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Facebook - aus dem Social Graph wird der Open Graph

Social-Plugins machen jede Webseite "sozial" und Facebook setzt auf OAuth. Mit dem Open-Graph-Protokoll will Facebook eine neue Generation sozialer Netze starten: Das offene Protokoll soll die Verbindungen zwischen Menschen und Dingen über mehrere Webseiten ermöglichen. Zugleich führt Facebook mit Social Plugins einen Like-Button für das gesamte Netz ein, startet mit dem Graph API ein komplett neu entwickeltes API und unterstützt künftig OAuth.
/ Jens Ihlenfeld
28 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Mit dem Open Graph will Facebook das gesamte Netz "sozial" machen. Dabei handelt es sich um ein neues, offenes Protokoll, das die Verbindung zwischen Menschen und Objekten über die Website-Grenzen hinweg möglich machen soll. Alles ist miteinander verbunden und es spielt keine Rolle, ob die Verknüpfung bei Facebook oder einem Dritten gespeichert ist.

Mögen drei Freunde ein Objekt – das kann eine Website, ein Artikel, ein Film, eine Band oder was auch immer sein -, wird dieses Objekt angezeigt. Bei einer Suche nach einem Restaurant kann beispielsweise berücksichtigt werden, welche Restaurants die eigenen Freunde mögen, auch wenn die Restaurantbewertungen bei externen Seiten wie Yelp(öffnet im neuen Fenster) liegen.

Auf den Seiten müssen dazu nur bestimmte Metatags hinterlegt werden, so dass Facebook erkennen kann, um was es sich bei der Seite dreht. Klickt ein Nutzer dann auf den Like-Button, der mit Hilfe der neuen Social-Plugins künftig auf vielen Seiten zu finden sein soll, kann Facebook eine entsprechende Verbindung zwischen dem Objekt, also beispielsweise der Band, um die es auf der Seite geht, und dem Nutzer herstellen.

Social-Plugins machen alle Seiten sozial

Die Social-Plugins gehen aber noch einen Schritt weiter: Sie zeigen auch, welche Freunde etwas mögen, beispielsweise einen Nachrichtenartikel. Die Freunde tauchen dann direkt auf der entsprechenden Nachrichtenseite mit ihren Profilbildern auf. Die Nachrichtenseite muss dazu lediglich ein Social-Plugin einbinden, erfährt aber nie, welche Nutzerdaten dieses anzeigt. Auch ein Login ist nicht notwendig. Websites sollen so durch das Einführen einer Codezeile Teil eines sozialen Netzes werden, ohne dass dafür etwas programmiert werden muss.

Auch der Like-Button funktioniert auf diese Weise: Es handelt sich lediglich um einen iFrame, der in die eigene Website eingefügt werden muss, damit Facebook-Nutzer sich mit dieser verbinden können. Es bedarf keines SDK, nichts muss programmiert werden.

Mit dem Acitvity-Feed-Plugin können Seiten auch den Activity-Feed von Facebook-Nutzern einbetten. Auch hier gilt: Die Daten werden nicht an die entsprechende Website übermittelt. Mit Empfehlungen geht Facebook sogar noch einen Schritt weiter und zeigt Nutzern an, welche Inhalte auf einer Webseite für sie besonders interessant sind, wobei das aus dem eigenen Netz an Verbindungen zu Freunden und deren Verbindungen zu Inhalten ermittelt wird. Und auch hier gilt: Ein kleiner Codeschnipsel reicht aus und es werden keine Daten an die Website übermittelt.

Wer Facebook Connect nutzt, um Facebook-Nutzern das Anmelden mit ihrem Facebook-Account zu ermöglichen, soll von einem erweiterten Loginformular profitieren: Hier zeigt Facebook künftig an, welche Freunde eines Nutzers sich bereits bei einer Website angemeldet haben. Sieht ein Nutzer, dass viele seiner Freunde dort sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich ebenfalls einloggt.

Wer all diese Funktion auf seiner Website nutzen will, kann das in Form der Social Bar tun. Zum Start der neuen Funktion hat Facebook 30 Partner, die diese ab sofort integrieren. So geht Facebook davon aus, in den ersten 24 Stunden nach dem Start der neuen Funktion 1 Milliarde Like-Buttons auf anderen Seiten auszuliefern.

Prominentester Partner dabei ist Microsoft, das unter docs.com(öffnet im neuen Fenster) seine Onlineversion von Office startet, die eng mit Facebook über diese neuen Funktionen verknüpft ist.

Neues Graph API soll alles einfacher machen

Die all dem zugrundeliegende Facebook-Plattform wurde neu geschrieben und heißt nun Graph API. Sie soll die Abfrage von Daten bei Facebook sehr viel einfacher machen. So können Daten über jedes bei Facebook gespeicherte Objekt künftig unter graph.facebook.com(öffnet im neuen Fenster) abgerufen werden. Dazu erhält jedes Objekt eine ID, der Aufruf von graph.facebook.com/id liefert das Objekt in JSON zurück. Unter einer URL wie graph.facebook.com/id/connectionname erhalten Entwickler sämtliche Verbindungen, beispielsweise unter graph.facebook.com/id/friends die Freunde eines Nutzers.

Neu ist auch eine Suche über alle bei Facebook gespeicherten öffentlichen Updates. So können Unternehmen beispielsweise leicht abfragen, was auf Facebook und Seiten, die den Open Graph nutzen, über die eigene Marke gesagt wird.

Von vornherein integriert Facebook eine Echtzeitfunktion: Entwickler können dazu für eine Suchanfrage ein Callback bei Facebook hinterlegen, das Facebook aufruft, wenn neue Daten hinzukommen. So können Applikationen immer aktuell gehalten werden. Die bisher geltende Einschränkung, dass über Facebooks API abgerufene Nutzerdaten nur 24 Stunden gespeichert werden dürfen, hebt Facebook auf.

Für den Zugriff auf Nutzerdaten setzt Facebook künftig auf OAuth(öffnet im neuen Fenster) 2.0 und verabschiedet sich von seinem alten System. OAuth 2.0 sei ein Industriestandard und viel einfacher als das alte System, heißt es zur Begründung. Dies gilt auch für die alten APIs, die weiterhin zur Verfügung stehen und künftig auch mit OAuth verwendet werden können.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg betont, das Web verändere sich und werde zunehmend sozial, entsprechende Funktionen würden damit zum Standard. Dabei stehe die wahre Identität der Nutzer im Mittelpunkt, denn diese ist mit allem verknüpft.


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