damit, auf die Ängste der Nutzer zu reagieren, sondern auch die Richtung vorzugeben und damit Vertrauen zu schaffen. Immerhin soll es in dieser Woche aber schon eine Krisensitzung bei Facebook gegeben haben.

Da mit den Nutzern noch nicht offen diskutiert wird, gründen die mittlerweile ihre eigenen Facebook-Gruppen zum Thema Datenschutz - jüngst kam auch eine mit dem Titel 'Facebook User emigrieren zu Diaspora' hinzu. Sie hat noch nicht viele Mitglieder, zeigt aber, dass das Interesse für einen Wechsel zu einer neuen Art von sozialen Netzwerk vorhanden ist - und dass das durchaus eine Bedrohung für die etablierten Social Networks werden kann.

Der Begriff Diaspora stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Verstreuung", "sich zerstreuen" oder "ausstreuen", womit die Entwickler auf die dezentrale Struktur ihres sozialen Netzwerks hinweisen wollen. Zwar muss jeder Nutzer laut www.joindispora.com seinen eigenen Diaspora-Server betreiben, diese "Diaspora-Seeds" sollen sich aber sehr einfach einrichten lassen. Der große Vorteil dabei: Anders als bei zentralen sozialen Netzwerken soll der Nutzer bei Diaspora die volle Kontrolle über seine persönlichen Daten, Fotos und Videos behalten.

Bisher existiert von Diaspora nur ein funktionsfähiger Prototyp, zur geplanten Veröffentlichung Ende Sommer 2010 soll es eine dokumentierte API inklusive Quellcode und Basisfunktionen geben. In späteren Versionen könnten dann etwa auch Instant Messaging und Internettelefonie hinzukommen. Damit Diaspora zur offenen, freien und sicheren Alternative für Facebook und andere soziale Netzwerke werden kann, ist also noch einiges an Arbeit vonnöten.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 99,90€
  2. 249€ + Versand
  3. ab 225€
  4. 58,99€

Gedankengut 17. Mai 2010

Die kompletten Datensätze auf zentralen trusted servern abzulegen würde den...

shoopy 17. Mai 2010

Spenden = flexibles Bezahlen :-)

Anonymer Nutzer 16. Mai 2010

Man muss doch keine richtigen Angaben machen bei FB oder Twitter. Und was man so...

Hui 16. Mai 2010

Habe mal ein wenig in das Video geschaut. Diese grünhörnigen Absolventen sollen solch ein...

mvoetter 16. Mai 2010

http://www.plum.com/de/ Nokia kauft Plum https://www.golem.de/0909/69763.html


Folgen Sie uns
       


Nokia 9 Pureview - Hands on (MWC 2019)

Das neue Nokia 9 Pureview von HMD Global verspricht mit seinen fünf Hauptkameras eine verbesserte Bildqualität. Wir haben das im Hands on überprüft.

Nokia 9 Pureview - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Echo Wall Clock im Test: Ach du liebe Zeit, Amazon!
Echo Wall Clock im Test
Ach du liebe Zeit, Amazon!

Die Echo Wall Clock hat fast keine Funktionen und die funktionieren auch noch schlecht: Amazons Wanduhr ist schon vielen US-Nutzern auf den Zeiger gegangen - im Test auch uns.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Amazon Echo Link und Echo Link Amp kommen mit Beschränkungen
  2. Echo Wall Clock Amazon verkauft die Alexa-Wanduhr wieder
  3. Echo Wall Clock Amazon stoppt Verkauf der Alexa-Wanduhr wegen Technikfehler

TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?
Linux
Wer sind die Debian-Bewerber?

Nach schleppendem Beginn stellen sich vier Kandidaten als Debian Project Leader zur Wahl. Zwei von ihnen kommen aus dem deutschsprachigen Raum und stellen Golem.de ihre Ziele vor.
Von Fabian A. Scherschel

  1. Betriebssystem Debian-Entwickler tritt wegen veralteter Werkzeuge zurück
  2. Linux Debian-Update verhindert Start auf ARM-Geräten
  3. Apt Bug in Debian-Paketmanager feuert Debatte über HTTPS an

    •  /