Zum Hauptinhalt Zur Navigation

China blockiert einzelne Suchbegriffe bei Google Hongkong

Regierungsvertreter nennt US-Konzern wortbrüchig – Lob von Menschenrechtlern. Einige Stunden nach der Abschaltung der Suchmaschine Google.cn und der Umleitung auf ein unzensiertes Angebot in Hongkong reagiert die chinesische Regierung. Bestimmte Suchbegriffe werden von der chinesischen Firewall blockiert.
/ Achim Sawall
133 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Firmensitz von Google China
Firmensitz von Google China

Die chinesische Regierung hat begonnen, einzelne Suchbegriffe bei google.com.hk zu blockieren. Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck sagte Golem.de: "Die chinesische Firewall scheint nun bestimmte Suchbegriffe auf google.com.hk mit einer Fehlermeldung zu belegen, generell aber ist der Zugriff vom Mainland auf google.com.hk möglich und die Suche dort auch nutzbar."

Google hatte am 22. März 2010 alle Zensurmaßnahmen seiner chinesischen Ausgaben von Google Search, Google News und Google Images eingestellt . Nutzer von Google.cn werden auf Google.com.hk und damit auf Server in Hongkong umgeleitet, wo ihnen unzensierte Suchergebnisse präsentiert werden. Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone mit einem gewissen Maß an Autonomie.

In einer ersten Reaktion auf die Schließung von Google.cn hat die chinesische Führung den US-Konzern an seine verbindlichen vertraglichen Vereinbarungen erinnert. "Google hat seine schriftlichen Zusagen gebrochen, die gemacht wurden, als sie den chinesischen Markt betraten" , sagte ein Vertreter des Internetbüros beim State Council Information Office der Volksrepublik China der Nachrichtenagentur Xinhua(öffnet im neuen Fenster) . "Dies ist total verkehrt. Wir sind kompromisslos gegen die Politisierung von kommerziellen Angelegenheiten und bekunden unsere Unzufriedenheit und Empörung zu Googles unangemessenen Vorwürfen" , sagte der Regierungsvertreter.

Google hatte im Januar 2010 erklärt, Opfer hochentwickelter Angriffe auf seine Infrastruktur in China geworden zu sein, und die chinesische Regierung indirekt beschuldigt, Auftraggeber gewesen zu sein. Ziel seien Google-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten und Quellcode der Suchtechnologie des US-Unternehmens gewesen.

Die Menschenrechtsorganisation Reporter Ohne Grenzen begrüßte Googles Entscheidung. "Wir appellieren jetzt an andere Internetunternehmen mit Sitz in China, den gleichen Weg zu beschreiten und die eigenen Aktivitäten nicht mehr zu zensieren. Wenn dazu eine gemeinsame Front gebildet wird, wird die chinesische Regierung keine andere Wahl haben, als den Zugang zu einem freieren Internet zu ermöglichen" , sagte ein Sprecher.


Relevante Themen