Xbox 360 - können Spiele bald von USB-Sticks starten?
Xbox-360-Nutzer können Spiele derzeit entweder auf Microsofts Memory Units oder auf die nur bei den teureren Konsolenmodellen mitgelieferten Festplatten installieren. Da die Memory Units nur wenig Daten fassen, sind sie höchstens für eine Handvoll Xbox-Live-Arcade-Spiele geeignet. Hier würden sich günstige USB-Sticks als Alternative anbieten. Bis jetzt verhindert das aber Microsofts Kopierschutzsystem.
Das könnte sich bald ändern: Joystiq liegt eine Microsoft-Dokumentation vor(öffnet im neuen Fenster) , die durch zwei Quellen bestätigt worden sein soll und den Einsatz schneller USB-Datenträger als Speichermedium für Spiele und deren Speicherstände beschreibt. Das wurde bisher offiziell noch nicht angekündigt, soll aber mit einem – vermutlich im Frühling 2010 – erscheinenden Update kommen.
Beschränkung auf 16 GByte
Die USB-Datenträger müssen laut Joystiq-Informationen mindestens 1 GByte Speicherplatz bieten. Die Spielekonsole legt dabei eine 512-MByte-Systempartition und eine Xbox-360-Datenpartition für den Nutzer an. Insgesamt werden aber pro USB-Datenträger nicht mehr als 16 GByte belegt, selbst wenn eigentlich mehr Kapazität zur Verfügung stünde. Der restliche Platz kann für andere Dateien genutzt werden, etwa für Musik oder Fotos.
Nicht nur von Xbox Live Arcade heruntergeladene Spiele lassen sich auf dem USB-Datenträger installieren, sondern auch DVD-Spiele. Allerdings muss wie bei der Installation auf die Xbox-360-Festplatte beim Starten des Spiels etwa von einem USB-Stick noch die DVD für die Kopierschutzüberprüfung eingelegt sein. Auch über Xbox Live Arcade angebotene Filme, Updates und Erweiterungen sollen auf den USB-Datenträger geladen werden können.
Kein Ersatz für die Xbox-360-Festplatte
Durch die von Joystiq genannte Begrenzung auf 16 GByte ist der Einsatz von in der Regel größeren USB-Festplatten wenig attraktiv, so dass bei vielen und vor allem größeren Spieleinstallationen weiterhin kein Weg an der Xbox-360-Festplatte vorbei geht.
Die Xbox 360 soll Joystiq zufolge maximal zwei USB-Datenträger gleichzeitig ansprechen können, auch wenn sie nicht als Datenträger für Spiele genutzt werden und sich eigentlich drei USB-Ports an der Spielekonsole finden. Damit stehen dann bis zu 32 GByte zur Verfügung. Nicht auf den USB-Datenträgern von der Xbox 360 benutzter Speicherplatz kann für andere Daten wie etwa Musik genutzt werden.
Keine Lösung für Speicherhungrige
Für Microsoft sind die USB-Datenträger vermutlich eher ein Weg, um über kurz oder lang die proprietären Memory Units auszumustern und den Xbox-360-Einstiegspreis zu senken, ohne große Einnahmeeinbußen in Kauf zu nehmen. Microsofts Memory Units bieten maximal 512 MByte Speicherplatz – für 45 Euro. Datels offizielle Memory Cards fassen maximal 4 GByte Daten und sind trotzdem günstiger, können jedoch mit den Preisen von deutlich leistungsfähigeren und mehr Kapazität bietenden USB-Sticks ebenfalls nicht mithalten.
Die extern angesteckten Xbox-360-Festplatten von Microsoft gibt es in Größen von 20, 60 und 120 GByte. Alle sind neu teils doppelt so teuer wie nackte 2,5-Zoll-Festplatten – wie sie in die Playstation 3 gesteckt werden können. Microsoft muss allerdings zugutegehalten werden, dass den derzeit in Form von "Starter Packs" angebotenen Festplatten ein einfaches Mono-Headset und ein Zugangscode für eine dreimonatige Live-Gold-Mitgliedschaft beiliegen. Von Zubehöranbietern gibt es bisher keine Festplattenmodule.
Größere Kapazitäten bietet Microsoft nur bei einem Xbox-360-Elite-Modell mit 250 GByte. Diese Festplatte gibt es bisher nicht einzeln und größere Festplattenmodule sind ebenfalls nicht angekündigt worden. Das ist auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil das Unternehmen längst auch HD-Filme zum Kaufdownload über Xbox Live anbietet – zusammen mit mehreren umfangreichen Spielen wie etwa Final Fantasy 13 kann es dann schnell eng werden auf der Festplatte.



