Godaddy registriert keine .cn-Domains mehr

Nach Google-Rückzug: Registrar gibt Chinageschäft auf

Googles Rückzug aus China zieht Kreise: Godaddy, der größte Domainregistrar der Welt, will keine chinesischen Top Level Domains mehr registrieren. Als Grund nannte eine hohe leitende Mitarbeiterin verschärfte Regelungen bei der Registrierung chinesischer Top Level Domains, die im Dezember 2009 in Kraft getreten ist.

Artikel veröffentlicht am ,

Der US-Domain-Registrar Godaddy hat angekündigt, keine chinesischen Top-Level-Domains mehr zu registrieren. Das Unternehmen begründet den Schritt mit verstärkter Regulierung seitens der chinesischen Behörden: "Es sieht so aus, dass seit kurzem die Internetaktivitäten der Chinesen stärker überwacht und kontrolliert werden", sagte Christine Jones, Vizechefin und oberste Juristin von Godaddy, bei einer Anhörung vor dem US-Kongress.

Verschärfung im Dezember

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Jones nannte insbesondere eine Regelung in Bezug auf die Domainregistrierung, die das offizielle China Network Information Center (CNNIC) bereits im Dezember 2009 erlassen hat. Danach reicht es nicht mehr, Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse anzugeben, um eine .cn-Domain anzumelden. Das CNNIC verlangt zusätzlich die Vorlage einer Anmeldung mit Geschäftsstempel sowie Fotokopien von Gewerbegenehmigung und Ausweis inklusive Passfoto des Anmeldenden.

Das CNNIC begründete die neue Regelung mit einer Verbesserung der "Rechtsgültigkeit, Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten bei der Domainregistrierung". Jones mag daran nicht so recht glauben: "Wir sind besorgt über die Motive, die hinter dieser verstärkten Verifizierung des Anmeldenden stecken, die das CNNIC verlangt", sagte sie vor den Abgeordneten. Das gelte umso mehr, als die Regelung auch jene Nutzer betreffe, die bereits eine Domain besitzen. Sie sollen die entsprechenden Dokumente nachreichen. Das Unternehmen sorge sich um die Sicherheit jener, auf die sich die neue Regelung des CNNIC auswirke und nehme deshalb keine Registrierungen von .cn-Domains mehr an.

Überwachung statt Strafverfolgung

Jones warf China zudem laxen Umgang mit Spam, Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDos) und Internetbetrug vor."Nach unserem Eindruck gibt es in China so viel Missbrauch mit dem Internet, weil die Behörden kriminelle Aktivitäten nicht nachdrücklich genug verfolgen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Regierung das Internet eher dazu nutzt, rechtmäßige Aktivitäten ihrer Bürger zu überwachen und kontrollieren, anstatt Straftäter, die das Internet nutzen, zu bestrafen."

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Der Abgeordnete Christopher Smith begrüßte Jones' Ankündigung, berichtet die Washington Post. "Godaddy und Google verdienen mehr als Anerkennung dafür, das Richtige in China zu tun - sie verdienen die Unterstützung der Regierung", sagte der Republikaner aus dem US-Bundesstaat New Jersey bei der Anhörung, bei der auch ein Vertreter von Google zu Wort kam. Google hatte Anfang der Woche seine chinesische Suchmaschine abgeschaltet, die nach den Vorgaben der Behörden Inhalte gefiltert hatte.

Godaddy ist der derzeit größte Domainregistrar. Das Unternehmen verwaltet über 40 Millionen Domains. Zu den Kunden gehören nach eigenen Angaben auch mehrere zehntausend Chinesen, die bei Godaddy etwa 27.000 .cn-Domains registriert haben.

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antares 26. Mär 2010

tun sie doch? Auch der WhoisProtection schutz fällt bei godaddy, sobald die erste abuse...

McHack 26. Mär 2010

Ich glaube nicht, das man westliche Staaten mit China vergleichen kann. ACTA hin oder...

I am Legend 26. Mär 2010

An sowas sieht man, wie wichtig du bist. Ohne dich könnten die Redakteure von Golem nicht...

McHack 26. Mär 2010

Und nach dem Artikel zu SSL auf heise (EFF zweifelt an Abhörsicherheit von SSL, http...



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