Frühjahrsputz: Neue CPUs von AMD und Intel im Anmarsch

Während AMD seinen ersten Hexacore "Thuban" alias Phenom II X6 schon angekündigt und auch im Betrieb gezeigt hat, ist der Rest der Roadmaps wie üblich nicht offiziell – entsprechend weichen die Angaben mancher Webseiten auch voneinander ab.

Die für gewöhnlich gut unterrichtete Digitimes hat AMDs kommende Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) jetzt aus Quellen von Mainboardherstellern zusammengefasst und auch die Takte genannt. Demnach sollen im zweiten Quartal 2010 gleich drei Modelle des Phenom II X6 erscheinen, nur das schnellste mit der Nummer 1075T soll bei 3,0 GHz eine TDP von 125 Watt aufweisen. Die beiden kleineren (1055T, 2,8 GHz und 1035T, 2,6 GHz) sollen mit nur 95 Watt auskommen.
Für wenige Anwendungen, die mehr als vier Kerne wirklich ausreizen, ergäbe sich so eine sparsame Alternative zum Core i7 980X, dessen Plattform auch aufgrund des stromhungrigen X58-Chipsatzes kaum unter 100 Watt auf dem Windows-Desktop zu bekommen ist. Unter reiner CPU-Last nehmen derartige Rechner sogar weit über 200 Watt auf.
Günstiger Dual-Core bei 25 Watt
Rückbesinnung auf Effizienz soll AMD Digitimes zufolge auch bei einer anderen CPU namens "Athlon II X2 200u" zeigen. Deren Termin und Takt ist noch unsicher, der Prozessor soll aber mit 25 Watt TDP auskommen. Daneben plant der Intel-Rivale zahlreiche Quad-Cores mit 95 und auch 45 Watt. Bei den Desktopprozessoren gibt AMD weiterhin diese "Thermal Design Power" an, nicht die "Average CPU Power" ( ACP ) wie bei den Serverchips der Serie Opteron.
Bei Intel wird anderen Berichten zufolge erst einmal der Takt der Spitzenmodelle der jeweiligen Serien nach oben geschraubt. So soll bereits in einigen Wochen ein "Core i7 880" mit 3,06 GHz Basistakt und bis zu 3,73 GHz per Turbo-Boost erscheinen. Er soll das Modell 870 mit 2,93 GHz garantierter Frequenz als schnellste CPU der Serie Core i7 800 ablösen. Gleiches gilt für den "Core i5 680", der als Dual-Core mit 3,6 bis 3,86 GHz den schnellsten Zweikerner stellen soll.
Mehrere Übertakter-CPUs pro Serie bei Intel
Schon mit dem Core i7 980X brach Intel zum wiederholten Mal mit dem Prinzip, dass es in jeder Serie nur einen "Extreme"-Prozessor mit frei einstellbarem Multiplikator gibt. Diese Überschneidungen, die die ohnehin unübersichtliche Produktpalette weiterhin verkomplizierten, wurden bisher meist schnell abgeschafft. Mit einer neuen Namenserweiterung statt dem "X" für "Extreme" soll das laut Fudzilla(öffnet im neuen Fenster) im zweiten Quartal 2010 noch diffuser werden.
Dann ist mit dem "Core i7 875K" offenbar ein Intel-Prozessor geplant, bei dem sich auch alle anderen Takte frei einstellen lassen. Genauere Angaben macht die nicht immer zuverlässige Quelle dazu nicht – auch bei vielen für Overclocking entworfenen Mainboards kann der Anwender schon an Dutzenden von Taktfrequenzen spielen.
Fudzilla bezeichnet den 875K dennoch als "vollständig freigeschalteten Prozessor" . Die werksseitigen Takte des Prozessors sollen bei 2,93 bis 3,6 GHz liegen, was dem bisherigen Modell 870 entspricht. Auch bei den Dual-Cores mit "Clarkdale"-Kern soll ein "Core i5 655K" mit offenen Takten erscheinen. Seine Frequenzen ab Werk betragen 3,20 bis 3,46 GHz, die bisher das bereits erhältliche Modell 650 erreicht.
Preissenkungen in der Mittelklasse
Unbestätigten Angaben zufolge will Intel mit den K-Prozessoren, die zwischen 300 und 200 US-Dollar kosten sollen, eine neue Linie von günstigen CPUs für Technikfans einführen. Ganz abwegig wäre das nicht, weil die günstigen Dual- und Triple-Cores von AMD unter kostenbewussten Bastlern recht beliebt sind: Deren abgeschaltete Kerne lassen sich nämlich mit etwas Glück – und unter Verlust der Garantie – freischalten. Inzwischen gibt es auch spezialisierte Mainboards , die diese Aufgabe automatisch erledigen sollen.
Mit den Neuvorstellungen, die in den nächsten drei Monaten erfolgen sollen, gehen üblicherweise auch Preissenkungen einher. Auf günstigere Spitzenmodelle muss man dabei nicht hoffen, die bisherige Mittelklasse der Prozessoren um 300 US-Dollar OEM-Preis dürfte aber deutliche Abschläge erreichen.