Test: Lautstärke und Strom der Geforce GTX 480 in der Praxis

Nvidia gibt für die GTX 480 eine typische Leistungsaufnahme (TDP) von 250 Watt an. Schon das wäre ein neuer Rekord für eine Grafikkarte mit einer GPU. Bei Messungen des Gesamtsystems, also inklusive Mainboard, CPU, RAM und SSD, nahm unsere Testplattform aber schon deutlich mehr elektrische Leistung auf als mit einer Radeon 5970, die mit 294 Watt angegeben ist.
Messungen anderer Medien bestätigen den Verdacht, dass die GTX 480 ihre TDP auch deutlich überschreiten kann. So kommt die c't für die Grafikkarte alleine – also ohne den Rest des PCs – auf Werte über 300 Watt in der Spitze(öffnet im neuen Fenster) .

So viel Energie, die fast ausschließlich in Wärme umgesetzt wird, muss abgeführt werden. Und dafür kann der 65-Millimeter-Lüfter der GTX 480 sehr laut werden. Diese Lautstärke und das sie verursachende Geräusch zu dokumentieren ist jedoch nicht trivial, da vor allem einfache Mikrofone das Frequenzbild anders darstellen als das menschliche Gehör.
Der Krach einer Grafikkarte setzt sich im Wesentlichen aus drei Teilen zusammen: dem Motorgeräusch des Lüfters, dem Rauschen der Luft, die von ihm durch den Kühlkörper gepresst wird sowie den Verwirbelungen an Kanten wie dem Luftauslass an der Slotblende. Subjektiv erscheint das als ein mehr oder weniger hochfrequentes Rauschen, manchmal auch als ein metallisches Rattern.
Zudem nimmt jeder Mensch Geräusche individuell verschieden als störend wahr oder nicht. Die bisweilen noch verwendete Einheit Dezibel gibt nur den Schalldruck wieder, die bessere Einheit ist Sone, weil sie auch das Frequenzempfinden des Menschen berücksichtigt.
Nach einigen Experimenten haben wir uns für unser Video, das Radeon 5870 und GTX 480 im direkten Vergleich zeigt, für ein Großmembranmikrofon entschieden, das mit 80 Prozent Empfindlichkeit für alle Aufzeichnungen gleich eingepegelt war. Es ist für Sprache und Gesang entworfen und gibt nach unser Meinung die Unterschiede der Geräusche gut wieder. Da es eine starke Richtcharakteristik aufweist, nimmt es nur in Abständen von etwa zehn Zentimetern die Frequenzen gleichmäßig auf, daher ist es für die Aufzeichnungen stets acht Zentimeter von der Mitte der Grafikkarte entfernt.
Für die Aufzeichnungen verwenden wir den 3DMark Vantage in der Einstellung "Extreme". Er zeigt reproduzierbar die Last, die auch bei typischen Spielen entsteht. Wesentlich mehr Leistungsaufnahme kitzelt Furmark 1.8 aus Grafikkarten. Das Programm ist bei Grafikkartenherstellern äußerst unbeliebt, weil es vor allem als "Power Virus" teils unsinnige Codefolgen verwendet, die auch nicht für bessere Bildqualität sorgen. Wir konnten bisher mit keinem anderen Programm auf Grafikkarten alleine derart hohe Lasten erzeugen.








Bei den Versuchen zeigte sich zudem, dass der Bildaufbau auf AMD-Karten mit Furmark 1.8 stockt und zudem die Temperatur weniger schnell steigt als bei Nvidia-Karten. Es liegt der Verdacht nahe, dass AMD seine Grafikkarten hier absichtlich drosselt, um Beschädigungen zu vermeiden. Eine kurzfristige Anfrage bei AMD nach diesem Phänomen ist bisher noch unbeantwortet. Schon mit älteren Versionen des Furmark konnten wir aber bisher keine einzige Grafikkarte beschädigen.
Da unsere Messungen wie bei den meisten Grafikkartentests mit einer offenen Plattform stattfinden, kann zudem die Kühlung der Karten in einem PC durch die Gehäuselüfter so viel besser sein, dass die Grafikkarten selbst ihre Lüfter nicht so weit aufdrehen. Das ist jedoch individuell verschieden. Gehäuse, die über einen Lüfter in der Seitenwand die Karten anfächeln, sind dabei zu empfehlen.
Einige Anfragen von Lesern drehten sich zudem auch um die tatsächliche Leistungsaufnahme bei Spielen. Wir reichen die Werte für einige Titel, die auch Teil unseres Benchmark-Parcours für Grafikkarten sind, im Folgenden nach. Auch dabei wurde jedoch das Gesamtsystem vermessen, vor allem die CPU-Last ist je nach Spiel unterschiedlich. Vergleiche der Leistungsaufnahme bei synthetischen Tests inklusive einer Stellungnahme von Nvidia finden sich im ersten Test der GTX 480 .
| Programm | Testsystem mit GTX 480 | Einstellungen |
| Dirt2 | 352 Watt | 1.920 x 1.200, 8xAF, 4xAA |
| Crysis | 355 Watt | 1.920 x 1.200, 8xAF, 4xAA |
| Stalker CoP | 348 Watt | 1.920 x 1.200, 8xAF, 4xAA |
| Anno 1404 | 353 Watt | 1.920 x 1.200, 8xAF, 4xAA |
| Benchmark Heaven 2.0 | 324 Watt | 1.920 x 1.200, 4xAF, 0xAA |
| Core i7 975, Asus P6T Deluxe, 6 Gbyte DDR3-1.333, SSD X25-M, Dark Power Pro 850W | ||
Synthetische Tests, insbesondere die zweite Szene des 3DMark Vantage, die wir verwenden, haben eine viel geringere CPU-Last, so dass die Leistungsaufnahme dabei geringer als mit Spielen ist. Daher eignen sie sich aber auch besser zum Vergleich der Grafikkarten alleine.








Insgesamt ist die GTX 480 zwar deutlich lauter als die Radeon 5870, sie erzeugt aber auch ein anderes Geräuschspektrum. Bei mittleren Lasten liegt sie noch im Rahmen von anderen High-End-Karten. Für eine Grafikkarte mit einer GPU ist sie aber dennoch zu laut.