Twitter und Meinungsforschung

Kurznachrichten offenbaren Meinungstrends

Der Microblogging-Dienst Twitter lässt sich als Instrument für die Meinungsforschung nutzen, haben US-Wissenschaftler herausgefunden. Sie analysierten Tweets und verglichen die Ergebnisse mit denen aus Umfragen. Dabei ergaben sich Übereinstimmungen. Zumindest ein Stimmungsbild lasse sich damit erstellen, so ein Forscher.

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Twitter und Meinungsforschung: Kurznachrichten offenbaren Meinungstrends

Forscher der Carnegie Mellon Universität (CMU) in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania haben herausgefunden, dass sich der Microblogging-Dienst Twitter als Instrument zur Meinungsforschung eignet. Zumindest politische Tendenzen ließen sich aus den Twitter-Nachrichten extrahieren, erklären sie.

Tweets über Politik oder Wirtschaft

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Für das Projekt hatten Wissenschaftler mit Hilfe von Computerprogrammen gut eine Milliarde der Kurzmeldungen aus den Jahren 2008 und 2009 analysiert. Mit Hilfe von Textanalyseverfahren suchten sie nach Tweets, die Aussagen über Politik oder Wirtschaft enthielten und nach einer Bewertung. Diese Ergebnisse verglichen sie dann mit Umfragen von Meinungsforschungsinstituten wie Gallup oder dem Index of Consumer Sentiment (ICS).

Dabei stellten sie zum Teil sehr hohe Übereinstimmungen der Ergebnisse fest. So ließ sich etwa aus den Twitter-Nachrichten die gleiche Tendenz im Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ableiten wie aus dem ICS: Beide zeigten eine sinkende Kurve über das Jahr 2008 und eine Erholung Anfang 2009. In der Beurteilung der Arbeit von US-Präsident Barack Obama ließ sich bei Twitter der gleiche Abwärtstrend feststellen wie in den herkömmlichen Umfragen.

Allerdings tauge diese Methode derzeit noch nicht, um die konventionelle Marktforschung zu ergänzen oder gar abzulösen, erklärt Noah Smith, Spezialist für Sprachtechnologien und Maschinenlernen an der CMU. Zum einen stehe die Entwicklung der sozialen Medien noch am Anfang, zum anderen seien die Werkzeuge zur Auswertung der Tweets noch nicht ausgereift.

Rauschen erkennen und kompensieren

Tendenzen ließen sich darüber aber sehr wohl erkennen. "Mehr als sieben Millionen Twitter-Nachrichten am Tag ermöglichen es uns ganz gut, eine Stimmung in der Bevölkerung auszumachen", so Smith. "Die Resultate enthalten viel Rauschen, was bei Umfragen auch so ist. Während die Meinungsforscher aber gelernt haben, solche Verfälschungen auszugleichen, versuchen wir derzeit erst, das Rauschen in unseren Daten zu erkennen und zu verstehen. Angesichts dessen freut es mich sehr, dass wir überhaupt Daten aus sozialen Medien gewonnen haben, die mit denen aus Umfragen übereinstimmen."

Smith und seine Kollegen wollen ihre Forschungsergebnisse Ende des Monats auf einer Konferenz über Blogs und soziale Medien vorstellen, die von der Association for the Advancement of Artificial Intelligence veranstaltet wird.

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