Britischer Premier kritisiert Bezahlschranken fürs Netz

Müssen Nachrichten kostenlos sein?

Gordon Brown greift mitten im Wahlkampf Rupert Murdochs Bezahl-Pläne für die Onlineausgaben der Times und der Sunday Times an. Laut Brown sollten grundlegende Nachrichten kostenlos verfügbar sein.

Artikel veröffentlicht am ,

Der britische Premierminister Gordon Brown hat die Pläne des Medienunternehmers Rupert Murdoch kritisiert, die Onlineausgaben der Times und der Sunday Times ab Juni 2010 nur noch kostenpflichtig anzubieten. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian sagte Brown in einem Radiointerview wörtlich: "Die Leute haben sich daran gewöhnt, Inhalte umsonst zu bekommen. Ich denke nicht, dass man die Sachen einfach hinter Mautstellen packen kann und dann von den Leuten erwarten kann, dass sie dafür zahlen. Die Leute werden für bestimmte Sachen zahlen, und das sollten sie auch. Aber ich denke, dass es eine ganze Menge Kommunikation gibt, die kostenlos sein muss. Die Leute haben etwas dagegen, für grundlegende Nachrichten zu zahlen."

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Browns Kritik mitten im Wahlkampf (in dem seiner Partei nur geringe Gewinnchancen eingeräumt werden) richtet sich nicht von ungefähr gegen Rupert Murdoch. Der Besitzer der traditionsreichen Times nennt im Vereinigten Königreich zugleich eine Reihe von Boulevardblättern sein eigen. Darunter befindet sich auch das Massenblatt Sun, das sich im Wahlkampf auf die Seite der oppositionellen Konservativen geschlagen hat.

Rupert Murdoch wiederum wird nicht müde, Suchmaschinen wie Google und die allgemeine Gratismentalität im Internet anzuprangern. Er fordert vehement, dass alle Zeitungen ihre Onlineausgaben schnellstmöglich nur noch kostenpflichtig anbieten sollten. Weitgehende Unterstützung findet Murdoch für seine Haltung hierzulande bei Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner. Dessen Strategie sieht vor, Inhalte der Onlineausgaben von Konzernprodukten wie Bild, Hamburger Abendblatt oder Welt zunehmend kostenpflichtig zu machen.

Große Hoffnungen setzt der Axel-Springer-Verlag auf Apples mobile Internetgeräte wie iPhone und iPad. In einer US-Talkshow erklärte Döpfner dazu kürzlich: "Jeder Verleger auf der Welt sollte sich einmal am Tag niedersetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er damit die Verlagsindustrie rettet." [von Robert A. Gehring]

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