Abo
  • Services:

Bund verzichtet vorerst auf Anreize für Elektroautos

Marktanreizprogramme für Elektromobilität nicht finanzierbar

Die Industrie muss ihre Hoffnungen auf Marktanreizprogramme für die Einführung von Elektroautos vorerst begraben. Unter den beteiligten Ministerien bestehe Einigkeit darüber, dass dafür kein Geld vorhanden sei, heißt es in Regierungskreisen. Die Regierung bleibt damit hinter den Forderungen der Wirtschaft zurück - und auch hinter früheren Plänen.

Artikel veröffentlicht am ,
Bund verzichtet vorerst auf Anreize für Elektroautos

Die Bundesregierung wolle sich zunächst darauf beschränken, Forschung und Entwicklung der Elektromobilität zu fördern. In den beteiligten Ministerien heißt es, man strebe an, bis zum Ende der Legislaturperiode insgesamt 2,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufzuwenden. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus den 500 Millionen Euro, die bereits mit dem Konjunkturpaket II zur Verfügung gestellt worden sind, sowie weiteren zwei Milliarden Euro, die man "im Idealfall" bis 2013 bereitstellen könne.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Mit dem Verzicht auf ein Marktanreizprogramm bleibt die Bundesregierung hinter den Forderungen der Wirtschaft zurück - und auch hinter früheren Plänen. Im "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität", den die rot-schwarze Bundesregierung im Sommer 2009 verabschiedet hatte, heißt es, "die Akzeptanz und Marktentwicklung" solle durch "Anreizsysteme und einen geeigneten regulatorischen Rahmen unterstützt werden". Noch im September vergangenen Jahres hatte das Bundesumweltministerium vorgeschlagen, den Kauf eines Elektroautos mit 3.000 bis 5.000 Euro zu fördern. Ein entsprechendes "Marktaktivierungsprogramm" sollte ab 2012 greifen.

Das Thema Elektromobilität birgt große wirtschaftliche Chancen. McKinsey rechnet damit, dass mit dem Verkauf von Elektrofahrzeugen 2020 Umsätze von weltweit 110 Milliarden Euro zu erzielen sind. Hinzu kommen neue Absatzmöglichkeiten für Zulieferer, Energiekonzerne, aber auch für die Chemieindustrie. Allerdings erfordert das Geschäftsfeld enorme Investitionen. Automobilhersteller wie Daimler fordern daher Anreize "für Kunden und Hersteller", wie Forschungschef Herbert Kohler erst kürzlich in Berlin sagte. Viele Elektroautos auf den Straßen würden der Branche helfen, ihre Klimaschutzvorgaben schneller zu erfüllen.

Deutschland soll Weltmarkt anführen

In anderen Ländern wird der Kauf von Elektrofahrzeugen bereits gezielt gefördert. Wegen der schwierigen Haushaltslage könne dieses Thema jedoch "allenfalls gegen Ende der Legislaturperiode" debattiert werden, heißt es in den Ministerien. Es gehe zunächst darum, die längst noch nicht marktreife Technik zu erforschen.

Im Moment ist noch unklar, ob hocheffizienten Verbrennungsmotoren, Hybridantrieben, Brennstoffzellen oder Batterieautos die Zukunft gehört. Solange diese Frage noch nicht geklärt sei, müsse man technologieoffen die verschiedenen Varianten erforschen. Trotz der vielen ungeklärten Fragen hält die Bundesregierung an ihrem Ziel fest, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen.

Ziel der Bundesregierung ist es, Deutschland zum Weltmarktführer in der Elektromobilität zu machen. Das wird Bundeskanzlerin Angela Merkel am 3. Mai in den Vordergrund stellen, wenn sie 400 Gäste aus der Automobil-, Zulieferer- und Energieversorgungsbranche sowie Wissenschaftler und Gewerkschafter in Berlin zum Elektromobilitätsgipfel empfängt. Merkel will den Gipfel mit rund 400 Teilnehmern dazu nutzen, eine "Nationale Plattform Elektromobilität" aus der Taufe zu heben. Die Plattform soll von einem Lenkungskreis geleitet werden, an dessen Spitze Vertreter der Wirtschaft stehen, dem aber auch hochrangige Vertreter der Ministerien Verkehr, Wirtschaft, Umwelt und Forschung angehören. Unterhalb dieser Ebene beraten sieben Arbeitsgruppen über Antriebstechnologie, Speichertechnologie, Infrastruktur und Netzintegration, Normung und Zertifizierung, Rohstoffe und Recycling, Nachwuchs und Qualifizierung, Rahmenbedingungen sowie die allgemeinen Rahmenbedingungen. [von Daniel Delhaes und Klaus Stratmann, Handelsblatt]



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

venus projekt 14. Apr 2010

ihr alle habt das problem erkannt. technologie kostet geld! warum gibt es keine...

VerwirrterPoster 14. Apr 2010

"Im Moment ist noch unklar, ob hocheffizienten Verbrennungsmotoren, Hybridantrieben...

Systemimmanent 13. Apr 2010

In beiden Fällen gilt das Wort: Systemimmanent! Man bläst da etwas in den Hintern, um...

Ehrenwert 13. Apr 2010

Ehrenwerte Leute nehmen sich das Recht, Betragszeichen bei ihren Schulden zu verwenden.

Amanda B. 13. Apr 2010

Einen anderen Job suchen? Ich fände es unverantwortlich jeden Tag diese Strecke...


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 2070 - Test

Wir haben uns zwei Geforce RTX 2070, eine von Asus und eine von MSI, angeschaut. Beide basieren auf einem TU106-Chip mit 2.304 Shader-Einheiten und einem 256-Bit-Interface mit GByte GDDR6-Speicher. Das Asus-Modell hat mehr Takt und ein höhere Power-Target sowie eine leicht bessere Ausstattung, die MSI-Karte ist mit 520 Euro statt 700 Euro aber günstiger. Beide Geforce RTX 2070 schlagen die Geforce GTX 1080 und Radeon RX Vega 64.

Geforce RTX 2070 - Test Video aufrufen
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test: Tolles teures Teil - aber für wen?
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test
Tolles teures Teil - aber für wen?

Der Mac Mini ist ein gutes Gerät, wenngleich der Preis für die Einstiegsvariante von Apple arg hoch angesetzt wurde und mehr Speicher(platz) viel Geld kostet. Für 4K-Videoschnitt eignet sich der Mac Mini nur selten und generell fragen wir uns, wer ihn kaufen soll.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  2. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

IMHO: Valves Ka-Ching mit der Brechstange
IMHO
Valves "Ka-Ching" mit der Brechstange

Es klingelt seit Jahren in den Kassen des Unternehmens von Gabe Newell. Dabei ist die Firma tief verschuldet - und zwar in den Herzen der Gamer.
Ein IMHO von Michael Wieczorek

  1. Artifact im Test Zusammengewürfelt und potenziell teuer
  2. Artifact Erste Kritik an Kosten von Valves Sammelkartenspiel
  3. Virtual Reality Valve arbeitet an VR-Headset und Half-Life-Titel

Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test: Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses
Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test
Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

Wir haben die dritte Generation von Sonys Top-ANC-Kopfhörer getestet - vor allem bei der Geräuschreduktion hat sich einiges getan. Wer in lautem Getümmel seine Ruhe haben will, greift zum WH-1000XM3. Alle Nachteile der Vorgängermodelle hat Sony aber nicht behoben.
Ein Test von Ingo Pakalski


      •  /