SCO verliert Kampf um Unix-Copyright

Geschworenengericht entscheidet im Rechtsstreit für Novell

Ein Geschworenengericht hat im Rechtsstreit zwischen Novell und SCO um Unix-Rechte Novell als Eigentümer des Unix-Copyrights bestätigt. Novell hatte von SCO seit 2003 Lizenzgebühren verlangt, da es weiterhin das Copyright an Unix besitze. Dagegen hatte SCO Klage eingereicht.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein Schwurgericht in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah hat im Gerichtsverfahren zwischen SCO und Novell um den Besitz des Unix-Copyrights das Copyright Novell zugesprochen. Damit sind die von Novell an SCO erhobenen Lizenzgebühren rechtens. Das klagefreudige Unternehmen SCO kann aber noch in Berufung gehen.

Novell zeigte sich hocherfreut über das Urteil, "das unseren Anspruch auf das Unix-Copyright bestätigt, das SCO seit seinem Angriff auf Linux fälschlicherweise für sich beansprucht hatte. Novell bleibt der Verbreitung von Linux verpflichtet, was die Verteidigung von Linux als geistiges Eigentum einschließt."

SCO zeigte sich enttäuscht. Laut Konkursverwalter Edward Cahn, ehemaliger US-Bezirksrichter, wird das Urteil jedoch keinen Einfluss auf die noch laufende Klage wegen Vertragsverletzungen gegen IBM haben. SCO fordert von IBM Zahlungen wegen mutmaßlichen Codetransfers von Unix System V nach Linux, während beide Firmen im Rahmen des Monterey-Projekts kooperierten.

Der Rechtsstreit zwischen SCO und Novell dauert bereits mehrere Jahre. SCO, ehemals Santa Cruz Operation, hatte zusammen mit Microsoft das PC-Unix-Derivat Xenix entwickelt, an dem Microsoft wegen des Windows-Erfolgs aber rasch das Interesse verlor.

Novell hatte 2003 nach dem Erwerb von Suse begonnen, bei SCO Lizenzgebühren für dessen unix-basierte Produkte einzufordern. Novell selbst hatte die Rechte an Unix 1993 von den Unix System Labs (USL) - einer Tochter von AT&T - erworben. Nach einer strategischen Neuausrichtung lizenzierte Novell 1995 die Rechte an Unix an das damalige Unternehmen SCO. Nachdem SCO durch die rasche Verbreitung der kostenlosen Unix-Alternative Linux zu einem Sanierungsfall wurde, kaufte der Linux-Distributor Caldera die Firma auf.

Mit einer Klage gegen IBM wollte sich das Unternehmen sanieren, SCO behauptete, das Eigentum an den Unix-Quellcodes zu besitzen und beweisen zu können, dass IBM Teile daraus in den Linux-Kernel integriert hätte. Zur Verteidigung von Linux griff schließlich Novell aktiv ins Geschehen ein. Laut Novell schließt der Vertrag zur Übernahme von Unix durch SCO explizit die Übernahme von Copyrights aus. Lediglich die Rechte, die SCO benötige, um seine Rechte in Bezug auf die Übernahme von Unix und UnixWare durchzusetzen, seien von dieser Beschränkung ausgeschlossen.

SCO wehrte sich und verklagte zusätzlich Novell wegen Verleumdung. Die Behauptung, dass SCO nicht das Copyright am Unix-Quellcode erworben hätte, sei falsch und geschäftsschädigend, so SCO. Novell erhob seinerseits Klage, was SCO wiederum dazu brachte, die eigene Klage um den Punkt Vertragsbruch zu erweitern.

Bereits im August 2008 hatte ein Gericht gegen SCO entschieden. Das Unternehmen ging in Berufung. Das Berufungsgericht bestätigte zwar die Rechtmäßigkeit der Lizenzzahlungen von SCO an Novell, verwies die Entscheidung über den Verbleib des Copyrights aber an ein Geschworenengericht, das nun sein Urteil zugunsten Novells fällte.

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DrAgOnTuX 01. Apr 2010

Genau, Untote wie SCO leben bekanntlich länger :-P

dtfuio 31. Mär 2010

bild wird nicht angeizeigt. vom server vgenommen?

moppi 31. Mär 2010

also nach all den jahren kann ich das nicht mehr lesen ... aber zum glück ist das...

Rechtsversteher 31. Mär 2010

Muhahaha, der war gut. Der Tipp kommt bestimmt demnächst per Fax und Spam auf unser...



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