Tausende Fotos bei Schülerüberwachung per Webcam in USA
Eltern haben gestern neue Beweise gegen die Schulleitung des Bezirks Lower Merion School vorgelegt, die Kameras in Schülernotebooks zur Überwachungeingesetzt haben soll. Mark Haltzman, der Anwalt von Michael und Holly Robbins, deren 15-jähriger Sohn Blake auf der Harriton High School ist, will Beweise dafür haben, dass die IT-Abteilungen der Schulleitungen tausende heimliche Aufnahmen der Schüler gemacht haben. Die Bilder zeigten die Kinder und Jugendlichen zu Hause. Mit Screenshots seien auch von ihnen besuchte Websites und Chats aufgezeichnet worden.
Blake Robbins sei schlafend in seinem Bett aufgenommen worden. In einem Zeitraum von zwei Wochen im Herbst 2009 hätte die Kamera 400 Bilder gemacht, so der Anwalt. "Tausende Webcambilder und Screenshots wurden von zahlreichen anderen Schülern aufgenommen", heißt es in dem Papier, das der Tageszeitung Philadelphia Inquirer(öffnet im neuen Fenster) vorliegt. Dafür kam die Software LANRev von Absolute Software zum Einsatz.
Im Büro der IT-Abteilung der Schule hätten sich die Beschäftigten über die Möglichkeiten des Einblicks in das Privatleben der Schüler gefreut. "Das ist wie eine kleine Lower-Merion-School-Seifenoper", soll ein Mitarbeiter in einer E-Mail an die Schuladministratorin Carol Cafiero geschrieben haben. "Ich weiß, ich liebe es", soll Cafiero geantwortet haben. Cafiero wurde inzwischen von der Schulleitung beurlaubt. Der Robbins-Anwalt versucht, die Herausgabe des privaten Computers per richterlicher Anordnung durchzusetzen.
Christopher McGinley, Superintendent der Schule, hatte die Vorwürfe in der Vergangenheit wiederholt zurückgewiesen. Es handle sich um ein Sicherheitstool, das ausschließlich im Falle eines Diebstahls zum Einsatz gekommen sei, sagte er.
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