Sonys NEX-System: Kompaktkamera mit Wechselobjektiven und APS-C-Sensor
Sony ist mit der Entwicklung des NEX-Systems fast fertig und kündigt offiziell mehrere Kameras mit dem neuen E-Bajonett an. Bereits im Februar wurden erste Prototypen vorgestellt , die nun bald in Form der NEX-3 und der NEX-5 in den Handel kommen sollen. Im Unterschied zu spiegelbasierten Kameras (DSLR) spart sich Sony beim NEX-System eben diesen Spiegel und damit viel Platz, der für den Spiegelschlag gebraucht wird. Auch das Prisma für den Sucher ist nicht mehr nötig. Die NEX-Kameras sind damit vor allem Live-View-Kameras.
Die beiden Modelle folgen nicht der klassischen Form einer DSLR-Kamera, sondern ähneln großen Kompaktkameras. Beide bieten einen großen 14,2-Megapixel-APS-C-Sensor (23,4 x 15,6 mm), der damit deutlich weniger rauschen sollte als typische Hosentaschenkameras mit ihren sehr kleinen Sensoren.
Die ISO-Werte der NEX-Modelle liegen zwischen 200 bis 1.600 in der Automatik, manuell sind sogar Werte bis 12.800 möglich. Die Verschlusszeiten liegen zwischen 1/4.000 und 30 Sekunden. Ein mitgelieferter Blitz kann zudem aufgesteckt werden, um dunkle Bereiche auszuleuchten. Auf der Kamerasoftware-Seite bieten die beiden Neuen einen Auto-HDR- und Schwenkpanorama-Modus. Schwenkpanoramen sind 23 Megapixel groß und bieten einen Blickwinkel von 226 Grad entweder in der Vertikalen oder in der Horizontalen. Für die Zukunft kündigt Sony bereits ein Firmwareupdate an, das die Kameras für Panoramaaufnahmen in 3D fit machen soll. Diese Funktion wird aber nur an Objektiven mit dem neuen E-Bajonett des NEX-Systems funktionieren.
Sony verspricht eine einfache Bedienung der Kamera. Die neuen Kameras richten sich damit eher an Aufsteiger, die von der Kompaktkameraklasse kommen. Ein schwenkbares Display soll zudem Überkopfaufnahmen oder Aufnahmen in Bodennähe erleichtern. Es bietet auf 3 Zoll 921.600 Bildpunkte (gezählt wird jeder Farbpunkt) und kann um 80 Grad nach oben oder um 45 Grad nach unten geneigt werden.
Kaum Unterschiede zwischen den Kameramodellen
Die beiden Kameras unterscheiden sich von den reinen Daten her ansonsten kaum. Die NEX-5 wiegt netto 229 Gramm und die NEX-3 wiegt 10 Gramm mehr. Da noch Akku und Objektiv hinzugerechnet werden müssen, machen die 10 Gramm kaum etwas aus. Die Abmessungen liegen bei 118 x 58,5 x 38,2 mm (B x H x T) für die NEX-5 und 117 x 62,6 x 33,4 mm für die NEX-3. Selbst mit einer besonders flachen Pancake-Linse sind die Abmessungsunterschiede vernachlässigbar.
Unterscheiden lassen sich die beiden Modelle hauptsächlich durch den Videomodus. Das Modell NEX-5 kann in 1080i aufnehmen, die NEX-3 nur in 720p. Gespeichert wird im AVCHD-Format. Zusammen mit den neuen Kameras kündigte Sony auch ein neues Entwicklungskonzept für einen HD-Camcorder an, der in AVCHD aufzeichnen wird: Das noch namenlose Handycam-Modell soll mit demselben Exmor-Sensor ausgestattet werden, der auch in Sonys neuen Digitalkameras NEX-5 und NEX-3 zum Einsatz kommt. Zudem soll auch der Camcorder mit verschiedenen Wechselobjektiven der NEX-Kameras genutzt werden können.
Gespeichert werden Bild- und Videodaten entweder auf Sonys eigenem Memory-Stick-Format oder auf einer SD-Karte. Sony hatte bereits auf der CES 2010 die Unterstützung des Formats angekündigt . Im Falle des NEX-Systems geht die Unterstützung bis hinauf zu SDXC-Karten mit Exfat-Dateisystem. Außerdem gibt es einen Anschluss für Zubehör und einen HDMI-Ausgang.
Die Bildstabilisierung wandert in die Objektive
Bei der Bildstabilisierung geht Sony einen anderen Weg als bei den Alpha-Modellen. Die Stabilisierung wandert in die Objektive. Kleinere Objektive, wie etwa kurze Festbrennweiten, werden eher nicht stabilisiert. Sony will die Kameras im Set mit einem oder zwei Objektiven verkaufen.
Die ersten Kameras sollen ab Ende Juni 2010 im Handel verfügbar sein. Das günstigste Angebot wird die NEX-3 mit einer Pancake-Linse sein. Das 16-mm-Objektiv ist eine Festbrennweite mit einer Anfangsblendenöffnung von F2,8. Aufgrund des Sensors liegt der Brennweiteneindruck bei 24 mm (KB 35 mm). Das Set soll im Handel 499 Euro kosten. Mit einem 18-55er Zoom (F3,5 bis 5,6) kostet die Kamera 50 Euro mehr. Wer beide Objektive haben will, bezahlt 649 Euro. Die NEX-5 kostet in denselben Paketen jeweils 100 Euro mehr.
Für August 2010 kündigt Sony zudem die NEX-5 mit einem 18-200er Objektiv (F3,5 bis 6,3) an. Mit der Reiselinse wird die Kamera voraussichtlich 1.099 Euro kosten. Als Zubehör gibt es für das neue Kamerasystem unter anderem einen GPS-Rekorder (139 Euro), einen optischen Sucher (219 Euro) und ein externes Mikrofon (159 Euro). Außerdem gibt es einen Fischaugen- und Ultra-Weitwinkelkonverter zu 179 beziehungsweise 159 Euro und für den Anschluss von Objektiven, die zum Minolta-A-Bajonett gehören, gibt es einen E-Bajonett-Adapter für knapp 200 Euro. Dazu gehören auch Sonys Alpha-Objektive der großen Kamerasysteme des japanischen Herstellers. Auch die neue Handycam, die im Herbst 2010 erscheinen soll, kann diesen Adapter nutzen.
Sony tritt mit den neuen Kameras in Konkurrenz zu den spiegellosen Wechselobjektivsystemen von Samsung (NX) , für die es im Laufe des Jahres 2010 acht Objektive geben soll , und zum Micro-Four-Thirds-System von Panasonic und Olympus, für die beide Hersteller derzeit elf Objektive im Programm haben.
Sony ist zugleich der erste der drei großen DSLR-Hersteller, der sich auf den Markt mit einer spiegellosen Wechselobjektivkamera wagt. Canon und Nikon haben bisher noch nichts zu einem solchen System verlautbaren lassen.
- Anzeige Hier geht es zur Canon EOS RP Systemkamera bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.