Der Train Simulator kommt wieder - von Aerosoft
Nachdem Microsoft den Train Simulator 2 kurzerhand eingestellt hat und das Entwicklerteam Aces auch gleich vor die Tür setzte, gab es bis zuletzt wenig Hoffnungen auf einen neuen Zugsimulator in modernem Gewand. Aerosoft und Kuju wollen jetzt wieder einen Train Simulator auf den deutschen Markt bringen. Der vollständige Titel: Train Simulator – Railworks 2010(öffnet im neuen Fenster). Kuju, maßgeblich für die Entwicklung des Spiels verantwortlich, ist ein alter Bekannter. Die Entwickler waren verantwortlich für den ersten Train Simulator von Microsoft.

Der erste Versuch eines Train Simulator 2 war ebenfalls von Kuju, bevor dieser eingestellt wurde und durch einen zweiten Anlauf zum Train Simulator 2, diesmal von den Entwicklern des Flight Simulators, ersetzt wurde. Auch der nicht besonders gut gelungene Rail Simulator ist von Kuju, der damals zusammen mit Electronic Arts vorschnell auf den Markt gebracht und anschließend fallengelassen wurde.
Dieses Mal soll aber alles besser werden. Zusammen mit Aerosoft arbeitet Kuju an der Umsetzung hiesiger Signal- und Zugsicherungstechnik. Patzer wie britische Sicherungstechnik auf der Strecke zwischen Hagen und Siegen soll es nicht mehr geben, wenn der neue Train Simulator hier erscheint. Stattdessen soll die PZB(öffnet im neuen Fenster) korrekt umgesetzt werden. Ob das auch für die LZB(öffnet im neuen Fenster) gilt – wichtig für Schnellfahrten -, konnte Aerosoft nicht sagen.
In Großbritannien verkauft Kuju den Simulator bereits unter dem Namen Railworks 2010. Der Zusatz "Train Simulator" ist vor allem auf Aerosoft zurückzuführen. Der Entwickler ist sich sicher, dass es hier nicht zu Problemen mit dem Namen kommt. Der neue Zugsimulator soll für die nächsten Jahre die Basis für die Addon-Community werden, also zusätzliches Rollmaterial, neue Strecken und andere Erweiterungen.
Mehr Strecken und bessere Grafik
Die Grafik wurde ordentlich verbessert und hinterließ bei einer Vorführung bereits einen guten Eindruck. Die grafische Qualität bestärkte die Hoffnung, dass es nun einen würdigen Nachfolger für den Train Simulator geben wird. Genug Erfahrung haben Kuju und Aerosoft auf jeden Fall. Ähnlichkeiten zum Rail Simulator waren aber unübersehbar. Angefangen beim Streckenmonitor über das Interface bis hin zur Streckenauswahl. Dabei sind beispielsweise wieder die sehr schönen Strecken Hagen – Siegen und York – Newcastle/Gateshead.
Insgesamt soll die deutsche Version auf neun Strecken kommen, einige davon sind allerdings Fantasiestrecken. Die deutschen Lokomotiven, die vom Spiel simuliert werden, sind die BR294, BR143, BR151, BR101, V200 und BR52. Daneben gibt es weiteres Rollmaterial bestehend aus Lokomotiven aus Großbritannien und den USA sowie etlichen Waggons. Außerdem sollen vor allem für Dampflokomotiven noch zahlreiche Details hinzugefügt werden, damit die vielen beweglichen Elemente detailgetreu simuliert werden. Auch ein Streckeneditor wird dabei sein, der ein direktes Manipulieren der Strecke, auf der sich der Zugführer befindet, erlaubt.
Der Train Simulator – Railworks 2010 soll Ende April 2010 als Boxed-Version erscheinen. Über Steam ist das Spiel bereits verfügbar, allerdings noch nicht mit dem vollen Umfang.
Später sollen, unter anderem auch von Aerosoft, zahlreiche Erweiterungen erscheinen. Eine Schnellfahrstrecke in Deutschland soll es ebenfalls geben, sie wird von Berlin über Lutherstadt Wittenberg nach Leipzig führen. Dort kann dann mit dem ICE die Strecke in etwas mehr als einer Stunde planmäßig gefahren werden.
Auch kostenlose Inhalte gibt es bereits und werden weiter von der Community produziert. So soll wieder Leben in diese Nische einkehren, die aus nur wenigen Spielen besteht. Konkurrenten sind beispielsweise Loksim3D(öffnet im neuen Fenster), der in Entwicklung befindliche Zusi 3(öffnet im neuen Fenster) oder etwa der Berliner U-Bahn-Simulator.


