ARM-Chef: "Niemand muss uns kaufen"
Der Chipdesigner ARM Holdings hat das Gerücht kommentiert, dass Apple an einer Übernahme der britischen Firma interessiert sei. "So aufregend es ist, dass der Preis unserer Aktie durch die Gerüchte nach oben geht, sagt uns doch zugleich der gesunde Menschenverstand, dass unser Standardgeschäftsmodell für Technologiefirmen ein exzellenter Weg ist, um an unsere Technologie zu kommen", sagte Firmenchef Warren East der britischen Tageszeitung Guardian(öffnet im neuen Fenster). "Niemand muss das Unternehmen kaufen."
ARM entwickelt Chipdesigns im Baukastensystem. Lizenznehmer von ARM können sich eigene Systems-on-a-Chip (SoC) rund um RISC-Kerne zusammenstellen. Damit ist das Unternehmen seit Jahren sehr erfolgreich. Apple, das in allen iPods, iPhones und iPads ARM-Kerne einsetzt, gilt als größter Lizenznehmer von ARM und könnte sich durch eine Übernahme des Chipdesigners viele Kosten sparen. Um Konflikte mit der Konkurrenz zu vermeiden, könnte Apple sich auf eine Beteiligung an ARM beschränken. ARM Holdings wurde 1990 als Gemeinschaftsunternehmen von Acorn Computers, Apple und VLSI gegründet. Lange Jahre danach war Apple an der Firma beteiligt.
"Wenn Apple ARM besitze würde, könnte Apple eine unzulässige Einflussnahme auf die zukünftige Richtung von ARM ausüben", sagte der Insight64-Analyst Nathan Brookwood. Eine der Grundlagen dafür, dass Chiparchitekturen zu einem Standard werden, sei, dass alle gleichberechtigten Zugang dazu bekämen. "Beispielsweise würde HP ein bisschen nervös werden, wenn sie einen Produktplan für einen ARM-Chip haben, ARM aber zu einer Apple-Tochter geworden ist. Ihr Plan wäre damit offengelegt", sagte Brookwood.[von Achim Sawall und Nico Ernst]
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