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Ausprobiert: Game Room - Abenteuer in der Spielhalle

Klassiker aus der Anfangszeit der Spielegeschichte auf PC und Xbox 360 verfügbar. Die virtuelle Spielhalle ist ab sofort auf Windows PC und Xbox 360 eröffnet: In Game Room bietet Microsoft eine Reihe von Automatenklassikern aus den 1970er und 1980er Jahren im Originalzustand an. Golem.de hat schon mal ein bisschen gedaddelt.
/ Peter Steinlechner
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Sogar eine Münze muss der Spieler einwerfen: Wer in Game Room einen der Automatenklassiker starten möchte, muss bei einigen Geräten mit der Taste "6" so tun, als würde er einen Groschen in den Geldschlitz schlenzen. Game Room – das ist ein von Microsoft für Windows-PC und Xbox 360 veröffentlichtes Programm, in dem Spieler originalgetreu nachgebildete Klassiker erhalten.

Trailer Game Room für die Xbox 360 und Windows-PC von der CES 2010
Trailer Game Room für die Xbox 360 und Windows-PC von der CES 2010 (00:55)

Das ist wörtlich gemeint: Während Game Room selbst zeitgemäß anmutet, gibt es in Spielen wie Lunar Lander oder Asteroids die Originalgrafiken von damals – und die bestehen in einigen Fällen nur aus dünnen Strichen, viel schwarzem Hintergrund und ab und an einer krümeligen Explosion. Auch den Sound haben die Entwickler unverändert übernommen, was in einigen Fällen ganz gut, in anderen nach kaputtem Lautsprecher klingt.

Auf Windows-PC benötigt der Spieler für Game Room die Clientsoftware von Games for Windows Live und ein Benutzerkonto für den Dienst. Dann kann er unter dem Menüpunkt "Spieleerweiterungen" kostenlos die rund 415 MByte große Basissoftware von Game Room runterladen und installieren. Außerdem gibt es zwei jeweils rund 80 MByte große, ebenfalls kostenlose Spielepakete mit Klassikern von Atari, Konami und Intellivision; später will Microsoft weitere Pakete nachliefern. Auf Xbox 360 funktioniert das Ganze ähnlich, allerdings läuft die Installation über das Dashboard. In Foren berichten einige Nutzer über Probleme mit beiden Versionen – im Versuch von Golem.de hat letztlich alles geklappt, allerdings ist die Einrichtung der PC-Fassung teils schlecht erklärt.

Spielemuseum mit hohem Eintrittspreis

Im eigentlichen Game Room kann der Spieler einen Avatar auswählen – er muss nicht sein Gamertag verwenden – und sich dann aus der Mitte des Raumes in einzelne Räume hineinzoomen. Frei umherlaufen wie in Playstation Home ist nicht möglich. Wer mag, richtet sich mit teils kostenpflichtige Extras eine individuelle Spielhalle ein.

In den Räumen stehen Automaten, an denen der Spieler die Klassiker von damals wahlweise einmal kostenlos ausprobieren kann oder eine Lizenz dafür kauft. Wer Zugriff mit dem PC und mit Xbox 360 haben möchte, bezahlt 400 Microsoft-Punkte (5 Euro) pro Titel. Die Lizenz für nur eine der beiden Plattformen schlägt mit 240 MS-Punkten (3 Euro) zu Buche. Die Spiele werden am PC in den meisten Fällen mit einer Kombination aus den Tasten W, A, S und D gesteuert – was zwar an gängige Schemata erinnert, sich aber im Game Room nur selten intuitiv anfühlt. Feuer löst der Spieler mit G und H aus, dazu kommen je nach Titel weitere Extratasten.

Fazit

Game Room ist eine grundsympathische Idee, die bis auf die etwas krude Installation und Bedienung unter Games for Windows Live auch gut umgesetzt ist. Bei aller Begeisterung über die mit einigen Titeln verbundenen Kindheitserinnerungen: Nüchtern und ohne Verklärung betrachtet, mag sich echter Spielspaß nur selten einstellen – bei Grafik und Spielmechaniken hinken die mitgelieferten Titel selbst einfachen Casualgames von heute hinterher. Als Spielemuseum ist Game Room klasse, als Spielspaßbringer selbst für kurze Mittagspausen nur bedingt geeignet.


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