Facebook überall - ob der Nutzer will oder nicht?

Aufwendiges Opt-Out-Verfahren für Nutzer stößt auf Kritik

Facebook-Nutzer werden über den Open Graph künftig auch auf beliebigen Webseiten und über die unterschiedlichsten Webdienste vernetzt sein. Allerdings ist der Graph gar nicht so offen, wie sein Name suggeriert. Wer ihn und die anderen Vernetzungsmöglichkeiten aus Sorge um die Privatsphäre nicht will, bekommt einige Steine in den Weg gelegt.

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Facebook überall - ob der Nutzer will oder nicht?

In dieser Woche hat Facebook angekündigt, seine Präsenz auch auf andere Webseiten auszudehnen und diese einzubeziehen. So können mittels einzelner Social-Plugins Gefällt-mir-Buttons, Activity-Streams und Empfehlungen eingebunden werden. Die Empfehlungen können etwa auf den Interessen der Freunde basieren. Sind mehr Freunde auf einer an Facebook angebundenen Webseite aktiv, wird das auch angezeigt. Über die Social Bar wird eine Webseite zusätzlich um einen Facebook-Chat und Freundeslisten erweitert. Facebook-Nutzer können sich mit ihrem Login auch bei Partnerseiten anmelden.

Mit dem Open-Graph-Protokoll können Webseiten schließlich mit Metatags versehen werden, um Facebook zu informieren, welche realen Objekte damit repräsentiert werden. Wer etwa auf einer solchen Webseite über den Like-Button angibt, ein Buch, einen Film oder ein Restaurant zu mögen, erweitert damit automatisch sein Facebook-Profil um diese Angabe - was wiederum für Kontakte auf anderen, an Facebook angebundenen Webseiten sichtbar sein kann.

  • Facebook - bei den Privatsphäre-Einstellungen für 'Anwendungen und Webseiten' finden sich die Einstellungen für 'Umgehende Personalisierung'.
  • Facebook - die 'Umgehende Personalisierung' muss vom Nutzer, wenn nicht gewünscht, selbst deaktiviert werden.
Facebook - bei den Privatsphäre-Einstellungen für 'Anwendungen und Webseiten' finden sich die Einstellungen für 'Umgehende Personalisierung'.

Offen für Daten

Der Open Graph ist nur vom Namen her offen, Facebook geht es nicht wirklich darum, offen zu sein, sondern vielmehr selbst überall präsent zu sein. Das bringt neue Nutzer und durch die erhobenen Daten ganz neue Möglichkeiten für personalisierte Werbung.

Was den Datenaustausch zwischen Facebook und den Partnerwebseiten angeht, sind die Aussagen von Facebook sehr vage. Es heißt zwar, die Webseiten hätten keinen Zugriff auf persönliche Daten von Facebook-Nutzern und könnten keine Daten sammeln - aber gleichzeitig heißt es auch, dass die Webseiten mit den öffentlich zugänglichen Daten der Facebook-Besucher personalisiert werden. Und dass Facebook-Anwendungen Nutzerdaten nicht mehr nach einem Tag löschen müssen, sondern unbegrenzt aufheben können.

Facebook hatte kürzlich angekündigt, weitere, bisher private Angaben zu öffentlichen Daten deklarieren zu wollen. Dazu zählen etwa auch Interessen, Vorlieben, Ausbildungsort, Arbeitgeber und Wohnort. Wenn Facebook nicht auf die massive Kritik der Nutzer eingeht, dann wird all das für jeden einsehbar - sofern die Angaben nicht vorsorglich vom Nutzer gelöscht wurden. Öffentlich einsehbar auf Facebook hat nun zudem eine neue Bedeutung, da es sich nicht mehr nur auf Facebook.com, sondern auch auf die Partnerwebseiten bezieht - mindestens 30 Onlineangebote haben schon angekündigt, mitmachen zu wollen und es werden wohl deutlich mehr werden.

Immer vernetzt?

Wer als Facebook-Nutzer nicht will, dass andere über womöglich jeden Schritt im Netz informiert werden, wird es künftig schwer haben. Was Facebook auch als "Instant Personalization" oder "Umgehende Personalisierung" bezeichnet, wird nämlich nicht erst auf Wunsch aktiviert, sondern die Nutzer müssen sich in den Privatsphäre-Optionen für Anwendungen und Webseiten daraus austragen, wenn sie es nicht wollen.

Das ist jedoch nicht alles - dieses Opt-Out-Verfahren ist für jede einzelne Facebook-Partnerwebseite mit eigener Anwendung separat nötig. Sie kann sonst über die Kontakte auf Daten anderer zugreifen. Das sorgt bereits für Verunsicherung und Unmut bei einem Teil der Facebook-Nutzer.

Es gibt jedoch auch positive Stimmen, die wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg in der stärkeren Vernetzung mit einem Social Network weniger eine Gefahr für die Privatsphäre sehen, als vielmehr einen Weg in die Zukunft des immer präsenten sozialen Web. Entwickler könnten so Nutzerdaten und Anwendungen auf ganz neue Weise verknüpfen, für Nutzer könnten Webseiten und Dienste persönlich relevanter werden, sofern sie sich eng an Facebook binden.

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Besserwissesr 13. Mai 2010

@Besserwissi: Das heisst Besserwessi, wenn du ein echtes Wort meinst... Das ist eine...

mmm123 27. Apr 2010

Jeder der halbwegs vernünftig ist hat Google Analytics and seine ganzen Pendants auf der...

Lola Loca 26. Apr 2010

GewinnerVZ

agree 26. Apr 2010

Und trotzdem bleiben deine Daten gespeichert. Datenprofile sind das Internetgold, mit dem...



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