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VLC 1.1.0 bringt Hardwarebeschleunigung

Viele neue Funktionen – und dennoch soll VLC schlank bleiben. VLC soll effizienter werden. Dazu wird die in Entwicklung befindliche Version 1.1.0 "The Luggage" ein schnelleres CPU-Decoding und – unter Windows und Linux – zudem erstmals auch GPU-Decoding bieten. Eine Testversion für die Entwickler existiert bereits, auf eine Beta muss noch etwas gewartet werden.
/ Christian Klaß
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Jean-Baptiste Kempf(öffnet im neuen Fenster) vom VideoLAN-Team(öffnet im neuen Fenster) hat in seinem Blog die Funktionen aufgelistet, um welche die freie Audio- und Videowiedergabe-Software VLC mit der Version 1.1.0 erweitert wird. Dabei widmete er je einen Blogeintrag der VLC-Hardware-Beschleunigung(öffnet im neuen Fenster) und einen den weiteren neuen VLC-1.1.0-Funktionen(öffnet im neuen Fenster) .

Durch die zunehmende Verbreitung von HD-Videos wird schnelleres Decoding immer wichtiger. Kempf zufolge konnte hier VLC in letzter Zeit nicht überzeugen, insbesondere nicht in Verbindung mit H.264. VLC 1.1.0 soll das zumindest teilweise ändern.

Dazu arbeitet das VideoLAN an schnellerem CPU-Decoding insbesondere unter Windows. Dazu kommt GPU-Decoding unter Windows Vista, Windows 7 und Linux. Unter Windows wird dazu DxVA2 genutzt, unter Linux die Video Acceleration API (VAAPI). Das komplette Decoding des VLC-Frameworks übernimmt so der Grafikchip.

Das Resultat laut Kempf: Mit kompatiblen GPUs soll VLC die CPU-Auslastung auf unter 10 Prozent senken. Da das auch für Atom-Systeme mit Nvidias Ion-Chipsatz gilt, können entsprechend bestückte Netbooks oder Heimkino-PCs nun VLC besser nutzen.

Hardwaredecoding soll auch auf Embedded-Linux-Geräten möglich werden, indem über die Programmierschnittstelle (API) OpenMax IL auf DSPs zugegriffen wird. "... das bedeutet, dass VLC nun fast genauso schnell und energiesparend wie der native Player auf dem [Nokia-Smartphone] N900 läuft."

Über OpenMax IL kann VLC die meisten Codecs zum Komprimieren und Decodieren nutzen: darunter MPEG-2, MPEG-4, H.264, H.263, WMV1/2/3, RV10/20/30/40, AAC, AMR und MP3.

Mehr Funktionen für 'The Luggage'

Neben der besseren Hardwarenutzung soll VLC 1.1.0 auch viele Verbesserungen und neue Funktionen mit sich bringen. So wird etwa unter Windows nun die Musiktiteldatenbank CDDB unterstützt und unter Windows 7 integriert sich VLC in die Taskbar.

Außerdem wird die Ambilight-Integration verbessert, es können Podcast-Bilder angezeigt werden, es kommt eine 7.1-Tonausgabe für Vorbis Audio und Flac hinzu und es lassen sich auch DVD-Audio-Dateien (.aob) wiedergeben. Für Blu-ray-Fans interessant: VLC 1.1.0 wird PGS-Untertitel aus Blu-ray-Rips anzeigen können.

Trotz der vielen Änderungen wird VLC 1.1.0 laut Kempf keine überfrachtete Software sein. In seinem Blog will er noch erklären, wie VLC trotzdem schlank gehalten wird. Der Codename "The Luggage" zumindest soll eher darauf hinweisen, dass die Software viel bietet, aber dennoch schnell und wendig ist – wie die mit vielen Beinen bestückte lebende Truhe aus Terry Pratchetts Scheibenwelt(öffnet im neuen Fenster) -Romanen.

Die VLC-Entwickler haben auf dem VideoLAN-Server(öffnet im neuen Fenster) bereits eine frühe Testversion (Pre1) veröffentlicht. Sie kann zwar auch von VLC-Nutzern schon ausprobiert werden, sollte jedoch nicht mit einer gereiften Beta, einem Release Candidate oder gar einer fertigen Version 1.1.0 verwechselt werden.


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