Netzausbau und Werbung belasten E-Plus
Leichter Rückgang beim EBITDA nach langer Wachstumsphase
E-Plus gibt derzeit viel Geld für Werbung aus. Auch beim Netzausbau muss die deutsche KPN-Tochter nun etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Das EBITDA geht deswegen leicht zurück. Künftig dürften die Belastungen steigen.
Wegen gestiegener Ausgaben für Werbung und den Netzausbau hat E-Plus im ersten Quartal 2010 mit einem leichten Gewinnrückgang zu kämpfen. Der Mobilfunkbetreiber verzeichnete eine Verringerung des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 322 Millionen Euro auf 321 Millionen Euro. Der Umsatz fiel von 774 Millionen Euro auf 768 Millionen Euro.
In den vergangenen Wochen hatte E-Plus begonnen, die Werbeausgaben zu steigern. Das Unternehmen hofft, so mehr Vertragskunden zu gewinnen. Der EBITDA-Rückgang sei Folge der massiven Vermarktung des Base-Tarifs und des verstärkten Netzausbaus, erklärte Firmensprecher Guido Heitmann Golem.de. "Die Netzinvestitionen, die wir tätigen, werden erst in den kommenden Quartalen so richtig spürbar. Das fängt im ersten Quartal langsam an und wird sich dann weiter steigern."
Angaben zum Gewinn veröffentlicht E-Plus traditionell nicht. Die niederländische Konzernmutter KPN erklärte jedoch, der operative Gewinn bei der deutschen Tochter sei von 153 Millionen Euro auf 167 Millionen Euro gestiegen.
Nach jahrelanger Investitionszurückhaltung kann E-Plus nun den Ausbau seines Mobilfunknetzes nicht länger hinausschieben. Firmenchef Thorsten Dirks: "Parallel zur wachsenden Nachfrage nach Datendiensten beschleunigen wir 2010 unser Datennetz". Die Investitionen flössen schwerpunktmäßig ins Datennetz.
Zum 31. März 2010 zählte E-Plus 19,3 Millionen Kunden. 303.000 neue Kunden generierte E-Plus im ersten Quartal 2010. Dennoch ging der durchschnittliche Erlös pro Kunde (ARPU) von 14 Euro im Monat um 7 Prozent auf 13 Euro zurück.
Die niederländische KPN steigerte das EBITDA im ersten Quartal um 7,2 Prozent auf 1,323 Milliarden Euro. Das Ergebnis lag im Rahmen der Analystenerwartungen. Beim Umsatz büßte KPN 3,5 Prozent ein und erzielte 3,28 Milliarden Euro. Der Erlös lag damit leicht unter den Analystenschätzungen. Der Konzern bekräftigte seinen Ausblick für 2010: Hier sollen ein Umsatz von circa 13,5 Milliarden Euro und ein EBITDA von über 5,5 Milliarden Euro verbucht werden.
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