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Ausprobiert: Dells Business-Notebooks mit 14 und 16 Zoll

Latitude E mit Magnesium-Chassis, mehr Farbe und Portreplikatoren. Dell hat seine Serie Latitude E der klassischen Business-Notebooks stark überarbeitet, Golem.de hat schon einmal Hand angelegt. Die neuen Modelle bieten einige Details, die eher für Consumergeräte üblich sind. Optionen für Fernwartung, Portreplikatoren und ein zusätzliches Schnellstart-Linux gibt es weiterhin.
/ Nico Ernst
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Drei Basismodelle gibt es ab sofort aus der Serie Latitude E: das kleinere E6410 mit 14,1 Zoll und wahlweise 1.280 x 800 Pixeln oder 1.400 x 900 Bildpunkten, sowie das E6510 mit 15,6-Zoll-Display. Dafür stehen drei Auflösungen zur Wahl: 1.366 x 768, 1.600 x 900 oder 1.920 x 1.080 Pixel. Außer beim E6410 setzt Dell also ganz auf 16:9-Displays, nicht mehr auf 16:10, was bei vergleichbarer Bildfläche mehr Pixel in der Höhe erlauben würde.

Das klassische Displayformat hat immerhin auch das mit Gummiabdeckungen gegen Stürze und Spritzwasser geschützte Modell E6410 ATG als Drittem im Bunde: Hier sind nur 1.280 x 800 Pixel geboten, wahlweise aber mit einem Touchscreen. Zusätzlich sind die Einfassungen des Displays, dessen Rückwand und die Unterschale robuster ausgeführt, so dass das Gerät auch im Außeneinsatz überleben soll. Sonst entspricht das Gerät mit 14,1-Zoll-Display dem E6410.

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Alle Bildschirme sind matt, aber mit TN-Technik gebaut und damit nicht sehr blickwinkelstabil oder für einen hohen Farbraum geeignet. Solche Displays gibt es bei Dells professionellen Notebooks weiterhin nur in der teuren Serie "Precision", die mobile Workstations darstellen. Als einen der wesentlichen Unterschiede zu Dells Consumernotebooks will der Hersteller die neuen Latitudes mindestens 15 Monate unverändert anbieten und fünf Jahre lang Ersatzteile vorrätig halten.

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Bei der Hardwareausstattung setzen die neuen Geräte voll auf Intels Calpella-Plattform mit Prozessoren der Serie Core i5 und i7 . Die langsameren Core i3 bietet Dell für die Serie Latitude E nicht an. Während der 14-Zöller nur mit Dual-Core-Prozessoren (Arrandale) bis zum Core i7-620M (2,66 bis 3,33 GHz) zu haben ist, können die 16-Zoll-Notebooks auch mit Intels mobilen Quad-Cores bestellt werden. Das schnellste Modell ist dabei der Core i7-820QM (1,73 – 3,06 GHz) alias Clarksfield . Die Fernwartungsfunktionen nach dem neuen vPro sind ebenfalls geboten.

Mit externem Akku 20 Stunden Laufzeit

Soll ein Vierkernprozessor in diesen Notebooks stecken, so muss auch Nvidias NVS 3100M mit 512 MByte Speicher als Grafikkarte verbaut werden, da nur Intels aktuelle Dual-Cores die im Chipgehäuse verbaute Grafiklösung "HD Graphics" mitbringen. Für Intels Calpella-Plattform gibt es keine Chipsätze mit Grafikkern mehr. Bei den Latitudes mit Dual-Core-CPU kann die Nvidia-Karte zusätzlich bestellt werden. Ob damit auch ein Wechsel im laufenden Betrieb (switchable graphics) möglich ist, konnte Dell nicht unmittelbar beantworten. Nvidias automatische Umschaltung " Optimus " beherrschen die Geräte jedenfalls nicht.

