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Ein überschaubares und klares Urheberrecht für Europa

Wittem-Projekt stellt European Copyright Code vor

Eine Gruppe namhafter Juristen hat am Montag unter dem Titel "European Copyright Code" ein Modell für ein einheitliches europäisches Urheberrecht veröffentlicht. Die Rechtswissenschaftler hoffen, mit ihrer Aktion die Diskussion um die Weiterentwicklung des Urheberrechts zu fördern.

Das Urheberrecht in der Europäischen Union ist überholungsbedürftig. Es ist nicht nur national zersplittert, sondern es hinkt auch den Bedürfnissen der Informationsgesellschaft hinterher. Nicht zuletzt ist es so komplex, dass selbst Fachleute Schwierigkeiten haben, den Überblick zu bewahren. Es ist an der Zeit, aufzuräumen. Dieser Meinung sind Rechtswissenschaftler, die im Rahmen des International Network Project on a European Copyright Code (Wittem-Projekt) einen Modellvorschlag für ein modernisiertes Urheberrecht erarbeitet haben. Seit Montag lässt sich der Vorschlag im Internet einsehen.

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Zu den Autoren des European Copyright Code gehören Lionel Bently von der Cambridge University, Thomas Dreier vom Karlsruhe Institute of Technology (KIT), Reto Hilty vom Max-Planck-Institut für geistiges Eigentum in München, Bernt Hugenholtz von der Universität Amsterdam, Antoon Quaedvlieg von der Universität Nijmegen, Alain Strowel von der Universität Brüssel und Dirk Visser von der Universität Leiden. Sie wurden von acht weiteren Wissenschaftlern aus ebenso vielen Ländern beraten.

Grenzen überwinden

Nicht alles anders, aber vieles besser zu machen, haben sich die Juristen vorgenommen. Wie die Autoren in der Präambel darlegen, wollen sie die historische Grenze zwischen dem kontinentaleuropäischen und dem in Großbritannien entstandenen Common-Law-Urheberrecht (Copyright) überwinden. Dabei folgen sie der Prämisse, eine ausgewogene Balance zwischen dem Schutzbedürfnis der Urheber und Rechteinhaber auf der einen Seite und den Bedürfnissen der Öffentlichkeit und der Werknutzer finden zu müssen. Dazu gehören beispielsweise "Redefreiheit, Informationsfreiheit und Wettbewerbsfreiheit".

Am Herzen liegen den Autoren besonders "Transparenz und Konsistenz", die sie im heutigen Urheberrecht vermissen. Der von ihnen unterbreitete Vorschlag ist überschaubar, klar und lesbar formuliert. Unterteilt in sechs Kapitel - Werke, Autorschaft und Eigentümerschaft, moralische Rechte, wirtschaftliche Rechte sowie Schrankenbestimmungen - wird in kurzen, knappen Sätzen gezeigt, wie ein modernes Urheberrecht aussehen könnte.

Wenn der Modellvorschlag auch nicht als revolutionär gelten kann, überwindet er doch in vielen Punkten den Status quo. So werden beispielsweise öffentliche Dokumente generell vom Urheberrechtsschutz ausgenommen. Und im Hinblick auf die Dauer der Schutzfrist haben sich die Verfasser des Modellvorschlags in einer erläuternden Fußnote gegen die jetzt üblichen 70 Jahre nach dem Tode des Autors ausgesprochen. Diese sei "zu lang". Allerdings konnte, heißt es weiter, in der Gruppe "keine Einigung" darüber erzielt werden, welche Schutzdauer denn angemessen sei. [von Robert A. Gehring]


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Anonymer Nutzer 29. Apr 2010

Das waere auf jeden Fall wuenschenswert, aber Hoffnung habe ich in dieser korrupten...

Heuschrecke 29. Apr 2010

Softwarepatente? Bloß nicht!

iGeeMail 29. Apr 2010

Vielleicht kann man endlich einmal einheitliche Regeln für einen freien Wettbewerb in...

piratenstatisti... 29. Apr 2010

Das ist ja mal was! Genau das, nämlich eine Reform des Urheberrechts, fordert die...

Muhaha 28. Apr 2010

Richtig. Dort wird nach langen Verhandlungen aus einem klaren, logisch aufgebauten und...



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