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Danube und Nile: AMD bringt mobile Quad-Cores und CPU für Netbooks

Mit "Danube" und "Nile" hat AMD zwei neue Plattformen für Notebooks vorgestellt – und erstmals ein eigenes Konzept geschaffen, das auch für Netbooks taugen soll. Dazu gibt es eine Vielzahl von neuen Prozessoren, die sparsamer und schneller geworden sind. Erste Benchmarks von Vorserienmodellen überzeugen.
/ Nico Ernst
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Mit seinen beiden neuen Plattformen hält AMD den Ende 2009 selbst gesetzten Zeitplan ein. Die beiden Produktlinien kommen jetzt auf den Markt, damit für das in den USA wichtige Geschäft zum Schulanfang genügend Notebooks erscheinen können. Danube und Nile sind dabei die letzten mobilen Plattformen, die AMD seinem K10-Design noch zumuten will, bevor 2011 mit "Sabine" und "Brazos" Konzepte mit den ersten Fusion-Prozessoren erscheinen sollen.

Erstmals bietet AMD jetzt Vierkernprozessoren und auch Triple-Cores für Notebooks an, sie heißen Phenom II, ihr Kern trägt den Codenamen "Champlain". Er verfügt aber nicht über den L3-Cache der Phenom II für Desktop-PCs. Daher sind die neuen Mobilprozessoren nicht anhand ihres Taktes mit den Desktoppendants zu vergleichen.

ProzessorKerneTaktL2-CacheTDP
Phenom II X92042,3 GHz2 MByte45 Watt
Phenom II X62023,1 GHz2 MByte45 Watt
Phenom II N93042,0 GHz2 MByte35 Watt
Phenom II P92041,6 GHz2 MByte25 Watt
Phenom II N83032,1 GHz1,5 MByte35 Watt
Phenom II P82031,8 GHz1,5 MByte25 Watt
Phenom II N62022,8 GHz2 MByte35 Watt

Intel hat Quad-Cores für Notebooks bereits seit 2008 im Angebot. Mit ihrer hohen Leistungsaufnahme sind solche Prozessoren jedoch vor allem Spezialisten für mobile Workstations oder Notebooks, die im privaten Einsatz als Desktopersatz dienen sollen. Das gilt auch für die beiden schnellsten Modelle des mobilen Phenom II, die mit einer TDP von 45 Watt angegeben sind.

Für Anwendungen, die von vielen Kernen profitieren, hat AMD mit dem Phenom II P920 aber auch einen Vierkerner entworfen, der mit nur 25 Watt TDP auskommt. Sein Takt ist jedoch mit 1,6 GHz so niedrig, dass er bei Single-Thread-Anwendungen deutlich hinter schnelle Dual-Cores zurückfallen dürfte. Ausführliche Benchmarks hat AMD zu seinen CPUs noch nicht vorgelegt, auch wenn das Unternehmen die neuen Plattformen derzeit in Cannes vorstellt. Die dafür angesetzte Pressekonferenz findet jedoch erst nach dem Fall der Sperrfrist statt, so dass auch noch einige technische Details und die Preise fehlen.

Vier Kerne schon ab 25 Watt TDP

Den Unterlagen von AMD ist jedoch schon zu entnehmen, dass das Unternehmen seine vor 200 Tagen begonnen Kampagne "Vision" weiter verfolgen wird. In drei Leistungsklassen soll die Leistungsfähigkeit der Chipsatzgrafik in Verbindung mit den CPUs herausgestellt werden. Auch die oberste Stufe "Vision Ultimate" ist jetzt mit den Quad-Cores glaubwürdig besetzt. Neu ist die Klasse "Vision Black", die durch die beiden schnellsten Phenom II mit vier Kernen vertreten ist. Sie bieten über das Programm "Overdrive" nun auch bei AMD Übertaktungsfunktionen in Notebooks. Die vollautomatische Taktsteigerung Turbo-Core der Phenom II X6 beherrschen die ersten mobilen Phenom II noch nicht.

Gefertigt werden die neuen Prozessoren weiterhin in 45-Nanometer-Technik, AMD will jedoch je nach Modell von CPU und Chipsatz Einsparungen in der Leistungsaufnahme von bis zu 30 Prozent erreicht haben. Dazu wurde der 45-Nanometer-Prozess weiter verfeinert, zudem beherrschen die neuen Kerne einen neuen Tiefschlafmodus in den C-States. Diesen hat AMD aber noch nicht näher beschrieben, er soll jedoch auch bei CPUs mit drei oder vier Kernen greifen. Die Daten nur in den L3-Cache zu schreiben, bevor der Kern weitgehend abgeschaltet wird, wie bei AMDs schnellsten Desktop-CPUs, ist bei den mobilen Phenom II durch das Fehlen dieses Zwischenspeichers ja nicht möglich.

ProzessorKerneTaktL2-CacheTDP
Turion II Ultra M66022,7 GHz2 MByte35 Watt
Turion II Ultra M64022,6 GHz2 MByte35 Watt
Turion II Ultra M62022,5 GHz2 MByte35 Watt
Turion II Ultra M60022,4 GHz2 MByte35 Watt
Turion II N53022,5 GHz2 MByte35 Watt
Turion II P52022,3 GHz2 MByte25 Watt
Turion II M56022,5 GHz1 MByte35 Watt
Turion II M54022,4 GHz1 MByte35 Watt
Turion II M52022,3 GHz1 MByte35 Watt
Turion II M50022,2 GHz1 MByte35 Watt

Neben den neuen Boliden hat AMD für besonders flache Notebooks nun auch Dual-Cores der Linien Athlon und Turion im Angebot, mit Leistungsaufnahmen von 13 bis 18 Watt. Diese Plattform heißt dann "Nile". Und eine Geräteklasse darunter nimmt AMD nun auch das Wort "Netbook" in den Mund. Dafür ist eine neue Serie namens "V" vorgesehen – den Namenszusatz "Neo", den die anderen besonders sparsamen AMD-CPUs tragen, gibt es hier nicht.