Bei den Massenspeichern steht die übliche Vielfalt zur Verfügung, die sich der Kunde selbst aussuchen kann. Ganz aktuelle Laufwerke wie mobile Festplatten mit 1 TByte bietet Dell aber noch nicht an. Stattdessen gibt es Festplatten bis 500 GByte oder SSDs bis 256 GByte, bei den optischen Laufwerken DVD-Brenner wie auch Geräte, die nur DVDs lesen können. Damit Daten nicht ungewollt das Unternehmen verlassen können, sind DVD-ROMs bei manchen Unternehmen immer noch begehrt – für weiteren Schutz können auch die USB-Ports per BIOS abgeschaltet werden. Blu-ray-Brenner sind ebenfalls im Angebot, aber keine Kombilaufwerke oder BD-ROMs.

Bei den Netzwerkschnittstellen gibt es Gigabit-Ethernet oder WLAN nach 802.11n von Intel oder Broadcom – die Intel-Module sind dabei stets etwas teurer. UMTS-Karten mit HSPA sind ebenfalls erhältlich. Sowohl das größere als auch das kompaktere Latitude verfügt über vier USB-2.0-Ports, einer davon ist auch für eSATA nutzbar. USB 3.0 will Dell in seinen Business-Notebooks bis auf weiteres nicht anbieten. Externe Displays oder Beamer finden per VGA oder Displayport Anschluss, Letzteres ist gerade bei 14-Zöllern noch selten. Wer noch ältere PC-Cards wie ISDN-Adapter verwendet, muss bei der Bestellung aufpassen: Nur das E6510 bietet dafür einen Slot zusätzlich zum Steckplatz für Express-Cards, beim E6410 gibt es wahlweise nur einen der beiden Slots.

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Drei Akkus mit vier (37 Wh), sechs (60 Wh) oder neun Zellen (90 Wh) für den Betrieb im Notebook stehen zur Wahl. Die beiden kleineren Stromspeicher verschwinden im Gerät, der 9-Zellen-Akku steht hinten rund drei Zentimeter über. Für das E6410 mit 14-Zoll-Display machte Dell Golem.de gegenüber auch Angaben zur Laufzeit mit den Akkus, die aber noch auf Tests mit Vorserienmodellen basieren. Je 3,3, 7,1 und 11,5 Stunden soll das Gerät ohne Steckdose auskommen. Angaben zur Konfiguration der Notebooks machte Dell aber nicht. Zusätzlich gibt es auch noch ein "Slice", also ein Akkupaket, das unter dem Notebook angeklemmt wird. In Verbindung mit dem 9-Zellen-Akku soll ein Latitude E6410 dann ganze 20 Stunden durchhalten.

Die Kapazität der Akkus ist bei beiden Formfaktoren gleich, nur das kleinere Gerät gibt es aber ab Werk mit dem 4-Zellen-Akku, es wiegt dann 1,93 Kilogramm. Der 16-Zöller ist standardmäßig mit dem 6-Zellen-Akku versehen und kommt auf 2,5 Kilogramm. Die ATG-Version des 14-Zoll-Notebooks ist genauso schwer und damit durch ihre Schutzverkleidung rund ein Pfund schwerer als das weniger robuste Modell.

Überzeugende Konstruktion, schwacher Wasserschutz

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Bei der Vorstellung der Geräte in München konnte Golem.de auch einen kurzen Blick auf die neuen Latitudes werfen. Neben den weniger scharfen Kanten als beim Vorgängermodell fielen dabei besonders die Oberflächen auf. Sie sind laut Dell insbesondere auf der Rückseite des Displays und der Handauflage aus einem neuen Material gefertigt, das auch nach jahrelangem Gebrauch nicht abgegriffen aussehen soll.

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Die Deckel sowie die Unterschale sind aus einer Legierung auf der Basis von Magnesium gefertigt. Während der Rest der Notebooks stets schwarz ist, kann der Kunde bei der Rückseite des Displays zwischen Grau, Blau oder Rot wählen. Der Look erinnert dabei an gebürstetes Aluminium. Beobachtet man einen Latitude-Anwender bei der Arbeit – also mit Blick auf den Deckel -, fällt das Gerät vor allem in Rot und Blau kaum als Business-Notebook auf.

