Digitale Dividende: EU will Frequenzen um 800 MHz für drahtloses Internet
In mehreren Mitgliedstaaten werden Frequenzen im 800-MHz-Band als Teil der sogenannten "digitalen Dividende" frei, die sich aus dem Übergang vom analogen zum digitalen Fernsehen ergibt. Sollten diese bisher für den Rundfunk reservierten Frequenzen neu vergeben werden, wie es derzeit in Deutschland der Fall ist, müssen dabei die neuen, harmonisierten technischen Regeln der EU angewandt werden. So soll dafür gesorgt werden, dass die Frequenzen für drahtlose Breitbandanwendungen genutzt werden können.
Noch verpflichtet die EU-Kommission die Mitgliedstaaten zwar nicht, das Frequenzband von 790 bis 862 MHz für elektronische Kommunikationsdienste frei zu machen, doch sie erwägt einen entsprechenden Vorschlag im Rahmen des anstehenden frequenzpolitischen Programms.
"Dieser Beschluss ebnet den Weg für die Verwirklichung innovativer Breitbandtechnologien und für die Deckung der rasch wachsenden Nachfrage nach Drahtlosdiensten", erläutert die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes die Entscheidung. Die Frequenzen sollen für drahtlose Breitbandanwendungen wie den Mobilfunk der 4. Generation genutzt werden können. Die Kommission nennt dabei ausdrücklich LTE und Wimax als Beispiele.
Der Frequenzbereich um 800 MHz verspricht deutlich geringere Kosten beim Netzausbau. Im Vergleich zur 3G-Technik UMTS sollen die Kosten bei Verwendung des 800-MHz-Bandes etwa 70 Prozent niedriger ausfallen. Bislang wurden die Frequenzen aber in den meisten Mitgliedstaaten vom terrestrischen Fernsehen belegt.
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