Angreifer sollen Googles Login-Quellcode erbeutet haben

Ermittlern liegen neue Erkenntnisse vor

Der Quellcode zur Login-Verwaltung für die meisten Google-Dienste ist Angreifern in die Hände gefallen. Das sagten Ermittler, die den Angriff auf Mitarbeiter bei Google China untersuchen, der New York Times.

Artikel veröffentlicht am ,
Firmensitz von Google China
Firmensitz von Google China

Bei dem Angriff auf Google China, den das Unternehmen im Januar 2010 öffentlich gemacht hat, ist Quellcode für die Passwortverwaltung zu verschiedenen Diensten gestohlen worden. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Ermittlerkreise. Auch das Wall Street Journal berichtet über den Vorgang. Die Software mit der Bezeichnung Gaia regelt das Login für fast alle Dienste, die Google im Internet anbietet, darunter E-Mail-Konten und Webanwendungen für Unternehmenskunden. Passwörter werden in der Software nicht abgespeichert.

Stellenmarkt
  1. IT Projektleiter (m/w/d)
    VOSS Automotive GmbH, Wipperfürth
  2. IT Systemintegrator/IT Specialist (m/w/d)
    BSH Hausgeräte Gruppe, Giengen
Detailsuche

Google hatte im Januar 2010 bekanntgegeben, dass die Firma Opfer aufwendiger und sehr zielgerichteter Angriffe auf seine Infrastruktur geworden war, deren Ursprung in China gelegen haben soll. Indirekt wurde die chinesische Regierung verdächtigt, Auftraggeber gewesen zu sein. Ziel der Angriffe sei es gewesen, Zugriff auf die Google-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten zu erhalten und geistiges Eigentum Googles zu stehlen, so das Unternehmen. Am 22. März 2010 stellte Google als Reaktion darauf alle Zensurmaßnahmen seiner chinesischen Ausgaben von Google Search ein. Nutzer von Google.cn wurden auf Google.com.hk und damit auf Server in Hongkong umgeleitet, wo ihnen unzensierte Suchergebnisse gezeigt werden.

Schon länger ist bekannt, dass die Angreifer ein offenes Sicherheitsloch im Internet Explorer nutzen, das mittels Javascript zum Ausführen von Schadcode missbraucht werden konnte. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsspezialisten von McAfee wurden hochrangige Mitarbeiter gezielt ausgewählt, um ihnen aus vermeintlich vertraulichen Quellen Links zuzuschicken.

Die New York Times berichtet, ein Mitarbeiter von Google China sei mit dem Link über Microsofts Messenger-Programm angegriffen worden. Mit dem Öffnen der Links im Internet Explorer wurde Schadcode auf die betreffenden Systeme geladen, Backdoors wurden geöffnet. Im zweiten Schritt wurde weiterer Code aus dem Internet nachgeladen, um die Systeme unter Kontrolle zu bringen.

Golem Karrierewelt
  1. IT-Sicherheit für Webentwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.09.2022, Virtuell
  2. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    29.08.-01.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Angreifer konnten dann auf Softwareverzeichnisse der Gaia-Entwickler beim Google-Hauptsitz im kalifornischen Mountain View zugreifen.

Google soll schnell reagiert und wichtige Änderungen an den Sicherheitsmechanismen der Software und seiner Rechenzentren vorgenommen haben. Die Verschlüsselung für Google Mail wurde verstärkt. Gaia wurde in Single-Sign-On unbenannt, wird aber weiterverwendet, so die Zeitung. Trotz des schnellen Eingreifens der Sicherheitsexperten von Google könne aber nicht völlig ausgeschlossen werden, dass die Angreifer weitere Systeme kompromittiert haben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


sds 21. Apr 2010

Was für ein Idiot *hand ins gesicht watsch* Schlimm.

Sicainet 20. Apr 2010

Es gibt ja mal nen fetten Unterschied ob wenige hochrangige Mitarbeiter gezielt...

Korny 20. Apr 2010

Wer sagt denn, dass das *jeder* war? Vielleicht nur eben genau der eine? Autsch…

Himmerlarschund... 20. Apr 2010

Und du schreibst nur Briefe oder wie?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Nuklearer Anschlag
Russland soll Sprengung von AKW Saporischschja vorbereiten

Die Ukraine meldet, Russland habe das Kernkraftwerk Saporischschja mit Sprengstoff bestückt. Eine Sprengung könnte eine Katastrophe auslösen.

Nuklearer Anschlag: Russland soll Sprengung von AKW Saporischschja vorbereiten
Artikel
  1. Browser: Microsoft Edge kann ohne Chrome Google-Daten synchronisieren
    Browser
    Microsoft Edge kann ohne Chrome Google-Daten synchronisieren

    Direkt bei der Ersteinrichtung kann Edge Google-Kontodaten synchronisieren. Außerdem führt Microsoft weitere Sicherheitsfeatures ein.

  2. Sparmaßnahmen: Komplettes Chaos nach Entlassungen bei Oracle
    Sparmaßnahmen
    "Komplettes Chaos" nach Entlassungen bei Oracle

    Auch Oracle hat einen massiven Stellenabbau begonnen. Das Unternehmen will eine Milliarde US-Dollar an Kosten einsparen.

  3. Urteil: Kennzeichen-Scanning in Brandenburg war verboten
    Urteil
    Kennzeichen-Scanning in Brandenburg war verboten

    Das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) lässt keinen Zweifel offen: Das Scannen von Autokennzeichen auf Vorrat war verfassungswidrig.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: MSI 29,5" 200 Hz 259€, LG QNED 75" 120 Hz 1.455,89€ • MindStar (XFX RX 6950 XT 999€, Gainward RTX 3070 559€) • WD Black 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,90€ • Gigabyte Deals • Der beste Gaming-PC für 2.000€ • Apple Week bei Media Markt • be quiet! Deals [Werbung]
    •  /