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Spieletest Lost Planet 2: Planetarischer Mehrspielerkrieg

Teil 2 der Sci-Fi-Saga Lost Planet bietet keinen echten Einzelspielermodus mehr, sondern konzentriert sich auf Mehrspielerpartien. Entwickler Capcom übertrifft beim Onlinemodus das hauseigene Resident Evil 5. Das reicht aber nicht aus, um Uncharted 2 , Left 4 Dead 2 oder Battlefield Bad Company 2 das Wasser zu reichen.
/ Michael Wieczorek
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Ein kurzer Prolog in der Schneewüste, danach ist in Lost Planet 2 bei den Umgebungen Abwechslung angesagt. Spieler sind in Wäldern, unter Wasser, im Dschungel und in der Wüste unterwegs. Teil 1 spielte noch ausschließlich in verschneiten Regionen.

Lost Planet 2 – Trailer von der Tokyo Game Show 2009
Lost Planet 2 – Trailer von der Tokyo Game Show 2009 (03:57)

Auf den ersten Blick wirkt Lost Planet 2 trotzdem wie sein Vorgänger. Es ist ein Shooter aus der Verfolgerperspektive, in dem vorrangig auf insektenähnliche Aliens geballert wird. Deren verwundbarste Stellen glühen Lost-Planet-typisch in auffälligem Orange, damit der Spieler sie nicht verfehlt. Ab und zu steigen Spieler in Mech-ähnliche Roboter und stapfen explosiv bewaffnet in den Kampf.

Das Spiel bietet eine Kampagne, die nur aus zusammenhanglosen Storyfetzen besteht. Der Spieler ist niemals allein unterwegs, sondern hat jederzeit drei KI-gesteuerte Kameraden um sich, die Fantasienamen von möglichen Xbox-Live- oder PSN-Mitspielern tragen. Es ist also klar: Lost Planet 2 ist nicht für Solospieler gedacht.

Die Missionen setzen stark auf Teamplay, das die KI-Kameraden nicht beherrschen. Sie flankieren die Gegner nicht, kommen nicht zu Hilfe und schießen in der Regel worauf sie wollen. Damit unterscheiden sie sich wenig von echten Zufallsmitspielern aus dem Internet, aber sehr wohl von ein paar guten Freunden, die sich über ein Headset absprechen.

Neben der Koop-Kampagne bietet Lost Planet 2 auch Mehrspielermodi, in denen zwei Teams gegeneinander antreten. Diese bieten alle genreüblichen Spielvarianten und sind der Teil von Lost Planet 2, der den höchsten Spielspaß bringt – sofern der Spieler sich vorher an die Steuerung gewöhnt hat. Trotzdem: Verglichen mit Uncharted 2 oder einem der vielen Multiplayer-Shooter auf der Xbox 360 schneidet Lost Planet 2 schlechter ab.

Episches Spielgefühl und exklusive Charaktere

Lost Planet 2 sieht schick aus. Der Titel verwendet die MT Framework Engine, die schon Resident Evil 5 zu einem Hingucker gemacht hat. Die Spielwelt ist gespickt mit vielen liebevollen Details und Objekten – fast schon zu vielen. Im Dschungel sieht der Spieler vor lauter Bäumen und Sträuchern die Spielfigur fast nicht mehr. Die Missionsziele erklärt das Spiel schlecht, sie gehen im allgemeinen Kampfgetümmel unter.

Überhaupt fehlt es Lost Planet 2 an Übersichtlichkeit. Das spontane Umschauen um 90 Grad mit den Schulterknöpfen sorgt zwar für schnelle Reaktionsmöglichkeiten, fühlt sich aber unnatürlich an. Auch das Hauptmenü ist überfrachtet mit Optionen, Leaderboards und Statistiken.

Während die Menüführung somit verwirrend ist, kann das Design der Charaktere und Monster nicht hoch genug gelobt werden. Gerade die Bosskämpfe sind imposant präsentiert, beeindrucken mit flüssigen Animationen und vermitteln ein episches Spielgefühl, zu dem auch der gelungene Soundtrack beiträgt.

Lost Planet 2 ist für Xbox 360 und Playstation 3 erschienen und kostet knapp 70 Euro. In der Xbox 360 Version können Spielfiguren aus Gears of War freigespielt werden. Die PS3-Fassung enthält ein exklusives Kostüm aus der Monster-Hunter-Serie.

Fazit

Solospieler brauchen nicht darüber nachzudenken, ob sie sich Lost Planet 2 zulegen sollen: Alleine macht es keinen Spaß! Mit bis zu drei Freunden ist es dagegen in späteren Levels ein anspruchsvoller Koop-Shooter, der vorrangig durch gute Grafik und gelungenes Gegnerdesign besticht.

Die Mehrspielermodi, in denen zwei Teams gegeneinander antreten, sind mit fast Battlefield-ähnlichen Spielmechaniken die größte Stärke von Capcoms Shooter. Aber auch da sorgt auf Dauer die Bedienung für Frust, was Mehrspielerfreunde wohl bald zu einer der vielen Alternativen greifen lässt.


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