Elektroautos nur mit staatlicher Unterstützung?

Auch Frankreich hat eine Subvention von 5.000 Euro eingeführt und für Verbrennungsmotoren eine Besteuerung von 3.000 Euro eingeführt. Ihrer Ansicht nach gibt es genügend Dumme, die für die Schlauen zahlen, die auf den Elektroantrieb setzen. Für die Regierung ist das kostenneutral. Es ist nur eine Umverteilung von den Dummen zu den Schlauen. Das dient dem Zweck. Viel mehr ist nicht nötig. Wenn Deutschland sich dagegen entscheidet, werden wir als Infrastrukturanbieter uns fragen: Wo investiere ich meinen nächsten Euro?

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Handelsblatt: Schaffen wir den Wandel nur mit Staatsunterstützung?

Agassi: Die Grundsatzfrage lautet, ob die Branche auf eigenen Füßen stehen kann. Werden Elektroautos ohne staatliche Unterstützung erschwinglich sein? Die Antwort lautet unbedingt ja. Solange wir nicht die notwendige Größenordnung für Skaleneffekte erreicht haben, brauchen wir Staatshilfen. Es geht dabei um den Aufbau einer neuen Industrie.

 
Video: Shai Agassi, CEO Betterplace

Handelsblatt: Ist die Autoindustrie denn bereit für den radikalen Wandel?

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Agassi: Zum Glück gibt es auch visionäre Leute wie etwa Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn. Er führt die Industrie beim Übergang zur Elektromobilität an. Es gibt aber auch weitere Veränderer: GM-Chef Ed Whitacre versteht als ehemaliger ATT-Chef das Betreibermodell, Marchionne sprengt bei Fiat/Chrysler das Althergebrachte und Alan Mulally stammt aus der Flugzeugindustrie. Es gibt also viele Manager, die sich mit Brüchen und Übergängen auskennen und darauf vorbereitet sind. Alle sehen die Überkapazitäten der Branche und die Rolle Chinas als neuer Spieler.

Handelsblatt: Welche Rolle spielt Renault-Chef Ghosn?

Agassi: Ohne Renault wären wir nicht dort, wo wie jetzt sind. Als wir unser Konzept vorgestellt hatten, erklärten uns die meisten Autobosse für verrückt. Bis auf Ghosn, der sagte: Ich habe das Auto und die Batterie. Niemals wird ihm das einer nehmen können. Ghosn kann der neue Henry Ford der Autoindustrie werden - er verfolgt seine Ideen mit enormem Weitblick.

Handelsblatt: Ghosn riskiert viel. Er wettet auf Better Place. Ist das Wetten eine Vorsprungsdisziplin des modernen Managements?

Agassi: Renault setzt über 15 Prozent seines Forschungs- und Entwicklungsetats in eine Baureihe von neun verschiedenen Renault- und Nissan-Modellen, um Marktführer zu werden. Ist das verrückt? Nein. Als die sieche Musikindustrie dem baldigen Tod durch Raubkopierer entgegenjammerte, hat Jobs 50 Prozent seines Entwicklungsbudget auf ein einziges Produkt gesetzt: den iPod. Heute dominiert Apple das Geschäft mit legaler Musik im Internet, das Unternehmen ist der größte Musikeinzelhändler der Welt. Jeder bezeichnet Jobs als Genie. So eine Wette hat Ghosn abgeschlossen, und wenn er gewinnt, werden ihn alle als Genie feiern.

Handelsblatt: Sind die deutschen Automanager zu konservativ, um sich auf den neuen Markt zu wagen?

Agassi: Die deutsche Autoindustrie ist in ihrer eigenen Welt gefangen. Wenn Sie in Stuttgart einem fragen, ob er ein Elektroauto bauen kann, fragt der: Kann es 250 km/h fahren? Sie entgegnen: Niemand fährt 250 km/h. Aber das entspricht nicht den Überzeugungen eines Ingenieurs bei einem deutschen Autobauer. Davon müssen wir uns lösen. Das europäische Durchschnittsauto ist kein C-Klasse-Mercedes und kein VW Polo, Baujahr 2010, es ist der Golf von 2001. Das ist der Maßstab. Ein französischer Designer entwirft ein Auto unter dem Einfluss dessen, was er in Paris und den Außenbezirken der Stadt sieht. Diese Leute können Sie mit Batteriewechselstationen überzeugen.

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 Elektroauto: "Umverteilung von den Dummen zu den Schlauen"China gibt heute den Ton an 
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Mr.Sinister 24. Mai 2010

Und deine Aussage kannst du sicher mit nachvollziehbaren Material untermauern ...

anybody 18. Mai 2010

Auch durch das ständige Wiederholen gewinnt dieser Schmarrn leider nicht an...

Treadmill 17. Mai 2010

Hehe, das stimmt allerdings :)

eiapopeia 16. Mai 2010

Ich gebe dir in dem Punkt mit den Subventionen für Atomstrom vollkommen recht. Derzeit...

eiapopeia 15. Mai 2010

Du ärmster. Immer schön Stress machen, Ja schnell in den Urlaub. Dort schnell ins Hotel...



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