BVS: Zu wenige Geldautomaten vor Manipulation geschützt

Deutsche Sachverständige fordern besseren Schutz für Bankkunden

Der Sachverständigen-Bundesverband BVS kritisiert die Banken, weil sie ihre Kunden immer noch nicht ausreichend gegen Skimming schützen. Dabei sei das Ausspähen von Bankdaten an manipulierten Geldautomaten durch technische Schutzmaßnahmen leicht zu bekämpfen.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e. V. (BVS) fordert die deutschen Banken auf, "ihre Geldautomaten zügig und flächendeckend mit Anti-Skimming-Modulen aufzurüsten sowie die Versorgung ihrer Kunden mit modernen Chipkarten sicherzustellen".

Stellenmarkt
  1. IT-Security-Administrator*in (m/w/d)
    Landkreis Tübingen, Tübingen
  2. (Senior) MLOps Engineer (Cloud) (m/f/d)
    Lidl Digital, Berlin, Neckarsulm
Detailsuche

Noch erfolge die Umrüstung der Geldautomaten und Karten nur schleppend, obwohl Skimming laut BVS zu den weltweit wachsenden Kriminalitätssegmenten gehört. Die Kriminellen installieren dabei ein eigenes Kartenlesegerät am Geldautomaten und spähen die PINs über Kamera oder Tastaturaufsatz aus. Die ausgespähten Daten werden dann auf Magnetstreifenkarten kopiert und zum Geldabheben genutzt. Vorsicht sei insbesondere bei Karteneinsatz im Ausland geboten, warnt der BVS.

Gegen Skimming helfen Anti-Skimming-Module, die ein magnetisches Störfeld um den Karteneinzugsschlitz legen und so die davor platzierten Lesegeräte der Kriminellen unbrauchbar machen. Einen großen Fortschritt bringen jedoch nach Ansicht des BVS EC-Karten, die mit weniger leicht zu fälschenden EMV-Chips ausgerüstet sind. Hinter dem EMV-Standard steht das von Mastercard Europe, Mastercard und Visa gegründete Unternehmen EMVCo.

Zweifel an der Sicherheit des EMV-Protokolls

Allerdings weist der BVS nicht darauf hin, dass bereits Zweifel an der Sicherheit des EMV-Protokolls aufgekommen sind. Britische Forscher wollen im Mai 2010 präsentieren, wie mit gestohlenen Chipkarten auch ohne PIN unbemerkt bezahlt werden kann. Die EMVCo antwortete auf entsprechende Medienberichte, dass die Auswirkungen des Szenarios gering, das Risiko für Kriminelle dabei enorm hoch wäre und es zudem hinreichende Maßnahmen gebe, um nachzuweisen, ob der Kreditkarteninhaber schuld sei oder ein Betrug vorliege.

Golem Karrierewelt
  1. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    13./14.09.2022, virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

In Europa sollen bis Ende 2010 alle Kreditkarten und Kartenterminals auf den EMV-Standard umgestellt sein. Doch die meisten Karten verfügen weiterhin über einen Magnetstreifen, da die EMV-Chips noch nicht weltweit im Einsatz sind. In den USA wird laut BVS weiterhin nur mit Magnetstreifentechnik gearbeitet.

"Die Banken scheuen die Kosten der Umrüstung und zahlen ihren Kunden lieber das gestohlene Geld zurück. Das ist unverantwortlich, denn auch die Schadensausgleichsfonds der Banken werden letztlich über Gebühren und damit von den Bankkunden finanziert. Es kann doch nicht sein, dass die Kunden über diesen Umweg quasi die Betrüger mitfinanzieren", ärgert sich BVS-Präsident Vogel über die schleppende Einführung von Anti-Skimming-Technik.

Im Jahr 2008 sollen die Schäden durch Geldautomatenbetrug alleine in der europäischen Union bei rund 500 Millionen Euro gelegen haben. Auf Deutschland entfielen dabei rund 40 Millionen Euro Schaden, was etwa 10.000 Fällen und damit einem Plus von 105 Prozent gegenüber 2007 entspricht. Aktuelle Zahlen für das Jahr 2009 werden voraussichtlich im Sommer 2010 veröffentlicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektroauto
ID.3-Konkurrent MG4 kommt Ende 2022 nach Europa

MG Motor bringt sein kompaktes Elektroauto MG4 Electric nach Europa. Im vierten Quartal 2022 erscheint das Fahrzeug.

Elektroauto: ID.3-Konkurrent MG4 kommt Ende 2022 nach Europa
Artikel
  1. Playstation Plus im Test: Die Ära der Spielabos ist endgültig angebrochen!
    Playstation Plus im Test
    Die Ära der Spielabos ist endgültig angebrochen!

    Mit PS Plus gibt es nun Spieleabos für (fast) alle Plattformen. Eines ist beim insgesamt guten, aber konfusen Angebot von Sony aber noch offen.
    Von Peter Steinlechner

  2. Return to Monkey Island: Gameplay-Trailer zeigt neuen Guybrush Threepwood
    Return to Monkey Island
    Gameplay-Trailer zeigt neuen Guybrush Threepwood

    Das dürfte nicht nur für Begeisterung sorgen: Erstmals ist Gameplay aus dem nächsten Monkey Island zu sehen - inklusive der Hauptfigur.

  3. Elektroautos: Tesla hat offenbar zu wenig Platz für Homeoffice-Rückkehrer
    Elektroautos
    Tesla hat offenbar zu wenig Platz für Homeoffice-Rückkehrer

    Tesla holt seine Angestellten mit Drohungen aus dem Homeoffice zurück - hat im Büro aber gar nicht genügend Platz für alle.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Top-TVs bis 57% Rabatt • PS5 bestellbar • MindStar (Palit RTX 3080 Ti 1.099€, G.Skill DDR5-5600 32GB 189€) • Lenovo 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 339,94€ • Corsair Wakü 236,89€ • Top-Gaming-PC mit AMD Ryzen 7 RTX 3070 Ti 1.700€ • Alternate (Team Group SSD 1TB 119,90€)[Werbung]
    •  /