IMHO: Computerspielpreis verliehen, Jury blamiert

Anno 1404 ist aus formalen Gründen nicht das beste internationale Spiel

Der Preis ist verliehen, die Jury blamiert: Anno 1404 hätte nicht mal nach den formalen Vorgaben des Preises das "Beste Internationale Spiel" werden dürfen - und ein verdienter Gewinner ist leer ausgegangen. Der Einfluss von Politik und vermeintlichen Jugendschützern auf den Deutschen Computerspielepreis ist viel zu hoch, Qualität spielt keine Rolle.

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IMHO: Computerspielpreis verliehen, Jury blamiert

Glückwunsch an die Jugendschutzindustrie zu diesem tollen Preis und der gelungenen Verleihung mit Stars aus Politik, Film und Fernsehen. Es gab ja auch viel zu feiern: Schon zum zweiten Mal wurden pädagogisch wertvolle Produkte ausgezeichnet. Gewaltfreie, für Kinder und Jugendliche gleichermaßen geeignete Unterhaltungsangebote. Ein klasse Abend war das! Und Staatsminister Bernd Neumann trifft den Punkt, wenn er sagt, dass der "Preis in der Computerspielszene angekommen ist."

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Moment - Computerspiele? Ging es bei der Preisverleihung zum Deutschen Computerspielpreis wirklich um Computerspiele? Wer sich die Preisverleihung angeschaut und die Reden angehört hat, der wird so gut wie keine Schnittmengen zu den realen Computerspielern im Lande finden. Bei ihnen gibt es für den Preis bestenfalls Gleichgültigkeit, meistens aber Spott und Häme.

Besonders deutlich wird dies angesichts der Entscheidung, Anno 1404 auch als "Bestes Internationales Spiel" auszuzeichnen. Anno 1404 ist klasse, keine Frage. Aber es ist nicht das beste internationale Spiel des vergangenen Jahres. Wenn ein nominiertes Uncharted 2 - was nach Auffassung vieler Beobachter eigentlich den Sieg verdient hätte - nur deshalb nicht gewinnt, weil den Politikern und Jugendschützern in der Jury zu viel Gewalt enthalten ist, dann verfügen diese Jurymitglieder über keinerlei Affinität zu Computerspielen oder gar der Szene. Gewalt steht in Uncharted 2 nicht im Mittelpunkt, das Spiel ist ein spannendes Abenteuer, das ohne Brutalität auskommt. Unter den nominierten Titeln hätte es gewinnen müssen.

Im Übrigen hat die Jury es nicht einmal geschafft, die formalen Vorgaben des Preises korrekt umzusetzen. Die Anforderungen an das 'Beste internationale Spiel' lauten laut offizieller Webseite: "Jeder Verband kann jeweils bis zu drei im Ausland hergestellte Spiele für diese Kategorie vorschlagen." Anno 1404 wurde aber nicht im Ausland, sondern in Deutschland entwickelt - das weiß eigentlich jeder, und ansonsten hätte es auch nicht den Preis als "Bestes Deutsches Spiel" gewinnen können.

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Aber auch aus weniger formaler Sicht hat die Jury dem Preis geschadet: Inzwischen haben alle Beobachter festgestellt, dass Spiele offenbar in erster Linie nach dem Kriterium "auf jeden Fall gewaltfrei" ausgezeichnet werden. Spaß oder Innovation spielen so gut wie keine Rolle.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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QK 20. Mai 2010

Nein jeder weist dass ich World of Warcraft und so ähnliche spiele spiele und sie haben...

Saboteur 06. Mai 2010

Versteh die Thematik nicht wirklich. Habe meine zeit beim Bund absolviert, spiele gerne...

golem23 05. Mai 2010

Das ist Haarspalterei. Die Bemerkung, dass Gewalt nicht im Mittelpunkt steht - wie im...

Siegesmund 05. Mai 2010

Es ist ja vollkommen legitim, an Entscheidungen von Preisverleihungen etwas anzuprangern...



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