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Spieletest: Just Cause 2 - Inselurlaub mit Chaosgarantie

Actionspiel im GTA-Stil für PC, Xbox 360 und Playstation 3. Ministerien in die Luft jagen, einen Überläufer ausfindig machen und ganz allein eine korrupte Regierung stürzen: Topagent Rico Rodriguez hat in Just Cause 2 so viele Möglichkeiten, Chaos anzurichten, wie nur wenige Helden vor ihm. Ganz nebenbei kann er sich an wunderschönen Schauplätzen eines riesigen Inselstaates erfreuen.
/ Thorsten Wiesner
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Am Nachfolger zu Just Cause haben die Entwickler von den Avalanche Studios zwar fast vier Jahre gearbeitet, auf den ersten Blick wirkt trotzdem vieles vertraut. Wieder gibt es eine große Insel, erneut soll ein Regime gestürzt und dafür so viel Chaos wie möglich angerichtet werden.

Der fiktive Staat Panau ist trotzdem anders – noch größer, vor allem aber auch vielseitiger als San Esperito im ersten Teil. Tropische Strände gibt es dank mehrerer Klimazonen hier ebenso wie verschneite Berggipfel, zahlreiche Dörfer und Städte genauso wie weite, verlassene Wüstenstriche. Auch die Story ist etwas anders: Rodriguez ist auf der Suche nach seinem einstigen Freund und Partner Tom Sheldon, der sich mit wichtigen Dokumenten aus dem Staub gemacht hat und offensichtlich das Regime des korrupten Diktators Baby Panay unterstützt.

Just Cause 2 – Test von Golem.de
Just Cause 2 – Test von Golem.de (03:26)

Die Hintergrundgeschichte bedient gängige Agentenklischees, dient aber ohnehin mehr als Mittel zum Zweck – wirklich spannende Wendungen gibt es kaum. Ohnehin ist das Erzähltempo sehr gemäßigt. Zwar gibt es einen Hauptstrang, dem der Spieler folgen muss, Panau bietet aber vor allem eine frei begehbare Welt mit unzähligen Nebenmissionen und Aufträgen; da passiert es schnell, dass er das eigentliche Spielziel aus den Augen verliert.

Zu tun gibt es genug, auch wenn sich die Aufträge ähneln – mehrere Guerilla-Truppen und Verbände sind auf Panau unterwegs und heuern den Spieler immer wieder an. Wichtige Daten stehlen, in ein Kraftwerk eindringen, Sendemasten ausschalten, Personen entführen und immer wieder für Zerstörung sorgen: Just Cause 2 setzt auf beständige Action und Bewegung. Rico ist folgerichtig nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern kann ganz im Stile von GTA auch Fahrzeuge kapern oder sich, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, Vehikel auf dem Schwarzmarkt besorgen. Flüge per Helikopter oder Flugzeug sind möglich.

Einsatz mit Enterhaken

Für Chaos und Zerstörung kann Rico auf mehrere unterschiedliche Feuerwaffen von Pistole bis zum Maschinengewehr zurückgreifen. Als nettes Extra verfügt er aber auch über einen Enterhaken – und dessen Einsatzmöglichkeiten sind erfreulich vielseitig. An Häusern hochkraxeln und große Entfernungen überwinden ist ebenso möglich wie Gegner zu attackieren, per Haken heranzuziehen oder sie beispielsweise auch an stehenden oder fahrenden Objekten festzubinden.

Der riesige Inselstaat ist optisch hervorragend in Szene gesetzt. Wer einmal minutenlang die Landschaft durchquert, ohne für Verwüstung zu sorgen, staunt über die vielfältige Flora oder die schönen Strände. Im Gefechtsgetümmel hingegen überzeugt, wie gewaltige Actionszenen der Titel darstellen kann, ohne dass es zu unschönen Rucklern kommt.

Just Cause 2 Benchmark – Asphaltdschungel mit maximalen Grafikeinstellungen (Radeon 5850)
Just Cause 2 Benchmark – Asphaltdschungel mit maximalen Grafikeinstellungen (Radeon 5850) (01:51)

Die PC-Version bietet Spielern vielfältige Grafikoptionen, um den Titel an den jeweiligen Windows-Boliden anzupassen. Außerdem gibt es drei schicke Grafikbenchmarks, um das eigene System zu testen. Im Vergleich zu den Versionen für Xbox 360 und Playstation 3 fallen keine großen Qualitätsunterschiede auf. Auch auf den Konsolen sieht Just Cause 2 beeindruckend aus, hat kaum aufpoppende Objekte und alle Effekte. Um Just Cause 2 auf dem PC spielen zu können, muss der Nutzer über ein DirectX-10-kompatibles Betriebssystem verfügen: sprich Windows 7 oder Vista.

Just Cause 2 ist für Playstation 3, Xbox 360 und PC erhältlich. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren erhalten und kostet etwa 60 (Konsolen) beziehungsweise 50 Euro (PC). Über Steam unterstützt das Spiel Errungenschaften.

Fazit

Just Cause 2 könnte spannender sein. Die Story folgt gängigen Klischees und wird zudem im Spielverlauf immer wieder vernachlässigt. Wem gute Action und ständige Explosionen wichtiger sind als spannende Geschichten, sollte sich vom Kauf des Titels aber nicht abhalten lassen: Eine riesige, schön anzusehende, mit einer Fülle kompromisslos auf Action setzender Missionen gefüllte Welt wie Panau wird nicht oft geboten. Just Cause 2 ist ein spaßiger Spielplatz für Actionblödsinn. [von Michael Wieczorek und Thorsten Wiesner]


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