Industrie ringt um Mister Elektromobilität
"Das Rennen ist noch offen", hieß es gestern. Die Entscheidung solle aber heute fallen – "einvernehmlich" zwischen Industrie und Politik. Am Montag dann soll die Plattform Elektromobilität feierlich gegründet werden, damit Deutschland auf dem potenziellen Zukunftsmarkt schon bald eine führende Rolle einnimmt.
Seit Wochen wird um die Position gerungen. Kagermann gilt als aussichtsreicher Kandidat. Zum einen berät er bereits Kanzlerin Angela Merkel. Zum anderen entsendet die Automobilindustrie bereits etliche Vorstände in die geplanten Arbeitsgruppen. Dies beklagen etwa die Energiewirtschaft und die IT-Industrie.
Da der mögliche Zukunftsmarkt Elektromobilität genauso politisch bedeutsam ist, wird nun auch ein stellvertretender Vorsitz eingerichtet. Ihn teilen sich die Staatssekretäre der zuständigen Ministerien für Wirtschaft und Verkehr, nachdem sich beide nicht auf eine Person einigen konnten.
Auto der Zukunft
Gestern hatte der Automobilclub ADAC seine Teilnahme am Gipfel abgesagt. Wie es hieß, wollte Präsident Peter Meyer eine Rede halten, was das Kanzleramt mit dem Hinweis ablehnte, es handle sich um ein Industrietreffen. Der ADAC ist in einer Arbeitsgruppe vertreten, die über die Rahmenbedingungen berät, mit denen Elektroautos in Deutschland gefördert werden können.
Erste Punkte dazu sollen sich in einer Erklärung am Gipfeltag finden. Geplant ist, dass die öffentliche Hand künftig verstärkt Elektroautos kauft. Allerdings müssten die deutschen Autobauer zusagen, dass sie bis 2020 tatsächlich wie geplant eine Million E-Autos bauen. Dies falle der Branche schwer, hieß es. [von Daniel Delhaes, Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster)]
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