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Windows Phone 7 - Spielen mit Silverlight und XNA

Quo Vadis
Viele Parallelen zwischen Xbox 360, Windows-Spielen und mobilen Angeboten. Wenn Windows Phone 7 gegen Ende 2010 erscheint, braucht Microsoft für Akzeptanz beim Endkunden vor allem Spiele. Auf der Entwicklerkonferenz in Berlin hat das Unternehmen gezeigt, wie Profi- und Amateurprogrammierer eigene Software erstellen und Geld damit verdienen können.
/ Peter Steinlechner
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"Die Entwicklung für Windows Mobile war eine Katastrophe" , sagte Tom Wendel, bei Microsoft Deutschland als Developer Evangelist für mobile Spielinhalte zuständig, auf der Quo Vadis 2010 in Berlin. So machte er gleich klar, dass sein Arbeitgeber für Windows Phone 7 einen radikalen Systemwechsel anstrebt. Statt Unternehmenskunden steht künftig der private Endanwender im Mittelpunkt, und der will interaktive Unterhaltung. Endgeräte mit dem neuen Betriebssystem sollen spätestens zum Jahresende 2010 verfügbar sein, aber die Entwicklerwerkzeuge mitsamt einem Emulator auf Windows-Basis stehen vor der Veröffentlichung – voraussichtlich in der ersten Mai-Woche sind die Daten laut Wendel auf einer eigens eingerichteten Webseite zum Download(öffnet im neuen Fenster) verfügbar.

Microsoft zeigt Windows Phone 7 auf der Mix 2010
Microsoft zeigt Windows Phone 7 auf der Mix 2010 (18:28)

Zuerst präsentierte Tom Wendel die neue Oberfläche mit dem Namen "Metro": Statt bunter Bilder gehe es bewusst minimalistisch und ohne 3D-Schnickschnack zu. Spiele werden von einem eigenen Untermenü aus gestartet, Elemente wie die "Living Tiles" können in die Titel integriert werden.

Programmieren könne man unter Windows Phone 7 vor allem mit Silverlight für allgemeine Funktionen und dem XNA Framework speziell für Spiele. "Es gibt keine Möglichkeit mehr, auf dem Gerät nativen Code zu verwenden" , verdeutlichte Wendel. Die für Spiele benötigten Bibliotheken sollen seinen Angaben zufolge auf allen drei Spieleplattformen von Microsoft verfügbar sein, also auf Xbox 360, Windows-PC und eben Windows Phone 7. Im Hinblick auf XNA wies Wendel darauf hin, dass das zwar etwas langsam sei, aber mit guten Programmierkenntnissen seiner Meinung nach ausreichend schnell.

Klare Hardwarevorgaben

Für die Hersteller von Endgeräten soll es klare Vorgaben geben, was die Hardware mindestens können muss. So sind die beiden Auflösungen von 480 x 320 Pixeln oder 800 x 480 Pixeln ebenso festgelegt wie die Grafikleistung, die zudem kompatibel zu Direct X9 sein muss, oder der Speicher – 256 MByte RAM und insgesamt 8 GByte Flashspeicher. Jedes der Geräte muss außerdem unter anderem über GPS, eine Kamera und einen Kompass verfügen. Anders als ein iPhone unterstützt Windows Phone 7 laut Wendel nicht nur Eingaben durch zwei, sondern durch vier und mehr Finger gleichzeitig – was ganz neue Spielkonzepte ermögliche.

3D-Grafik lasse sich weitgehend problemlos umsetzen, was Wendel im Emulator mit einem animierten Polygonkrieger demonstrierte. Nur "mit Shadern haben wir noch Probleme, weil man auf ein paar mitgelieferte Shader limitiert ist" . Es gebe derzeit fünf, darunter Basiceffect, Skinnedeffect und Environmentmapeffect – eigene Effekte ließen sich derzeit nicht programmieren.

Wer seine Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchte, muss sie über den Marketplace veröffentlichen. Microsoft überprüft die Anwendungen im Zuge eines rund 100 US-Dollar teuren Approvalprozesses auf technische Rahmenbedingungen und auf Übereinstimmung mit Oberflächenvorgaben. Dann sollen die Programme relativ schnell für Endkunden bereitstehen.


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