Sportberichterstattung auf Knopfdruck

Computergenerierter Journalismus?

In den USA übernehmen Computer und Algorithmen die Aufgaben von Journalisten. Sie generieren Artikel, die für einen großen Teil der Leser so aussehen wie menschliche Berichterstattung.

Artikel veröffentlicht am ,

In den USA kündigt sich eine journalistische Revolution an. Wie einem Blogeintrag der britischen Tageszeitung The Guardian zu entnehmen ist, schicken sich dort Computeralgorithmen an, die Rolle von Sportjournalisten zu übernehmen. Unter Auswertung von Spielstatistiken generieren die Verfahren Artikel, die von Menschen geschriebenen Artikeln täuschend ähnlich sehen.

Die wesentlichen Fakten eines Spiels - wer spielte wo, wann und wie gegen wen? - sind spätestens nach dem Spiel bekannt. Zugleich folgen journalistische Berichte über Spiele recht klar einem wenig variierten Schema. Daher ist es nicht übermäßig schwierig, im Großen und Ganzen lesbare Sportberichte zu generieren. Wie das geht, demonstrieren beispielsweise die Projekte Stats Monkey und Statfix.

Auf der Stats-Monkey-Homepage wird die Leistung des Verfahrens so beschrieben: "Stellen Sie sich vor, Sie könnten einfach einen Knopf drücken und wie von Zauberhand würde eine Geschichte über ein Baseball-Spiel erscheinen. Genau das macht das Stats-Monkey-System."

Die Vorgehensweise des Systems wird dabei von den beteiligten Forschern der Northwestern University so beschrieben, dass in einem ersten Schritt alle Schlüsselinformationen zum Spiel und zu den Spielern ermittelt werden. In einem zweiten Schritt werden dann aus einer Bibliothek Standardformulierungen eingebaut, die die Dynamik eines Spiels beschreiben. Der Zusammenbau von Fakten und Formulierungen erfolgt anhand eines Entscheidungsbaums. Am Ende entsteht ein "zusammenhängender und ansprechender" Text.

Der Entwickler von Statfix und Betreiber der Website Statsheet.com, Robbie Allen, will in Zukunft Blogeinträge über Sportveranstaltungen automatisch generieren. Allen hat nach eigener Aussage "21 unterschiedliche Typen von Sportberichten identifiziert, die automatisiert werden können". Allen will in einem ersten Schritt erreichen, dass "wenigstens 90 Prozent der Leser denken, dass der Inhalt von einem Menschen produziert wurde". Wie genau er dabei vorgehen möchte, lässt Allen allerdings offen. Immerhin wagt er die Prognose, dass automatisch generierte Sportberichte "definitiv eine große Rolle" in der Zukunft der Sportberichterstattung spielen werden. [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


S.Matysiak 18. Apr 2010

Das Thema wurde schon vor dem 1. April bei meedia.de vermeldet: http://meedia.de/nc...

generierte Inhalte 02. Apr 2010

Lies mal Tageszeitungen und news.google.de . Die Reuters/dpa-Meldungen sind oft 1:1 ohne...

epic 2014 01. Apr 2010

Hier im Forum gibts auch ständig Ideen, die später zu einer News-Meldung werden. Leider...

rangbang 01. Apr 2010

denn wer was sagt und warum er was wie begründet ist da doch auch immer relativ...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Selbstverpflichtung beim Tracking
So will die EU die Cookiebanner-Flut eindämmen

Da es immer noch keine E-Privacy-Verordnung gibt, sollen Anbieter freiwillig die Nutzerpräferenzen beim Tracking respektieren. Bald sollen die Vorgaben feststehen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

Selbstverpflichtung beim Tracking: So will die EU die Cookiebanner-Flut eindämmen
Artikel
  1. Dune 1984: Autor findet David Lynchs Skript zum zweiten Teil von Dune
    Dune 1984
    Autor findet David Lynchs Skript zum zweiten Teil von Dune

    Der zweite Teil des 1984 erschienenen Sci-Fi-Epos Dune wurde nie Realität. Ein Skript gibt Einblicke, wann und wo der Film gespielt hätte.

  2. Raumfahrt: Aufbruch zu Proxima Centauri zur Jahrhundertmitte
    Raumfahrt
    Aufbruch zu Proxima Centauri zur Jahrhundertmitte

    Mit einem Schwarm von kleinen Raumsonden möchte ein Entwicklerteam zu unserem Nachbarstern Proxima Centauri aufbrechen. Die Reise dorthin soll für die Nasa nicht mal ein Vierteljahrhundert dauern.

  3. Massenverkäufe: Teslas sind nicht mehr Hertz' Sache
    Massenverkäufe
    Teslas sind nicht mehr Hertz' Sache

    Der Autovermieter Hertz trennt sich von Teilen seiner Tesla-Flotte und anderen Elektroautos und setzt stattdessen auf Verbrennerfahrzeuge.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /