Intels Light Peak in Aktion: Displayport und USB in einem
Schon vor zweieinhalb Jahren zeigte Intel einen USB-Stecker mit Glasfasern als das, was einmal USB 3.0 werden sollte – die endgültige Version 3.0 der seriellen Schnittstelle arbeitet nun aber doch weiterhin mit Kupferkabeln. In Brüssel ist derzeit zu sehen, dass Intels Abteilung für " Silicon Photonics " dieses Konzept nie ganz aufgegeben hat. Die ersten Prototypen von Light-Peak-Geräten, die schon serienreif aussehen, verwenden unter anderem auch einen USB-Stecker vom Typ A.

In diesem hat Intel in dem Kunststoffträger, auf dem die Kontakte für USB 2.0 angebracht sind, zwei Glasfasern eingelassen. Sie stellen die Verbindung per Light Peak her, die Schnittstelle ist bisher aber auch für vier Fasern vorgesehen. Die Konstruktion von Light Peak im USB-Stecker ist laut Intels Forschungsdirektor Joe Schütz aber keine Absage an USB 3.0. Vielmehr wollte der Chiphersteller nur zeigen, dass sich seine optische Schnittstelle leicht in bestehende Designs integrieren lässt, USB dient nur als Beispiel. Auch in viel kleinere Stecker lassen sich die beiden Glasfasern integrieren.
Viele Protokolle über ein Kabel
Dazu zählen unter anderem USB, DVI, HDMI, Displayport und PCI-Express – also quasi alles, was an schnellen Schnittstellen oder für längere Kabel relevant ist. Jede andere Verbindung, etwa Ethernet, ist laut Intel nur eine Frage der Software, die auf den bisherigen Protokollen aufsetzt.
Light Peak: 20 GBit/s mit zwei Fasern, 40 GBit/s mit vier Fasern
Bei den Anwendungsmöglichkeiten für Geräte mit Light Peak liegen vor allem einheitliche Portreplikatoren für Notebooks auf der Hand, die alle Schnittstellen wie DVI, Ethernet und mehrere USB-Ports über ein Kabel an den Mobilrechner binden. Das alles natürlich mit der vollen Geschwindigkeit der jeweiligen Schnittstellen, nicht wie bisherige Lösungen durch den Flaschenhals eines USB-2.0-Ports. Die teuren Dockingstations von Businessnotebooks kann Light Peak aber nicht ersetzen, denn diese versorgen ein Notebook auch mit Strom, laden den Akku oder enthalten zusätzliche Laufwerke.
Eine weitere Möglichkeit sind aber beispielsweise externe Grafikkarten oder gleich ganze Erweiterungsboxen, wenn durch die Light-Peak-Fasern ein PCI-Express-Bus verlängert wird. Das hatten, allerdings mit dicken Kupferkabeln, auch schon AMD und Fujitsu-Siemens mit ihrem " Graphics Booster " marktreif gemacht, ein Erfolg war die proprietäre Lösung jedoch nicht.
Durchsetzen können sich solche neuen Gerätekategorien in der Regel nur durch Standards, und die soll es auch für Light Peak geben. Anfang 2011 will Intel dafür ein Industriekonsortium gründen, an dem sich auch Konkurrenten wie AMD beteiligen können. Auch andere Schnittstellen wie PCI oder USB leben von solchen Gremien.
Noch 2010 sollen die Bausteine für Light Peak und die Treiber dafür serienreif gemacht werden – ob in Form von Chipsätzen oder als einzelne Chips, will Intel noch nicht verraten.
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