Ein Viertel schneller als Intels Atom

Der bisher einzige V-Prozessor, das Modell V105, ist mit 9 Watt TDP bei 1,2 GHz angegeben. Intels aktueller Atom N450 – der anders als die V-CPUs schon einen Grafikkern mitbringt – kommt nur auf 5,5 Watt TDP. Dennoch baut beispielsweise Acer mit dem Modell Aspire One 512 ein Gerät auf Basis dieser CPU, das ausdrücklich als Netbook bezeichnet wird.

Acer stellte diesen Rechner in Cannes vor, anhand des ausgestellten Vorserienexemplars konnte Golem.de bereits eine Messung mit der 32-Bit-Version des Cinebench R10 durchführen. Dabei kam der V105 auf 1.034 Punkte, was immerhin rund 25 Prozent schneller als der bisher stark verbreitete Atom N270 ist, der in Netbooks rund 830 Punkte erreicht.

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Bei einem vermutlich ähnlichen Preis wie für die Atoms könnte AMD hier wohl durch die höhere Rechenleistung punkten – wie die Laufzeiten dann ausfallen, ist aber noch nicht abzusehen. Zudem sorgt in der Praxis der zweite virtuelle Kern per Hyperthreading bei den Atoms für schnellere Reaktionen auf Eingaben des Anwenders. Immerhin: HD-Video und ein HDMI-Ausgang sind für neue AMD-Netbooks kein Problem, Intels Plattformen schaffen das nur über Zusatzchips.

Überzeugend fiel auch ein Test mit der gleichen Version des Cinebench auf dem 17-Zöller AcerAspire 7552G aus. Dessen Quad-Core Phenom II 930 mit 2,0 GHz erreichte 6.155 Punkte. Damit kann er Intels mobilen Core i7 mit vier Kernen zwar nicht das Wasser reichen, aber: Deren TDP liegt bei 45 bis 55 Watt, die des Phenom II 930 bei nur 35 Watt. Das verspricht längere Laufzeiten auch für Notebooks mit vier Cores. Direkt vergleichen lassen sich die Messungen an Vorseriengeräten aber ohnehin nicht, da hier bis zum Marktstart oft Optimierungen an BIOS und den Stromsparmechanismen vorgesehen sind.

Mobil-CPUs zu jedem Preis

Insgesamt hat AMD nun 38 mobile CPUs mit einem bis vier Kernen im Angebot, der Chiphersteller will damit möglichst viele Preispunkte abdecken. Das wird auch durch die Northbridge RS880M mit Grafikkern erreicht, die sich bei Danube und Nile zu Chipsätzen mit vielen Namen konfigurieren lässt. Die Grafikkern heißen dann in absteigender Reihenfolge der Rechenleistung Radeon HD 4270, Radeon HD 4250 und Radeon HD 4225.

ProzessorKerneTaktL2-CacheTDP
Athlon II N33022,3 GHz1 MByte35 Watt
Athlon II P32022,1 GHz1 MByte25 Watt
Athlon II M36022,3 GHz1 MByte35 Watt
Athlon II M34022,2 GHz1 MByte35 Watt
Athlon II M32022,1 GHz1 MByte35 Watt
Athlon II M30022,0 GHz1 MByte35 Watt
Athlon II Neo K32511,3 GHz2 MByte12 Watt
Athlon II Neo K12511,7 GHz1 MByte12 Watt
Athlon Neo X2 L32521,5 GHz1 MByte18 Watt
Athlon X2 L31021,2 GHz1 MByte13 Watt
Athlon Neo MV-4011,6 GHz512 KByte15 Watt
Athlon L11011,2 GHz512 KByte13 Watt
Turion II Neo K66521,7 GHz2 MByte15 Watt
Turion II Neo K62521,5 GHz2 MByte15 Watt
Turion Neo X2 L62521,6 GHz1 MByte18 Watt
Sempron M14012,2 GHz512 KByte25 Watt
Sempron M12012,1 GHz512 KByte25 Watt
Sempron M10012,0 GHz512 KByte25 Watt
Sempron 210U11,5 GHz512 KByte15 Watt
V Series V12012,2 GHz512 KByte25 Watt
V Series V10511,2 GHz512 KByte9 Watt

Je nach Takt, Spannung und Speicherausstattung sollen diese Northbridges von 7,5 bis 17 Watt TDP aufweisen. Auch, ob die möglichen PCIe-Lanes für eine diskrete GPU genutzt werden, spielt dabei eine Rolle – die letzte Entscheidung hat der Notebookhersteller. Möglich ist dabei aber auch beispielsweise ein sparsames Quad-Core-Gerät allein mit Chipsatzgrafik.

Das ist dann zwar bei Spielen nicht besonders schnell, aber etwa für mobile Medienbearbeitung eine Gerätekategorie, die Intel so nicht anbieten kann: Für den mobilen Core i7 mit vier Kernen (Clarksfield) gibt es keinen Chipsatz mit Grafikkern.


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