Die Tastatur verfügt über eine sehr präzise Führung der Tasten und einen nicht allzu harten Anschlag und kann per Tastendruck beleuchtet werden. Das Touchpad beherrscht einfache Multitouch-Gesten zum Scrollen, Vergrößern und Drehen des Bildschirminhalts. Als weiteren Mausersatz gibt es noch einen Stick, der Dell-typisch nicht weit aus der Tastatur ragt, aber dennoch recht präzise arbeitet.

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Die Lautsprecher, die neben der Tastatur sitzen, ließen sich noch nicht angemessen ausprobieren. Laut Dell sollen sie aber deutlich besser klingen als bei früheren Arbeitsgeräten, da sie auf ein größeres Gehäusevolumen arbeiten können. Nicht nur für Servicetechniker, sondern auch für bastelfreudige Privatanwender sehr angenehm: Das Bodenblech des Notebooks lässt sich mit einer einzelnen Schraube lösen. Danach liegen alle Komponenten von CPU (mit Kühlung) über Festplatte, RAM und Steckplätze frei.

Auf den ersten Blick recht simpel gestrickt ist der Schutz vor Staub und Wasser für die Schnittstellen beim E6410 ATG, er besteht nämlich aus einer Gummiummantelung am Heck des Notebooks. Diese lässt sich komplett abnehmen, für jeden Port gibt es aber auch eine eigene kleine Klappe. Aufgeklappt ist das als "semi ruggedized" geführte Notebook nicht vor Wasser geschützt, Dell zufolge soll eine Wanne unter der Tastatur aber einige Milliliter Flüssigkeit auffangen können. Diese besitzt aber keinen Ablauf.

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Oben rechts neben dem Einschalter sitzt eine Taste mit einem Symbol, das für Dells Schnellstart-Linux "Latitude ON" steht. Das konnte Dell zwar noch nicht vorführen, die Idee klingt aber verlockend: Eine Anwendung unter Windows packt die Daten von Outlook – und bisher nur von Outlook – wie Mails und Kalendereinträge im normalen Gebrauch in die Linux-Partition. Auch wenn das Notebook heruntergefahren ist, soll das Linux nach 15 bis 25 Sekunden einsatzbereit sein.

Zwar wachen viele Notebooks aus dem Ruhezustand (Suspend-to-Disc, ACPI S5) fast ebenso schnell auf, Dell erklärte jedoch, das sei insbesondere bei Unternehmensnotebooks nicht der Fall: Diese Geräte sind durch Sicherheitssoftware, VPN-Clients und firmenspezifische Anwendungen, die immer laufen müssen, so vollgestopft, dass sie auch aus dem Ruhezustand sehr langsam wieder einsatzbereit werden. Reicht der Zugriff auf die synchronisierten Daten allein nicht, so kann das Dell-Linux in einem weiteren Modus auch Internetverbindungen herstellen, und zwar über alle vorhandenen Schnittstellen.

Ob das klappt, muss der Kunde aber schon bei der Bestellung festlegen, denn es gibt zwei verschiedene Module dafür: "Latitude ON" beherrscht nur die Synchronisation, "Latitude ON – Reader" auch den Internetzugriff. Die kleinere Version kann auch aus einem eigenen Schlafmodus, vergleichbar dem Standby von ACPI S3, schnell genutzt werden. Dell gibt hier Startzeiten von zwei bis drei Sekunden an, auch ein 6-Zellen-Akku soll dabei mehrere Tage durchhalten. Wie lange das für den Modus "Energie sparen" von Windows gilt (ACPI S3), hat Dell noch nicht verraten.

Die Standardmodelle der Serie Latitude E können schon bestellt werden, die kleinste Version des E6510 mit Core i5-520M, 2 GByte RAM, 160-GByte-Festplatte und DVD-Brenner kostet 879 Euro ohne Mehrwertsteuer und Versand. Das E6410 ist ab 849 Euro zu haben, dann mit Core i7-620M und sonst gleicher Bestückung. Noch keinen Preis gibt es für das E6410 ATG. Es ist noch nicht verfügbar, laut Dell soll es Ende April 2010 auf den Markt kommen.


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