Das MoMA stellt das @ aus

Laut MoMA-Blog(öffnet im neuen Fenster) gehen manche Sprachwissenschaftler davon aus, dass es das @ schon im 6. oder 7. Jahrhundert gab, eine Ligatur (Verbindung), die dazu diente, die lateinische Präposition "ad", die zu, nach oder hinzu bedeutet, in einem Federstrich zu verbinden. Im 16. Jahrhundert sei das @ von venezianischen Händlern als Symbol für Amphoren genutzt worden. Diese dienten als Maßeinheit, da es sich um Tongefäße mit standardisierter Größe handelte.
Ab 1885 war das @ auf amerikanischen Schreibmaschinen zu finden und wurde 1894 im American Dictionary of Printing & Bookmaking als kommerzielles a beschrieben. Seit 1963 ist es im ersten ASCII (American Standard Code for Information Interchange) verzeichnet. Zu dem Zeitpunkt war das @ sowohl eine Abkürzung für "bei" als auch für "zu einem Zinssatz von" und wurde hauptsächlich in der Buchhaltung und bei Rechnungen genutzt. Wenige Jahre später wurde das @ kaum noch eingesetzt.
Das änderte sich, als der amerikanische Entwickler Ray Tomlinson das @ ab 1971 für die Adressierung im ersten E-Mail-System der Welt nutzte, das auch zwischen mehreren vernetzten Computern elektronische Post versenden konnte – und nicht nur zwischen Nutzern eines Computers. Dabei handelte es sich um das E-Mail-System des ARPANet, des im Auftrag des US-Verteidungsministeriums entwickelten Vorgängers des globalen Internets.
Für das MoMA(öffnet im neuen Fenster) ist das @ wichtig, weil Tomlinson auf einen Schlag nicht nur die Bedeutung und Funktion des Symbols veränderte, sondern auch weil das @ ein wichtiger Teil unserer Identität in der Beziehung und Kommunikation mit anderen wurde. Nicht nur in E-Mail-Adressen, sondern auch in sozialen Netzen. Unbewusst sei Tomlinson damit zum Designer geworden, was gewürdigt und gefeiert werden müsse, meint das MoMA. Immerhin ist das @-Symbol heutzutage rund um den Globus ein Teil des Lebens geworden.
Laut MoMA ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen – der Einsatz des @ wandelt sich weiter: In Spanien werde das @ beispielsweise in Wörter integriert, damit sie geschlechtsneutral werden – so beinhaltet beispielsweise amig@s (Freunde) sowohl das weibliche amigas als auch das männliche amigos.