Abo
  • Services:
Anzeige

IBM will Open-Source-Patente nicht einklagen

Manager: Zusage von 2005 wird eingehalten

IBM steht zu einer Zusage aus dem Jahr 2005, 500 ausgewählte Patente nicht gegen Open-Source-Unternehmen und -Projekte einzuklagen. Das erklärte IBM-Vizepräsident Dan Frye gegenüber dem Chef der Linux Foundation, Jim Zemlin.

Vor einigen Tagen sorgte ein Brief von IBM-Vizepräsident Mark S. Anzani an den Chef des französischen Unternehmens Turbohercules, Roger Bowler, für Unruhe in der Open-Source-Community. Anzanis Brief las sich so, als ob IBM Turbohercules für die Vermarktung der Open-Source-Software Hercules, eines Emulators für IBM-Mainframe-Betriebssysteme, wegen Patentverletzung verklagen könnte. Dafür bekam IBM heftige Schelte von Open-Source-Protagonisten.

Anzeige

Im Zentrum der Kritik standen zwei Patente, für die IBM im Jahr 2005 die Zusicherung gegeben hatte, sie nicht auf dem Rechtsweg gegen Open-Source-Projekte und -Unternehmen durchzusetzen. Diese Patente tauchten auch in einem Anhang zu Anzanis Schreiben an Bowler auf, in dem mehr als einhundert Patente aufgelistet waren, die Hercules angeblich verletze.

Nun versucht der bei IBM für Open-Source-Angelegenheiten zuständige Manager Dan Frye die Wogen zu glätten. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Linux Foundation, Jim Zemlin, erklärte Frye, IBM stehe weiterhin zu seiner Zusage aus dem Jahr 2005: "IBM wird keine Verletzungsklagen für irgendeines der 500 damals genannten Patente durch irgendeine Open-Source-Software einreichen."

Zweifel an den Motiven von Turbohercules

Ein IBM-Sprecher relativierte die Aussage gegenüber ZDNet allerdings. ZDNet zitiert den IBM-Sprecher mit den Worten: "Als IBM 2005 offenen Zugang zu den 500 Patenten angekündigt hat, haben wir betont, dass diese Zusage für qualifizierte Open-Source-Entwickler oder -Unternehmen gilt. Wir haben ernsthafte Zweifel daran, dass Turbohercules in diesem Sinne qualifiziert ist. Turbohercules ist Mitglied von Organisationen, die von IBM-Wettbewerbern wie Microsoft gegründet und finanziert wurden, um den Mainframe zu attackieren. Wir zweifeln an den Motiven von Turbohercules."

Turbohercules hat bei der EU-Kommission eine formale Beschwerde gegen IBM wegen des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung im Mainframe-Sektor eingereicht. In einem Blogeintrag bestätigte Roger Bowler vor drei Tagen, dass sein Unternehmen Turbohercules mit Microsoft, HP, Dell und anderen Unternehmen zusammengearbeitet hat. Bowler erklärt zugleich, die Beschwerde bei der EU-Kommission erst eingereicht zu haben, nachdem mit IBM keine Einigung erzielt werden konnte.

Unterstützung für seine Position findet IBM bei Pamela Jones von Groklaw. Jones sieht die Q Public License, unter der Hercules entwickelt wurde, nicht als ausreichend offene Lizenz an, um durch IBMs Zusage von 2005 erfasst zu sein. Zudem habe hier nicht IBM Turbohercules angegriffen, sondern umgekehrt. Jones sieht daher IBM im Recht: "IBM steht es frei, sich selbst zu verteidigen." [von Robert A. Gehring]


eye home zur Startseite
JoeFixIt 13. Apr 2010

Stimmt...die MS Jungs haben alle einen wesentlich höheren IQ, ist mir auch schon...

Jurastudent 09. Apr 2010

IBM weiss zwischenzeitlich nur zu genau, dass man solche Prozesse vielleicht juristisch...

theschmitzcat 09. Apr 2010

"Jones sieht die Q Public License, unter der Hercules entwickelt wurde, nicht als...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Automotive Safety Technologies GmbH, Ingolstadt
  2. Home Shopping Europe GmbH, Ismaning
  3. operational services GmbH & Co. KG, Braunschweig
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hacksaw Ridge, Deadpool, Blade Runner, Kingsman, Arrival)
  2. (u. a. Logan Blu-ray 9,97€, Deadpool Blu-ray 8,97€, Fifty Shades of Grey Blu-ray 11,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. LAA

    Nokia und T-Mobile erreichen 1,3 GBit/s mit LTE

  2. Alcatel 1X

    Android-Go-Smartphone mit 2:1-Display kommt für 100 Euro

  3. Apple

    Ladestation Airpower soll im März 2018 auf den Markt kommen

  4. Radeon Software Adrenalin 18.2.3

    AMD-Treiber macht Sea of Thieves schneller

  5. Lifebook U938

    Das fast perfekte Business-Ultrabook bekommt vier Kerne

  6. Wochenrückblick

    Früher war nicht alles besser

  7. Raumfahrt

    Falsch abgebogen wegen Eingabefehler

  8. Cloud

    AWS bringt den Appstore für Serverless-Software

  9. Free-to-Play-Strategie

    Total War Arena beginnt den Betabetrieb

  10. Funkchip

    US-Grenzbeamte können Pass-Signaturen nicht prüfen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sam's Journey im Test: Ein Kaufgrund für den C64
Sam's Journey im Test
Ein Kaufgrund für den C64
  1. THEC64 Mini C64-Emulator erscheint am 29. März in Deutschland
  2. Sam's Journey Neues Kaufspiel für C64 veröffentlicht

Age of Empires Definitive Edition Test: Trotz neuem Look zu rückständig
Age of Empires Definitive Edition Test
Trotz neuem Look zu rückständig
  1. Echtzeit-Strategie Definitive Edition von Age of Empires hat neuen Termin
  2. Matt Booty Mr. Minecraft wird neuer Spiele-Chef bei Microsoft
  3. Vorschau Spielejahr 2018 Zwischen Kuhstall und knallrümpfigen Krötern

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

  1. Re: Wie bitte?

    Etas One | 04:35

  2. Re: Als fast Gehörloser kann ich sagen: Unnötig!

    Etas One | 04:34

  3. Re: Das sagt eine Schlange auch

    teenriot* | 02:24

  4. Re: LAA mit bereits erhältlichen Geräten

    RipClaw | 02:14

  5. Re: Android One war mal das Android Go

    DAGEGEN | 02:03


  1. 22:05

  2. 19:00

  3. 11:53

  4. 11:26

  5. 11:14

  6. 09:02

  7. 17:17

  8. 16:50


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel