Nirvision: Handy als Nachtsichtgerät
Die Materialwissenschaftler Franky So und Do Young Kim von der University of Florida wollen Nachtsichtgeräte deutlich günstiger und kleiner machen. Ihre Funktion könnte damit leichter in andere Geräte integriert werden.
Klassische Nachtsichtgeräte nutzen Photokathoden, um Infrarotlicht-Photonen in dicken Vakuumröhren aus Glas in Elektronen umzuwandeln. Das sei aufwendig, benötige viel Energie und führe dazu, dass Nachtsichtbrillen recht klobig sind. Zudem kosten sie zwischen mehreren hundert und tausenden US-Dollar.
Der papierdünne optische Sensor von So soll das ändern. Er ersetzt die Vakuumröhren durch mehrere Schichten von organischen Halbleiter-Dünnfilm-Materialien. Die Photonen werden in Elektronen umgewandelt und über LEDs sichtbar gemacht. Da die Technik von Displays bekannt ist, soll sie sich günstig und in verschiedenen Größen herstellen lassen.
"Das ist wirklich ein sehr günstiges Gerät", so So in einer Pressemitteilung. "Es in ein Mobiltelefon zu integrieren, wäre keine große Sache.". Auch Windschutzscheiben von Autos und Brillen könnten damit nach Sos Ansicht um eine Nachtsichtfunktion erweitert werden.
Die Forschung wird durch Nanoholdings(öffnet im neuen Fenster) finanziert, das auch mit der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) zusammenarbeitet. Die University of Florida(öffnet im neuen Fenster) und Nanoholdings haben 2009 gemeinsam das Unternehmen Nirvision(öffnet im neuen Fenster) gegründet, das die neue Nachtsichttechnik zur Marktreife entwickeln und in verschiedenen Bereichen vermarkten soll.